Erlebniswelt Kelten am Ipf schon ab 2024

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Der Krieger vor dem Kelten-Zentrum wird bald noch viel mehr Besucher begrüßen dürfen.

Bund, Land und der Ostalbkreis investieren in die Präsentation der keltischen Funde.

Bopfingen. Unterm Ipf, der einstmals einem keltischen Fürsten als Sitz gedient haben soll, tut sich was. Jüngst wurden Fördergelder aus Berlin, Stuttgart und dem Ostalbkreis für das Projekt "Erlebniswelt Kelten am Ipf" bewilligt. Es sollen Millionen investiert werden, um Geschichtsinteressierten spannende Einblicke in die Welt der Kelten rund Bopfingen zu vermitteln. Das keltische Erbe des Ipf soll erhalten und erweitert werden.

Neben einer Infrastruktur mit Gastronomie, einem kleinem Laden sowie Toiletten, sollen auch Veranstaltungen ermöglicht werden. Ganz modern wird ein Besucherzentrum errichtet, in dem die Besucher mit Virtual Reality in die Welt der Kelten eintauchen können.

Bereits 1869 wurden ersten Grabungen vorgenommen. Eduard Paulus entdeckte dabei Bruchstücke von altgermanischen Gefäßen. Dieses war der Nachweis, dass der Hausberg der Bopfinger bereits in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt war. Friedrich Hertlein führte 1907 weitere Grabungen durch und untersuchte die Wälle und entdeckte Trockenmauern mit senkrechten Holzeinbauten. Er brachte die Befestigungen in Verbindung mit dem Heidengraben aus der Spätlaténezeit.

Als 1969 eine Scherbe aus der Zeit um 500 vor Christus gefunden wurde, kam zum ersten Mal die Diskussion eines Fürstensitzes auf dem Ipf auf. Weiterhin wurde jedoch vermutet die Wallanlagen seien im Mittelalter gebaut worden. Für Klarheit sorgten dann die Grabungen durch Prof. Rüdiger Krause. Diese bestätigten, dass der Ipf mindestens seit der Spätbronzezeit (1200 bis 800 vor Christus) eine bedeutende Funktion innehatte. Der Ipf war ein überregionales Machtzentrum und ein wichtiger Knotenpunkt im Fernverkehrsnetz der Kelten.

Bis 2024 so rechnet man in Bopfingen, könne die Erlebniswelt fertig sein. Auch das Seelhaus in der Innenstadt wird dann für die Gäste einige keltische Kostbarkeiten bereithalten. Mit jährlich rund 10 000 Besuchern der Ausstellung wird gerechnet. Die Innenstadt soll ebenfalls vom keltischen Erbe profitieren, denn die Touristen wollen essen, trinken und übernachten, sie kaufen ein und werden auch die anderen Sehenswürdigkeiten in der Stadt besichtigen.

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Schon heute wird unterm Ipf in Nachbauten keltischer Häuser über die Funde aus vorchristlicher Zeit informiert.

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