Damit keiner beim Pflegen von Angehörigen mit der Zeit auf der Strecke bleibt

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Pflegende Angehörige stehen oft unter großem Druck. Eine Präventionsberatung kann dann Entlastungsmöglichkeiten aufzeigen.

Nur wer das eigene Wohl im Blick hat, kann gut für andere sorgen.

Wer die Pflege eines Angehörigen übernimmt, entscheidet sich damit für eine verantwortungsvolle, schwere und nicht selten auch langwierige Aufgabe. Am Anfang denken Betroffene darüber oft kaum nach, denn die Belange des Hilfsbedürftigen stehen im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit.

Eigene Grenzen erkennen

Doch auf längere Sicht ist die körperliche und seelische Gesundheit des Pflegenden ebenso wichtig wie die des Gepflegten. Gut für sich selbst zu sorgen, die eigenen Grenzen zu erkennen und alle Möglichkeiten zur Unterstützung und Entlastung zu nutzen, sind deshalb Voraussetzungen, um die Pflegesituation dauerhaft zu bewältigen. Denn nur wer fit ist, kann auch für andere da sein.

Um Betroffene in ihrer schwierigen Situation zu unterstützen, gibt es mittlerweile spezielle Angebote, zum Beispiel der Pflegestützpunkt des Ostalbkreises (www.pflegestuetzpunkt.ostalbkreis.de). Hier kann sich jeder kostenlose Tipps von erfahrenen Fachkräften holen. Sie helfen dabei, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, Belastungen zu reduzieren und bewusst Entscheidungen zu treffen.

Situation reflektieren

Um sich auf so ein Gespräch vorzubereiten und um die eigene Situation zu reflektieren, kann ein Selbsttest helfen, wie er zum Beispiel unter www.pflegeberatung.de zu finden ist. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Thema sowie die Gratisbroschüre „Gesund bleiben bei der Pflege von Angehörigen“ mit Tipps und Übungen für einen achtsamen Umgang mit sich selbst.

Auszeiten und Entlastung

So sollten Pflegepersonen darauf achten, sich zwischen ihren Pflichten regelmäßig kleine Auszeiten zu gönnen: eine kurze Meditationseinheit, ein paar Gymnastikübungen, eine gute Tasse Kaffee oder ein Telefongespräch mit der Freundin. Das gibt Kraft für die nächste „Runde“. Raum und Zeit für die eigene Erholung können auch Leistungen der Pflegeversicherung schaffen, etwa die Angebote zur Unterstützung im Alltag. Sie lassen sich zum Beispiel für Nachbarschaftshelfer, eine Alzheimergruppe oder Mithilfe im Haushalt einsetzen. Ab Pflegegrad 2 ist auch Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege möglich, wenn ein Urlaub oder eine Reha auf dem Programm stehen.

Angehörige von Pflegebedürftigen sollten sich immer gut beraten lassen, um alle Möglichkeiten zu kennen und für sich einsetzen zu können. djd

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