Wort zum Sonntag

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Pfarrer Uwe Quast, Wasseralfingen-Hüttlingen

Exaudi nos – Schaut hin!

Aalen-Wasseralfingen. Morgen begehen wir den Sonntag Exaudi; der Name ist ein Aufschrei: „Hör doch mal her!“ Die Jünger rufen. Sie sind allein in der Welt. Jesus hat an Himmelfahrt Abschied von ihnen genommen. Er hat ihnen das Versprechen gegeben, einen Tröster zu schicken. Aber noch erleben die Jünger und die ganze Völkergemeinschaft nicht die berauschende und fröhliche Geistesgegenwart von Pfingsten.
Der Sonntag Exaudi kennzeichnet die Zwischenzeit: zwischen Himmelfahrt und Pfingsten, zwischen dem Weggang Jesu und der Herabkunft des Heiligen Geistes. Die Jünger und Jüngerinnen damals waren eine Splittergruppe, keine Kirche, geschweige denn eine Weltkirche.
Die Welt findet sich heute in einer Zwischenzeit: zwischen Impfstoff und Verteilung, zwischen Gerechtigkeit und Nationalinteressen, zwischen Solidarität und Egoismen.
Exaudi nos – Hör uns doch, Gott! Das ist dieser Tage ein kaum gewagter Aufschrei der Welt Gott gegenüber. Gerade findet in Frankfurt am Main der ökumenische Kirchentag statt (online: www.oekt.de): digital und dezentral. Schaut hin! Heißt das Motto in diesem Jahr.
Ich vermisse diese besondere Gemeinschaft der Kirchentage, die sich austauscht und mitteilt, die hinschaut und hinausruft: „Hör doch mal her!“ Die uns erinnert und die Gott bittet, dass wir an den Nöten dieser Welt nicht achtlos vorübergehen.
Noch dürfen wir keine (auch keine pfingstlichen) Partys feiern. Jedoch ist der lockdown des Grabes Jesu vorüber und der Auferstandene sagt: Geht hin in alle Welt! Schaut hin! Und wenn Euch was ärgert, dann lasst Euren Auf- und Urschrei hören: Exaudi nos! Hör uns Gott!

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