Die Sporthalle wird zur Klinik

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In der Gmünder Großsporthalle werden 80 Betten für Corona-Infizierte bereitgestellt. Bei Bedarf kann die Kapazität auf 125 Betten erweitert werden.

In der großen Halle an der Katharinenstraße in Schwäbisch Gmünd wird alles für ein Ärztliches Notfallzentrum vorbereitet. Eine Fieberambulanz geht in Betrieb.

Schwäbisch Gmünd

Ein weiterer Schritt für den Kampf gegen die Corona-Pandemie im Raum Schwäbisch Gmünd. Das Ärztliche Notfallzentrum in der Großsporthalle ist startklar, die Fieberambulanz geht in Betrieb. Mit dem Zentrum gibt es im Ostalbkreis aktuell etwa 600 freie Betten für Corona-Patienten. 100 Betten in den Kliniken sind bereits belegt. 300 weitere stehen dort zur Verfügung. Jeweils 125 Betten sind in den beiden Notfallzentren in Aalen und Gmünd möglich, 50 weitere gibt es in Pflegezentren.

Landrat Klaus Pavel rechnet mit zwei bis drei harten Monaten, denn die Infektionszahlen stiegen noch. Am Freitag waren dies im Kreis 1165 Infizierte, 66 mehr als am Donnerstag. 17 Menschen sind im Kreis an Corona gestorben, zwölf davon Männer. "Wir sind noch lange nicht über den Berg", fasst Pavel zusammen, denn keiner wisse, ob nach der Lockerung eine zweite Welle komme.

Die Ärzte Dr. Erhard Bode, Dr. Bertold Schuler und Dr. Alexander Stütz erläuterten die Fieberambulanz. "Die Fieberambulanz soll Hausärzte entlasten", sagte Bode. Menschen, bei denen Symptome auftauchen, wenden sich weiterhin an den Hausarzt. Der entscheidet, ob er den Patienten in die Fieberambulanz schickt.

In der Fieberambulanz werden Daten aufgenommen, Blutdruck und Sauerstoff gemessen. Nach einer Untersuchung entscheidet einer der etwa 25 Ärzte, die dort im Wechsel Dienst tun, ob ein Abstrich gemacht wird, ob der Patient ambulant behandelt wird, ob er in eine Klinik oder in ein Notfallzentrum eingewiesen wird. "Überwältigt" sei er, sagte Stütz, von der Solidarität der Kollegen. Etwa 40 Ärzte und Pflegekräfte hätten sich gemeldet, um in Fieberambulanz und Notfallzentrum zu helfen.

"Wir rechnen in den nächsten Tagen mit einem weiteren starken Anstieg an Patienten", sagte der Chef der Ostalb-Kliniken, Prof. Dr. Ulrich Solzbach. Er begründete dies mit den Alten- und Pflegeheimen, die "ein bisschen eine tickende Zeitbombe" seien. Pavel und die Ärzte sehen den Kreis aber gut vorbereitet.

Das Ärztliche Notfallzentrum in Schwäbisch Gmünd bietet momentan 80 Betten in zehn Einheiten mit je acht Betten. 125 Betten können es maximal sein.

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