Miniautos zum Fahren

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Lizenzversionen des Bobby-Cars von Mercedes-Benz: Der AMG GT in zwei Ausführungen.

Vom Bobby-Car zum echten Luxusrenner

Es ist rot, klein und mit knapp 40 Euro quasi einer der billigsten „Neuwagen“: das Bobby-Car. Der Spielwarenriese Simba-Dickie in Burghaslach baut das „Rutsch-Auto“ schon seit Jahrzehnten. Damit fördern die Franken nicht nur die Motorik des Nachwuchses, sondern sie kämpfen auch gegen die nach Angaben vieler Trendforscher schwindende Begeisterung für Autos.

Audi TT oder AMG GT - auch für die Kleinen

Nicht ohne Grund gibt es neben dem feuerroten Original mittlerweile bei fast jedem Fahrzeughersteller im Zubehörprogramm eine Lizenzversion des Bobby-Cars oder ein zumindest davon inspiriertes Rutsch-Auto, mit dem das Marketing bereits im Kinderzimmer ansetzt. Porsche 911, VW Beetle oder Tiguan, Audi TT, Mercedes-AMG GT: Sie alle sollen als Miniaturen den Spaß an der Mobilität fördern.

Wenn das mit dem Laufen schon klappt, geht es bei den Herstellern mit Tretautos im Stil des Kettcars weiter. Und über die Rutsch- und Tretautos hinaus gibt es beim Spielwaren- oder Autohändler zahlreiche mehr oder minder originalgetreue Miniaturen mit E-Motor für Flure und Spielplätze.

Es geht auch echter und teurer

Ben Hedley kann darüber nur lachen. Er ist Chef der Little Car Company in Bichester (Großbritannien) und versteht sich weniger als Spielwaren- denn als Autohersteller, selbst wenn seinen auf etwa 75 Prozent geschrumpften Modellen schon Teenager ans Steuer können.

Das liegt zum einen am hohen Aufwand, den Hedley bei Entwicklung und Erprobung leistet - nicht umsonst spulen die Prototypen mehr als 5000 Kilometer ab, und seine Teile kauft er bei den gleichen Zulieferern wie die Großen. Zum anderen liegt es an den Preisen: Das billigste Auto ist mit etwa 35.000 Euro teurer als viele echte Neuwagen. Wer ganz oben einsteigt, kann auch sechsstellige Summen ausgeben.

Dafür gibt's aktuell drei Modelle, die alle den Segen des jeweiligen Herstellers tragen. Sie sind in originalen Farben lackiert, mit den gleichen Ledern ausgeschlagen und nutzen bisweilen identische Teile.

Ein kleiner James Bond sein - das Miniauto dafür gibt's

Modelle wie James Bonds Aston Martin, ein Bugatti und ein Ferrari Testa Rossa werden in Bichester von Hand binnen etwa einer Woche produziert und stehen auf einem Gitterrohrrahmen.

Darüber kommt eine Alu-Karosserie. Akku und Motor sorgen für rund 30 Kilometer Reichweite. Bei kaum zwei Zentnern Leergewicht hat der Motor mit den Minis leichtes Spiel. Dazu kommen das bei E-Maschinen fast schon explosiv einsetzende Drehmoment, ein sehr strammes Fahrwerk und eine überraschend direkte Lenkung.

Mit einem Schlüssel lassen sich die Fahrzeuge für die volle Leistung freischalten, was für bis zu 100 km/h sorgt. Nur gut, dass die Briten bislang weder Blinker montieren noch Kennzeichenhalter - zu groß wäre vielleicht die Versuchung, eine Spritztour ins echte Leben zu wagen.

Luxusrenner gibt es auch für etwas kleineres Geld

In England gibt es mehrere Hersteller, die solche Modelle für jugendliche Selbstfahrer anbieten. Dass die nicht alle so teuer sein müssen, beweist zum Beispiel Nathan Harrington. Er lässt in Vietnam vom Formel-1-Renner aus den 1960er Jahren über den Porsche 356 und den Mercedes 300 SL bis zum Land Rover Defender mehr als ein Dutzend Klassiker im Maßstab 1:2 bauen.

Allerdings sind auch diese mit Preisen ab knapp 10 000 Euro immer noch ziemlich teure Spielsachen. Neben einem 20 km/h schnellen Elektroantrieb gibt es auch Verbrenner: 110 Kubikzentimeter groß, rund sieben PS stark und mit einem halbautomatischen Dreiganggetriebe kombiniert, beschleunigen sie die Bonsai-Sportler auf fast 70 km/h.

Trotz dieses hohen Tempos sind die kleinen Flitzer für die Straße natürlich absolut tabu, mahnt der Hersteller: „Das sind Spielzeuge, mit denen man das private Gelände nicht verlassen sollte.“ dpa

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