Vorsicht bei Korrektionsbrillen

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Online-Messverfahren können laut ZVA nicht adäquat die Arbeit eines Augenoptikers ersetzen.

Brillen aus dem Internet können günstig sein – der Preis dafür sind aber oft große Mängel und sogar eine Gefährdung der Gesundheit.

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) weist darauf hin, dass laut aktueller Rechtssprechung Brillen aus dem Internet meist nicht die DIN-Norm für Korrektionsbrillen erfüllen und zu Beschwerden führen können. Zudem hat der Bundesgerichtshof in einem Verfahren bestätigt, dass Gleitsichtbrillen aus dem Internet mit einem Warnhinweis für den Gebrauch im Straßenverkehr versehen sein müssen.

Eine Brille ist ein beratungsintensives Produkt, das für ein optimales Ergebnis nicht ohne den direkten Kundenkontakt verkauft werden kann, betont der ZVA. Ungeachtet der Beratung, der Augenprüfung, den vielen optometrischen Dienstleistungen und der abschließenden anatomischen Anpassung sprechen viele weitere Argumente gegen den Handel mit Korrektionsbrillen im Internet. Viele Online-Anbieter in der Augenoptik neigen dazu, so der ZVA weiter, die Vorgaben der Handwerksordnung und des Medizinproduktegesetzes außer Acht zu lassen. Das sei insbesondere deswegen bedenklich, weil sowohl die Handwerksordnung als auch das Medizinproduktegesetz Verbraucher davor schützen sollen, mit mangelhaft gefertigten und damit gesundheitsgefährdenden Brillen in Kontakt zu kommen.

Fertigung in Fernost

Nach der deutschen Handwerksordnung müssen alle wesentlichen Tätigkeiten eines zulassungspflichtigen Handwerkes (wie es die Augenoptik ist) von einem Handwerksmeister beziehungsweise unter dessen Aufsicht erbracht werden. Diese Vorgabe wird aber häufig von Online-Händlern umgangen, da die Brillen komplett in Fernost gefertigt werden.

Der ZVA weist zudem darauf hin, dass aktuell am Markt verfügbare Online-Messverfahren keine vergleichbar präzisen Ergebnisse liefern, wie Messungen nach den geltenden Arbeits- und Qualitätsrichtlinien für Augenoptik und Optometrie. In der Regel berücksichtigen Online-Brillenhändler in Deutschland nicht die Einschleifhöhe der Brillengläser, den Hornhautscheitelabstand oder die Fassungsvorneigung – alles relevante Parameter, die zwingend notwendig sind, um eine mangelfreie Korrektionsbrille anfertigen zu können. Brillen, die nicht den einschlägigen DIN-Normen für Korrektionsbrillen entsprechen, können zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen.

pm

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