Tragende Rolle: Berühmte Autos im Film

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Höhenflug mit Soul und Rock: Das "Bluesmobile" aus "Blues Brothers" in seinem Element.

Ob James Bond oder Manta, Manta – kaum ein Streifen kommt ohne markante Fahrzeuge aus.

Manchmal schlüpfen Autos in tragende Rollen. Im Film wären Verfolgungsjagden ohne sie nicht so aufregend. Und manchmal verhilft ein solcher Auftritt auch Autos zum Durchbruch: Die Modelle, auf denen sie basieren, sind plötzlich cool und steigen im Preis.

Das ist jedoch nicht immer der Fall. "Es kommt drauf an", sagt Marius Brune vom Marktbeobachter Classic Data. So könne der Effekt auch bei Null liegen, wenn Autos im Film so verhüllt sind, dass das Ausgangsmodell nicht zu erkennen ist. In der Hollywood-Komodie "Dumm und Dümmer" etwa verschwand ein Ford Ecoline unter einem Hundekostüm.

Andererseits könne der Marktwert der zugrunde liegenden Serienmodelle bei zuvor eher unbekannten Autos geradezu explodieren. Original-Filmautos jedoch sind oft gar nicht zu haben oder werden zu Preisen in Millionenhöhe versteigert – wenn sie überhaupt noch existieren. Denn nicht selten werden die Fahrzeuge für Stunts beim Dreh auch zerstört. Hier eine Auswahl vierrädriger Filmdiven und deren Basismodelle. Den Wert ermittelte "Classic Data" bezogen auf eine Zustandsnote 2.

Belächelter Proleten-Porsche: Opel Manta GT/E

Die Komödie "Manta, Manta" von 1991 schwamm im Fahrwasser der Manta-Witze. Til Schweiger spielt darin Bernie, der einen stark getunten und mehrfarbig lackierten Manta B fährt. Gut erhaltene Exemplare dieses Autos sind heute selten. Als Serienmodell hat ein Manta B GSi (81 kW/110 PS), gebaut zwischen 1984 und 1988, heute einen Marktwert von 12 400 Euro.

Bluesmobile verleiht Flügel im Dodge Monaco

Eines der bekanntesten Polizeiautos der Filmgeschichte ist ein ausrangierter Dodge Monaco aus der Kultkomödie "Blues Brothers" von 1980. Der meistert im Film spektakulären Stunteinlagen. Viele der im Film verwendeten Autos überlebten die Dreharbeiten nicht. Das einzig erhaltene Film-Original mit dem großen Lautsprecher auf dem Dach hält nach deren Angaben eine Event-Firma in Chicago, eine Replik steht in Dallas im "House of Blues". Als Serienmodell ist ein 1974er Dodge Monaco (177 kW/241 PS) etwa 14 000 Euro wert.

Der Teufel auf Rädern: Continental Mark III

"The Car" heißt das B-Movie "Der Teufel auf Rädern" von 1977 im Original. Darin übernahm ein Continental Mark III die Hauptrolle als todbringender Hauptdarsteller: In einem Wüstenkaff in Utah überfährt die schwarze Limousine mit mysteriösem Eigenleben wahllos Menschen, wird aber letztlich in einer Explosion zur Strecke gebracht.

Während der scheinbar vom Teufel besessene Continental in "The Car" schwülstig verkleidet war, rollte ein weniger geschminktes Exemplar im Thriller "The French Connection" von 1971 mit Gene Hackman. Das Serienmodell eines Continental Mark III Coupé (268 kW/365 PS), gebaut zwischen 1969 und 1971, kommt nach Classic Data auf einen Marktwert von 18 600 Euro.

Verfolgungsjagd-Overkill: Ford Mustang GT 390

Eigentlich spielt das Auto in "Bullitt" (1968) nur eine Nebenrolle. Es ist das Auto von Polizist Frank Bullitt, gespielt von Steve McQueen. Doch dann kommen jene zehn Minuten, die als eine der spektakulärsten Verfolgungsjagden in die Filmgeschichte eingegangen sind. Kreuz und quer durch die Straßen San Franciscos jagt Bullitt am Steuer seines Ford Mustang GT 390 Fastback zwei Killern hinterher, die kein minder spektakuläres Auto steuern: einen Dodge Charger, mit dem sie letztlich in eine Tankstelle rasen, die daraufhin explodiert.

Während der Dreharbeiten kamen laut Ford zwei identische Ford Mustang zum Einsatz - das "Jumper Car" für die Sprungszenen und das "Hero Car" für die Nahaufnahmen mit McQueen am Steuer. Das Original-"Jumper Car" tauchte nach Angaben von Ford Anfang 2017 im mexikanischen Baja California wieder auf. Das Original-"Hero Car" war mehr als 40 Jahre lang im Privatbesitz und wechselte Anfang 2020 bei einer Auktion in Florida für 3,74 Millionen US-Dollar als nunmehr teuerster Mustang der Welt den Besitzer. Das 1967 und 1968 gebaute Serienmodell Mustang GT Fastback S-Code (235 kW/320 PS) ist mit 50 700 Euro eingeschätzt. dpa

Wo der Fuchsschwanz flott im Fahrtwind flattert: In "Manta, Manta" wird die Tuning-Szene ordentlich durch den Kakao gezogen.

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