Staatliche Initiativen für den digitalen Wandel - Welche Strategie hat der Bund?

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Die Digitalisierung findet in allen Bereichen der Gesellschaft statt, begonnen in der Bildung, über die Wirtschaft, bis hin zur Kultur, setzen sich Fortschritt und Digitalisierung durch.

Die Digitalisierung findet in allen Bereichen der Gesellschaft statt, begonnen in der Bildung, über die Wirtschaft, bis hin zur Kultur, setzen sich Fortschritt und Digitalisierung durch. Besonders in Bildung und Wirtschaft bedeutet dies, die Menschen mitzunehmen und auf den digitalen Wandel vorzubereiten. Qualifizierungsmaßnahmen, um die kognitiven Fähigkeiten der Anwender zu stärken und finanzielle Förderangebote für die technische Ausstattung, beispielsweise an Schulen und Universitäten, sind Instrumente der Strategie des Bundes, um den digitalen Wandel voranzutreiben.

Der Vorteil der Jugend

In Schulen gehören Computer heute einfach mit dazu. Kinder wachsen damit auf, dass sie Technik bedienen und beherrschen lernen. Hier sind die Probleme des digitalen Wandels am ehesten in der schlechten technischen Ausstattung der Bildungseinrichtungen und dem rückständigen Netzausbau zu suchen. Doch die Generationen vorher, haben mitunter Berührungsängste mit dem Fortschritt und können sich auf Veränderungen nicht so schnell einstellen. Dabei verändert sich auch in der Arbeitswelt vieles und die Digitalisierung hat Produktionsbetriebe, Lagerwirtschaft und Gesundheitswesen erreicht. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer in der Bedienung neuer Maschinen und Anwendung moderner Verfahrenstechniken eingearbeitet werden müssen. Damit dies erfolgreich gelingt, bietet das Qualifizierungschancengesetz der Bundesregierung, den Unternehmen viele Möglichkeiten, Arbeitnehmer unter Mithilfe von staatlichen Zuschüssen, wissenstechnisch auf den aktuellsten Stand zu bringen.

Digitalisierung in Wirtschaftsunternehmen

In Wirtschaftsunternehmen spielt die Digitalisierung eine große Rolle in der Optimierung sämtlicher Geschäftsprozesse, aber auch in der Verbesserung der Produkte und des Services. Gerade die Industrie zeigt, wie eng beides miteinander verwoben ist. Zulieferteile für Fahrzeuge beispielsweise werden heute weltweit produziert, zu Fahrzeugteilen zusammengebaut und in die Endfertigung geliefert. Dank der Produktlabel kann bei den Teilen immer genau bestimmt werden, wo sich ein Teil befindet und in welchem Fahrzeug es verbaut wurde. Dabei werden die Label oft automatisch beim Transport über die Fließbänder gescannt und die Daten in die elektronische Verarbeitung eingespeist.

Auch die Produkte und Serviceleistungen von Wirtschaftsunternehmen werden immer moderner. So melden Waschmaschinen inzwischen, dass ihnen zu wenig Wasser zufließt und das Auto ist mit Navigatoren ausgestattet, die selbstfahrend einparken oder Routen planen und dabei die aktuelle Verkehrs- und Baustellenlage berücksichtigen. Für viele Endverbraucher ist die Bedienung hier schon schwierig, doch die produzierenden Mitarbeiter, müssen die Kenntnisse haben, entsprechende Technik zu bauen, installieren und warten zu können.

Das Qualifizierungschancengesetz gut nutzen

In Zusammenhang mit dem digitalen Wandel, fällt oft auch das Wort Fachkräftemangel. Dass die Globalisierung dieses Problem nicht löst, ist offensichtlich. Auch der Südwesten ist stark betroffen. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass vorhandene Nichtfachkräfte zu Fachkräften qualifiziert werden. Hier bieten sich den Unternehmen, aber auch den Arbeitnehmern große Chancen, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und den digitalen Umbruch zu bewältigen.

Helfer, die sich menschlich und fachlich bereits bewährt haben, können mithilfe von Fördergeldern Bildungsmaßnahmen besuchen, die ihnen sogar den Abschluss eines Ausbildungsberufes bringen können. Davon profitieren vor allem Menschen, die erste Lebens- und Berufserfahrung gesammelt haben und in der Jugend nicht das Durchhaltevermögen hatten, eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Denn oft sind es private Gründe, Probleme mit Familie und Gesellschaft, die dazu führen, dass junge Menschen eine Ausbildung abbrechen und dies in der Folge bitter bereuen. Selbst wenn der Arbeitgeber die Personalentwicklung nicht fördern möchte, können weiterbildungswillige Arbeitnehmer finanzielle Förderungen, die im Qualifizierungschancengesetzt geregelt sind, nutzen.

