Runter vom Sofa - rein ins Leben!

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HANDOUT - Für die warmen Tage bringen die Designer Sets aus kurzen Jogginghosen im Bermudastil und kurzärmeligen Hoodies in frischen Sommerfarben heraus. Hier zum Beispiel von GIVN Berlin (l-r: T-Shirt-Kleid ca. 100 Euro, Sweatshirt ca. 120 Euro, Shorts

Unter dem Begriff «Athflow» werden Sport- und Homewear jetzt chic

Was kann bequemer sein als ein Schlafanzug? Als ein Bademantel? Als unsere geliebte Jogginghose? Nichts. Und deswegen dürfen sie jetzt alle Alltagskleidung, sogar Büro- und Ausgehkleidung sein. Denn unter dem Begriff "Athflow" wird Sport- und komfortable Homewear jetzt chic.

Wie sieht das aus? Auf den Komfort, an den wir uns in der Zeit des Zuhausebleibens und des Homeoffice gewöhnt haben, wollen wir nicht mehr verzichten. Doch bietet sich ja mit der Entspannung bei den Infektionszahlen und der dadurch wiederzugewinnenden Freiheit die Möglichkeit, "sich wieder 'anzuziehen' und zu zeigen", wie das Deutsche Mode-Institut in seinem Trendreport für die Saison schreibt.

Packt man diese Ansprüche zusammen, ergeben sich entspannte Ganztags-Kombis, die das DMI mit "day to dinner" überschreibt. Also Outfits, die sich im Alltag vor allem zu Hause, aber eben auch beim Ausgehen ins Restaurant tragen lassen.

Der Glamour-Onkel von Athleisure

Deswegen nimmt schon seit einiger Zeit dieser Gemütlichkeits- und Sport-Look, der so wirkt, als wäre man gerade im Fitnessstudio, "einen Twist ins Elegante", wie es Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt umschreibt. Aus den reinen Sportoutfits, die vor Corona ihren Trendhöhepunkt unter der Bezeichnung "Athleisure" hatten, und den nachfolgenden Chill-Klamotten für die Pandemie wird der Trendmix "Athflow". Er sei "quasi der Glamour-Onkel von Athleisure", so Rose.

Wir behalten also von den beiden vergangenen Trends den Tragekomfort: "das Weite, Luftige, Bequeme, Weiche", so Rose. Aber die Looks sind einfach eine Spur schicker.

Gerade wird die Sweatkleidung weiterentwickelt - allen voran die Jogginghosen und die Art, wie wir sie kombinieren. Sie sehen oft nicht mehr nach Jogginghosen aus, sondern können auch wie Anzughosen wirken.

Auffällig oft finden sich nun auch Sweat-Kleider - also extra lange Hoodies - in den Kollektionen für Frühling und Sommer. Die Sweatpullis werden mit Puff- oder Fledermausärmeln, aber auch mit ungewöhnlichen Materialien für diese Schnitte aufgewertet. Zum Beispiel gibt es Kombinationen aus Leder.

Gleicher Look, andere Elemente

Es müssen aber nicht immer Jogging- oder Trackpants sein, auch andere Hosenmodelle sind bequem - und obendrein eine Spur schicker. Für Frauen sind laut dem Deutschen Mode-Institut derzeit auch Paperbag-Hosen angesagt. Daran zu erkennen, dass sie oben gerafft sind wie Papiertüten. Für den "Athflow"-Look geeignet sind zudem Jeans mit extraweitem Bein.

Erweitert wird der Style um Teile aus Rippstrick: Cardigans oder Pullunder und Röcke. Für Andreas Rose ergänzen zudem Rollkragenpullover, edle Strickpullover, -jacken und -kleider und Baggyhosen den Look. Dazu kommt ein Touch Eleganz. Manche Modefirmen zeigen Kombinationen mit Blazer - und sogar Pumps kommen zum Einsatz. Und unter dem Sweatpulli werden Blusen oder Hemden getragen.

Nur ein Teil sollte nicht mit in den Frühling vor der Tür starten: die Lieblings-Binge-Watch-Hose - also die Buxe für die Couch. "Ein klares Nein" gibt es dazu von den Analysten des Deutschen Mode-Instituts in ihren "11 Thesen für 22".

Dafür gibt es auch hier von den Experten "ein klares Ja zu eleganten Jogginghosen". (Für Fans: Das Ja gilt auch ausdrücklich für elegante Leggings.)

HANDOUT - Wir behalten den Tragekomfort, aber das Bequeme wird eine Spur schicker. Hier ein Beispiel von 10Days (Weste ca. 180 Euro, Shirt ca. 70 Euro, Jacke ca. 290 Euro, Hose ca. 270 Euro).

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