Entwicklungsgeschichte mitgeschrieben

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OB Michael Dambacher.

Grußwort des Ellwanger Oberbürgermeisters Michael Dambacher zum Jubiläum der Baugenossenschaft.

Wie kein anderes Land ist Deutschland bis heute von genossenschaftlichen Strukturen geprägt. So gibt es in unserem Land 7 500 Genossenschaften, von denen annähernd 2 000 als Wohnungsgesellschaften firmieren. Zu ihnen gehört auch die Ellwanger Baugenossenschaft, die in diesem Jahr ein besonders Jubiläum feiern kann: Geschäftsführung, Vorstand und Mitglieder können stolze hundert Jahre feiern. In dieser Zeit musste die Baugenossenschaft nicht nur auf zahlreiche Herausforderungen reagieren, sondern sie hat in diesem Jahrhundert auch städtische Entwicklungsgeschichte mitgeschrieben.

Als sich im Jahr 1921 die Mitglieder des Mietvereins für die Gründung einer Genossenschaft entschieden, herrschte nicht nur in Ellwangen eine akute Wohnungsnot. Die als Folge des I. Weltkriegs 1919 in Kraft getretenen Verordnungen des württembergischen Innenministeriums zur Bekämpfung der Wohnungsnot und die daraus resultierende Sozialisierung des Haus- und Grundbesitzes führten dazu, dass viele Hausbesitzer ihr Recht auf Eigentum beeinträchtigt sahen und sich deshalb zur Wahrung und gemeinsamen Vertretung ihrer Interessen zusammenschlossen.

Diese Beweggründe führten unter anderem auch in Ellwangen im Jahr 1919 zur Gründung des Vereins Haus und Grund, doch ließ die Positionierung der Hausbesitzer zugleich auch den Ruf nach erschwinglichem Wohnraum nochmals lauter werden. Zwei Jahre später wählten die Gründerväter der Ellwanger Baugenossenschaft deshalb das genossenschaftliche Prinzip zum Geschäftsmodell, Mitglieder beziehungsweise Mieter in den Mittelpunkt stellen sollte. Dieses Prinzip hat sich bis heute bewährt.

Beispielhaftes Engagement

Die Ellwanger Baugenossenschaft hat einen Weltkrieg, mehrere Wirtschafts- und Finanzkrisen und Währungsreformen unbeschadet überstanden. Sie hat durch beispielhaftes Engagement dafür gesorgt, dass viele Flüchtlinge nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs in Ellwangen ein neues Zuhause fanden, genauso wie viele Spätaussiedler zu Beginn der 90er Jahre mit modernem Wohnraum versorgt werden konnten. Die Siedlungen in der Braune Hardt, im Kellerhaus, im Mittelhof oder auch am Hungerberg und am Kleffelteich legen hiervon ein beredtes Zeugnis ab. Insgesamt hat die Baugenossenschaft bis heute über 2 900 Wohneinheiten erstellt.

In der Zeit ihres Bestehens hat sich die Baugenossenschaft immer an den sich ändernden Wünschen der Mieter an ihre Wohnungen und ihr Wohnumfeld orientiert und auch ihre Serviceleistungen ausgebaut. Mit der energetischen Verbesserung ihrer Gebäude und dem Einsatz von erneuerbaren Energien stellt sich die Baugenossenschaft auch der Herausforderung eines umwelt- und klimaverträglichen Wohnens.

Ihre eigentliche Aufgabe, den Mitgliedern „eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung“ zu garantieren, hat die Baugenossenschaft dabei aber nie aus den Augen verloren, denn sie plant solide, langfristig und nachhaltig. Sie ist zudem ein verlässlicher Partner der Stadtverwaltung und ein wichtiger Auftraggeber für das örtliche Handwerk. Mit der zentralen Lage ihres Büros, direkt neben dem Rathaus und mitten in der Altstadt, demonstriert die Baugenossenschaft ihre Verbundenheit mit der Stadt auch nach außen.

Im Namen der Stadt, aber auch persönlich gratuliere ich der Ellwanger Baugenossenschaft herzlich zu ihrem 100-jährigen Bestehen und wünsche den Verantwortlichen weiterhin eine glückliche Hand für ihre Entscheidungen.

Michael Dambacher

Oberbürgermeister

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