Ort der Trauer, aber auch der positiven Gefühle

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Die gemeinsame Pflege und individuelle Pflege eines Grabes kann gegen die Trauer helfen.

Alle zwei Jahre gibt es ein neues Motto zum Tag des Friedhofs. Für die Jahre 2020 und 2021 steht der bundesweit stattfindende Tag des Friedhofs unter dem Motto "Natürlich erinnern".

Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Man kann dort nicht nur trauern und Trost finden – Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen. Trauernde finden auf Friedhöfen einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um ihrer zu gedenken.

Durch den Umgang mit Blumen und Pflanzen kann die Trauer besser verarbeitet werden, positive Gefühle, wie Wohlbefinden, Entspannung und Heimatgefühl können durch die Bewegung im "Grünen Kulturraum Friedhof" ausgelöst werden.

So vielfältig wie Friedhöfe sein können, so vielfältig ist auch das Motto. Sie möchten wissen, was genau mit "Natürlich erinnern" gemeint ist?

Erinnerungsstätten kennenlernen

Friedhöfe sind vor allem bekannt als Orte der Stille und Erinnerung, aber auf ihnen finden auch Begegnungen und Gespräche statt. Hier wird oftmals neu Mut gefasst und Hoffnung geschöpft und ja, mitunter auch gelacht und sich an Schönes erinnert.

Auf vielen Friedhöfen finden auch Veranstaltungen statt oder sie werden als außerschulische Lernorte von Schülerinnen und Schülern erkundet. Friedhöfe haben einen unschätzbaren Wert für Tiere, Pflanzen und Menschen. Der Tag des Friedhofs soll genau auf diese Vielfältigkeit hinweisen. Das Ziel des aktuellen Mottos ist, dass ältere Generationen und auch deren Kinder und Enkelkinder den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen.

Individuell gestaltete Grabsteine

Beim Spaziergang über den Friedhof verweilen wir an den Grabstätten von Familienangehörigen oder Freunden, um ihrer zu gedenken. Die auch steinernen Grabzeichen mit ihren Inschriften und Ornamenten tragen viel dazu bei, wie und woran wir uns erinnern, sei es an Charaktereigenschaften der Verstorbenen, an den Beruf oder an Hobbys.

Vom erfahrenen Steinmetz geschaffen, zeugen individuell gestaltete Grabsteine von Beständigkeit und dienen als fixe Anker in unserer Schnelllebigkeit.

Am individuellsten gelingt ein Grabzeichen, wenn sich die Angehörigen Zeit nehmen und sich gemeinsam mit dem Steinmetzbetrieb auf die Suche nach der passenden Gestaltung machen. Ideen und Erinnerungen fließen genauso in den Entwurfsprozess ein wie die gewünschte Form der Grabpflege: Eine Grabstätte ohne Pflegeaufwand lässt sich ebenso realisieren wie eine Grabanlage, die im Einklang mit den Jahreszeiten vielfältig bepflanzt wird.

Das Paradies der Erinnerung

Eine weitere Ausdrucksmöglichkeit ist die Wahl des Rohmaterials. Der Stein kann aus der nahen Umgebung des Wohnortes, aus der ursprünglichen Heimatregion des Verstorbenen oder der Nähe eines oft besuchten Urlaubsortes stammen. Die Erinnerung, sagte der Schriftsteller Jean Paul, ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. Auf dem Friedhof hat dieses Paradies jeden Tag des Jahres geöffnet. GdF/BivSt

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