Osteoporose die „Kochenbrecherkrankheit“ lässt sich gut behandeln

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Krafttraining stärkt Muskeln und Knochen, betonen Regine Wilky von der Osteoporose-Selbsthilfegruppe und Osteoporosespezialist Dr. Jürgen Wacker.

Am Mittwoch, 24. November im Congress-Centrum Stadtgarten referiert um 18 Uhr der ärztliche Direktor der Klinik für Orthopädie im Stuttgarter Marienhospital, Prof. Dr. med. Ulrich C. Liener, über moderne Osteoporosetherapien. Der Eintritt ist frei.

Schwäbisch Gmünd. Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, das mit einem Schwund der Knochendichte einhergeht. Diese Krankheit ist vielen Patientinnen und Patienten nicht bewusst und kommt erst ans Tageslicht, wenn Knochen oder gar Wirbelkörper „aus heiterem Himmel“ brechen. Diese Volkserkrankung trifft nicht nur ältere Frauen oder Männer, die Anzahl junger Menschen mit Osteoporose nimmt immer mehr zu, erklären der Gmünder Osteoporosespezialist Dr. Jürgen Wacker und Regine Wilky von der Osteoporose-Selbsthilfegruppe.

Viele Faktoren begünstigen das Auftreten der Krankheit, dazu gehören Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, die Ernährung und oftmals eine genetische Veranlagung. Rauchen, eine kalziumarme Ernährung sowie wenig Bewegung und fehlende Sonneneinstrahlung begünstigen die Krankheit ebenfalls. „Osteoporose ist sehr gut therapierbar, die Knochenbruchrate lässt sich dadurch deutlich senken“, erklärt Dr. Wacker. Frühzeitig erkannt, lässt sich die Krankheit gut behandeln, meint der Facharzt.

Neue Therapieformen

Die medizinische Forschung bleibt am Ball und hat in der Vergangenheit neue Therapieformen und individuell auf den Patienten zugeschnittene Therapien entwickelt. Das Heimtückische an der Krankheit sei, so Regine Wilky, „man sieht es den Menschen nicht an“, vielen Betroffenen werde das Risiko erst im Gespräch bewusst.

Vorsorge empfohlen

Dr. Wacker empfiehlt risikobelasteten Frauen ab 50 Jahren und Männer ab 60 Jahren zu einer frühzeitigen vorsorglichen Knochendichtemessung und einem Risiko-Assessment. Die Knochendichtemessung wird bei Dr. Wacker mit dem DEXA Messgerät und schwachen Röntgenstrahlen durchgeführt und ist absolut schmerzfrei, wird aber leider von den gesetzlichen Krankenkassen häufig nicht übernommen. Als einziges ambulantes osteologisches Schwerpunktzentrum im Ostalbkreis wurde die Praxis Dr. Wacker zum wiederholten Mal zertifiziert.

Bewegung und Ernährung

Der Knochenabbau geht mit Muskelschwund einher, Patienten können selbst viel für eine bessere Knochengesundheit tun. Dazu gehören viel Bewegung, eine proteinreiche Ernährung und Krafttraining stärken Muskeln und Knochen.

Wie dringend notwendig Aufklärung ist, weiß Dr. Wacker. Corona habe die Krankheit in dem Sinn begünstigt, als dass viele Patienten die Vorsorgeuntersuchungen und Therapien nicht mehr wahrgenommen haben und viele ältere Patienten auf Bewegung im Freien verzichtet haben. Wichtig sei der Austausch mit anderen Betroffenen, meint Regine Wilky und verweist auf die regelmäßigen und kostenlosen Treffen der Osteoporose-Selbsthilfegruppe, die seit Sommer wieder in Präsenz stattfinden können. aro

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