Berufsalltag trotz Krankheit

HIV-Infizierte dürfen Erkrankung in der Regel geheimhalten

HIV-Infizierte können ihren Beruf in der Regel ganz normal weiter ausüben. Auch der Arbeitgeber muss nichts davon wissen. Doch es gibt Ausnahmen. Wichtigen Fragen und Antworten dazu: Muss man eine HIV-Infektion mitteilen? "Grundsätzlich nein", sagt Nathalie Oberthür, Arbeitsrechtsanwältin in Köln. Ausnahmen gibt es in nur wenigen Berufen. Etwa bei manchen chirurgischen Tätigkeiten gibt es für Infizierte Einschränkungen, wenn die Viruslast eine bestimmte Nachweisgrenze übersteigt, erklärt die Deutsche AIDS-Hilfe. Auch bei Tätigkeiten im Ausland kann HIV zum Problem werden. Manche Staaten verwehren längere Aufenthalte oder sogar die Einreise. Was passiert in so einem Fall? Wenn die Infektion die Eignung für den Job einschränkt, muss der Arbeitgeber zunächst versuchen, dies zu kompensieren – etwa mit der Versetzung in eine andere Abteilung. Ist das nicht möglich, darf er dem Mitarbeiter kündigen, erklärt Oberthür. Darf beim Bewerbungsgespräch danach gefragt werden? Nur eingeschränkt, sofern es für die Stelle wichtig ist, etwa wenn Arbeitseinsätze in Ländern mit Einreisebeschränkungen vorgesehen sind. Ansonsten sind solche Fragen nicht erlaubt, sagt Oberthür. "Dann darf man auch lügen." Was ist, wenn man oft lange krank ist? HIV kann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Wer sehr lange fehlt, kann krankheitsbedingt gekündigt werden.

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