Eine Zeitreise 30 Jahre zurück

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Auf alten VHS-Kassetten entdeckt man heutzutage einige alte Filmschätze aus vergangenen Zeiten.

Wie historische Schätze aus analogen Zeiten heute digitalisiert werden können.

Analoge Audio- und Videoaufzeichnungen auf Magnetband sind seit rund 15 Jahren Geschichte. Selbst die bis in die 2000er-Jahre hinein so populäre VHS-Videokassette spielt im Alltag längst keine Rolle mehr. Denn anders als bei digitalen Aufnahmen wirken sich die technischen Beschränkungen des Videoformats und die physischen Veränderungen des Bandmaterials relativ stark aufs Bild aus.

Aber genau diese Imperfektion macht die Ästhetik von VHS-Aufnahmen aus, an die sich manche oder mancher gerne erinnern wird. So kommt es, dass das Internet Archive begonnen hat, VHS-Kassetten zu digitalisieren und zu archivieren – bislang schon mehr als 21 000 Stück in verschiedenen Sprachen, wenngleich Videos in englischer Sprache dominieren. Und alle Videos, Filme, Serien oder Dokumentationen lassen sich unter "The VHS Vault" online anschauen.

Es ist eine Zeitreise zurück ins Zeitalter der Bildröhren-Fernseher mit einer nahezu viereckigen 4:3 PAL-Auflösung und leichten Bildstörungen. Die sind dem analogen, alternden Bandmaterial geschuldet und maßgeblich für das nostalgische Flair, das selbst die digitalisierten VHS-Bänder noch versprühen. Gleiches gilt für den Ton, der bei VHS für die damalige Zeit eigentlich recht gut war: Die rotierenden Bandleseköpfe erzeugen meist ein signifikantes VHS-Knistern.

Inhaltlich könnte ein Youtube-Ausflug nicht spannender sein: Auch da finden sich Dokumentationen wie die zum Burning Man Festival 1994, B-Movies wie "Gozilla vs. Mothra" (1992), Kinderserien wie "Sponge Bob", "Achterbahn" oder "Power Rangers", aber auch Bootleg-Tapes von Konzerten oder Musikvideos bis hin zu kurzen Filmschnipseln wie dem legendären Verkehrsratgeber "Der 7. Sinn".

Als Non-Profit-Organisation sammelt das in San Francisco ansässige Internet Archive alle möglichen Kulturgüter in digitaler Form, um sie frei zugänglich für die Nachwelt zu erhalten. Auf den Servern des Archivs lagern schon unzählige Computerspiele, alte Internetseiten, digitalisierte Schallplatten, Programme und Filme.

Wer selbst alte VHS-Bänder digitalisieren möchte, der benötigt dazu eine spezielle Software, einen sogenannten "Video-Grapper". Damit lässt sich der analoge VHS-Vidorekorder mit dem PC verbinden. Solche Programme bieten Software-Firmen wie beispielsweise MAGIX oder CyberLink an. Mit einem Videoschnittprogramm wie Adobe Premiere, Vegas Movie Studio oder Cuttermaran können die Filmaufnahmen hinterher geschnitten, nachbearbeitet und gerendert werden. dpa/als

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