Allerdings gibt es gar keinen Grund für Arbeitgeber, sich den Weiterbildungswünschen ihres Personals zu verweigern, denn die Vorteile für Unternehmen sind so umfassend, sie überzeugende Argumente sind. Die Weiterbildungskosten können bis zu 100 % gefördert werden. Wieviel es hier tatsächlich gibt, entscheidet die Betriebsgröße, das Alter des Mitarbeiters und ggf. auch die Zugehörigkeit zu besonders förderungsfähigen Zielgruppen wie Menschen mit Schwerbehinderungen, gering Qualifizierte o.ä. Zudem können die Lohnkosten für die Zeit der Weiterbildung gefördert werden. Bei oben bereits erwähnten berufsabschlussbezogenen Bildungsmaßnahmen sogar in vollem Umfang.

Ist der Qualifizierungsbedarf im Unternehmen so hoch, dass mindestens 10 % der Gesamtbelegschaft qualifiziert werden muss und liegt ein Qualifizierungsplan vor, kann es gemäß des "Arbeit von morgen Gesetz" zusätzlich noch einen Transformationszuschuss geben.

Qualifizierung ist auch Work Life Balance Maßnahme

Unzufriedenheit im Beruf, wird oft auch durch ein Gefühl des Festgefahrenseins hervorgerufen. Es drängt den Menschen von Natur aus zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und sich weiter zu entwickeln. Die Aussicht, vielleicht mit chronischer Unterforderung, seinem Beruf nachzugehen, demotiviert und kann im schlimmsten Fall sogar krank machen. Demotivation führt zu Abwanderung. Nicht umsonst gilt der Satz, dass ein Bewerber eine neue berufliche Herausforderung sucht, in Bewerbungen als Klassiker. Denn die sucht er wirklich, vor allem, wenn er sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewirbt. Ob vor Langeweile erkrankt oder aus Unzufriedenheit abgewandert, im Team entsteht eine Lücke, die zu Mehrbelastung anderer Mitarbeiter führt oder anderweitig im Unternehmen spürbar ist. Warum also nicht, das Qualifizierungschancengesetz nutzen und mit den Mitarbeitern auch mal über die Zufriedenheit und eigene Wünsche in der Personalentwicklung sprechen? Dies bringt den Angestellten Wertschätzung entgehen, steigert die Motivation und letztendlich auch die Arbeitsleistung. Zudem hält Lernen fit.

Ist der Mitarbeiter zufriedener und fühlt sich unterstützt dabei, seine beruflichen Ziele zu erreichen, schafft dies Loyalität und die Bereitschaft zur Abwanderung sinkt.

Bildungsbedarf feststellen und Weiterbildungen finden

Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur ist ein guter Ansprechpartner, wenn es darum geht, einen Bildungsanbieter zu finden und die Angebote aus dem Qualifizierungschancengesetz zu nutzen. Hier kann nach Besprechung der Voraussetzungen des Unternehmens auch recht unkompliziert berechnet werden, wie hoch die Förderung insgesamt sein wird.

Wie der Bildungsbedarf konkret einzuschätzen ist, kann entweder die Personalabteilung feststellen, indem sie Fragebögen entwerfen und Tests durchführen. In deren Auswertung wird dann der Mitarbeiter auch noch nach seinen Wünschen befragt und ein Personalentwicklungsplan für den Einzelnen erstellt. Doch auch Bildungsträger bieten inzwischen vermehrt an, den Bildungsbedarf in Unternehmen festzustellen und den Qualifizierungsplan zu erstellen, was den Transformationszuschuss sichern würde.

Die Freistellung von ganzen Teams oder Abteilungen für die Teilnahme an Weiterbildungen, kann im Unternehmen zudem sinnvoll genutzt werden, um Renovierungen durchzuführen, größere Wartungsarbeiten vornehmen zu lassen oder ganze Produktionsanlagen auszutauschen.

Gut qualifizierte Mitarbeiter sichern die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens und verbessern auch das Firmenimage in der Gesellschaft. Denn Kriterien wie die Mitarbeiterführung, der Umweltschutz und soziales Engagement, sind für Jobsuchende inzwischen fast ebenso wichtige Kriterien wie die Höhe des Gehalts.

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