Im Blick: Der Schuljahresbeginn unter Corona-Bedingungen

Note „mangelhaft“ im Fach Vorbereitung

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Wolfgang Fischer
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Die Schule geht los - und am Montag sollen tatsächlich (fast) alle Schüler wieder in den Klassenzimmern zusammenkommen. Das ist seit dem Auftauchen des Coronavirus alles andere als selbstverständlich. Und alle Verantwortlichen vom Rektorat bis zum Kultusministerium haben sich den Schwur auf die Fahnen geschrieben, dass Schule in diesem Schuljahr eine Präsenzveranstaltung bleiben soll - unabhängig von Inzidenz und Hospitalisierungsrate.

Ob sie diesen Schwur halten können? Zeit zur Vorbereitung hatten sie. Zumal nun sechs Wochen Sommerferien waren - eine Zeitspanne, in der die Kultusverwaltung vom Tagesgeschäft weitgehend befreit war. Angesichts dessen kommt es zu spät, wenn die Gmünder Stadtverwaltung jetzt zum Ferienende bei den Schulen abfragt, ob sie Luftfiltergeräte brauchen. Über die Ergebnisse wird, wenn sie denn vorliegen, beraten - und dann entschieden. Auch der Grund, warum das Kultusministerium die Testpflicht für nicht immunisierte Schüler erst ab 27. September ausweitet, ist bezeichnend: Die Tests müssen erst beschafft werden. Dass die Zahl der Lehrer für die Besetzung der notwendigen Stellen äußerst knapp ist, hängt nicht mit Corona zusammen. Dieses Dilemma ist der Landesregierung schon seit Jahren bekannt. Es könnte sich jedoch fatal auswirken, falls das Virus für einen höheren Krankenstand in der Lehrerschaft sorgt.
Angesichts solcher Versäumnisse ist nur zu hoffen, dass Kommunen und Land den Präsenzunterricht wirklich aufrecht erhalten können. Denn auch für die sonst fällige Alternative, Homeschooling und Online-Unterricht, ist das Land nicht wirklich gut gerüstet. Wolfgang Fischer

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