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Projekt Camaliot: Mit den Satellitensignal-Daten der Nutzerinnen und Nutzer lassen sich Wettermodelle verbessern.

Es geht um Ihr Wetter

Mit einem Android-Smartphone kann man bis zum Sommer dabei helfen, perspektivisch die Wettervorhersage zu verbessern. Dazu muss man nur eine App namens Camaliot installieren. Diese gehört zum gleichnamigen Projekt der europäischen Raumfahrtagentur ESA.

Das Ziel: Über die Anwendung bis Ende Juni 2022 möglichst viele Satellitennavigationsdaten an so vielen verschiedenen Orten wie möglich sammeln. Diese werten dann Forscherinnen und Forscher der ETH Zürich und des International Institute for Applied Systems Analysis in Laxenburg (Österreich) aus, die das ESA-Projekt realisieren.

Signale verändern sich

Und wie soll das genau funktionieren? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können aus den Satellitensignalen tatsächlich Rückschlüsse auf atmosphärische Phänomene ziehen, also auch auf das Wetter. Sie wissen etwa, wie sich Stärke oder Laufzeiten der Signale bei einem bestimmten Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre verändern.

Werden nun Trends in der Wasserdampfkonzentration längerfristig erfasst, kann dieses Wissen in Wettermodelle einfließen und für eine präzisere lokale Wettervorhersage, insbesondere für Regen, genutzt werden.

Wie wird das Wetter im All?

Ganz nebenbei können die Forscherinnen und Forscher mit den gesammelten Nutzerdaten aber auch Vorhersagen zum Weltraumwetter verbessern, etwa in Bezug auf Sonnenstürme, die Satellitenbetrieb und -kommunikation beeinträchtigen können.

Wer helfen möchte, misst mit der App draußen immer mal wieder zwischendurch an verschiedenen Orten. Die Sicht zum Himmel sollte frei sein, das Smartphone ruhig gehalten oder hingelegt werden.

Ein paar Sekunden Daten sammeln

Dann muss man nur die App aufrufen, „Start Logging“ antippen und ein paar Sekunden warten oder „Log in Background“ für eine längerfristige Aufzeichnung antippen. Um eine Aufzeichnung zu beenden, „Stop Logging“ antippen. Danach kann der Datensatz auf die Camaliot-Server hochgeladen werden.

Alle Daten werden anonymisiert behandelt und nur auf europäischen Servern gespeichert, versprechen die Wissenschaftler. Anfängliche Probleme mit der App, die Nutzerinnen und Nutzer im Google Play Store beklagen, sollen inzwischen durch Updates behoben worden sein.

dpa

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