Glasfaserausbau: Verwirrung um Internetanschlüsse

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Ein neues Haus mit Glasfaseranschluss und trotzdem kein schnelles Internet – wie kann das sein?

Ellwangen. Ein Grundstück kaufen, in dem der Glasfaseranschluss mitinbegriffen ist und dann dennoch keinen Zugriff auf schnelles Internet haben. Über dieses Problem tauschte sich ein Facebook-Nutzer online in einer öffentlichen Gruppe aus. Philipp Schaffert von NetCom BW aus Ellwangen hat sich den Post genauer angeschaut. Er erläutert, wo die Gründe für das Problem liegen können und welche Möglichkeiten Betroffene haben, um dennoch zu schnellem Internet zu gelangen.

Denn, so der Ersteller des Beitrags auf Facebook, habe er sich – unter anderem, weil die Internetnutzung im Haushalt coronabedingt angestiegen ist – bei mehreren Ansprechpartnern nach einer besseren Leitung erkundigt. Das ernüchternde Ergebnis nach einigen Telefonaten sei ihm lediglich eine 2500er-Leitung garantiert worden – also eine Datenrate in Höhe weniger Mbit/s – obwohl er in einem Neubaugebiet in Rindelbach wohne, in dem ein Glasfaseranschluss verfügbar sein soll.

"Wie ich dem Text entnehmen kann, nutzt der Herr aus Rindelbach immer noch über den Telekom-Hausanschluss DSL über die Kupferleitung", stellt Philipp Schaffert fest. Das Problem: DSL ist kupferbasierend und weist bei zunehmender Kupferleitungslänge eine hohe Signaldämpfung auf. In diesem Fall bis zum Telekom-Hauptverteiler in der Oberen Brühlstraße.

"Die Kupferkabellänge vom Telekom-Hauptverteiler bis nach Rindelbach beträgt durchschnittlich drei bis vier Kilometer", fährt Schaffert fort. Und da liege der Grund für das langsame Internet: Wegen der langen Kupferleitungen seien physikalisch bedingt nur noch Datenraten bis zu 3 Mbit/s möglich. "In diesem Fall müsste der Herr aus Rindelbach auf einen Glasfaseranschluss umsteigen", rät der Experte. "Damit sind uneingeschränkt Datenraten über 1000 Mbit/s möglich."

Die Voraussetzungen sind da

Aber ist der Glasfaseranschluss denn nicht schon im Grundstück inbegriffen? "Aus dem Text entnehme ich weiter, dass die Stadtwerke Ellwangen bereits bei der Bauplatzerschließung ein Leerrohr für die Herstellung eines Glasfaseranschlusses mitverlegt haben", sagt Phlipp Schaffert.

Das bedeutet: Die Voraussetzungen seien im Grunde genommen schon vorhanden – um zu prüfen, ob das Haus zeitnah an das Glasfasernetz angeschlossen werden kann, sei jedoch eine gezielte technische Auswertung über die Anschlussadresse nötig, so Schaffert.

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