Erste Hilfe – auch für vier Pfoten

  • Weitere
    schließen
+
Anhalten und nachschauen: Einem angefahrenen Haustier muss man helfen.

Kommt es zu einem Unfall mit einem Haustier, müssen Autofahrer anhalten und die Polizei informieren.

Einem alten Aberglauben zufolge bringt es Glück, wenn eine schwarze Katze von links kommt. Nähert sich das Tier von rechts, bedeutet das Pech. Man mag daran glauben oder nicht – falls das Tier aber über die Straße will, ist die Richtung egal: Es kann so oder so böse enden für die Katze. Aber auch Autofahrern drohen unangenehme Folgen, wenn sie sich falsch verhalten.

Falls es zum Zusammenstoß kommt, sollte man keinesfalls einfach weiterfahren. Es gelten die gleichen Regeln wie bei anderen Unfällen auch, sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV): "An sicherer Stelle anhalten, Warnblinker einschalten, Schutzweste anziehen, die Unfallstelle absichern und dann nachschauen, was mit dem Tier passiert ist."

Ist das Tier verletzt und der Besitzer offensichtlich nicht vor Ort, empfiehlt es sich, die Polizei zu informieren. "Die Polizei sorgt dafür, dass unverzüglich ein Tierarzt zur Unfallstelle kommt. Der wird dann nach einer ersten Untersuchung entscheiden, was zu tun ist", sagt Daniela Mielchen, Fachanwältin für Verkehrsrecht aus Hamburg.

unfallflucht kann teuer werden

Wer ein angefahrenes Tier einfach sich selbst überlasse, müsse sich unter Umständen Tierquälerei und Unfallflucht vorwerfen lassen. Und das kann eine empfindliche Geldstrafe von bis zu 25 000 Euro sowie Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister nach sich ziehen.

Tierschützer empfehlen, den Transport eines verletzten Tieres möglicherweise auch selbst zu übernehmen, um Zeit zu sparen. "Wer die Möglichkeit hierzu hat, sollte das Haustier auf eine Decke legen und es schnell zum nächsten Tierarzt bringen", sagt Hester Pommerening vom Deutschen Tierschutzbund. Zeige das Tier aber starke Abwehr- oder Drohreaktionen, sollte sich niemand in Gefahr bringen und stattdessen auf Hilfe durch die Polizei warten.

Manche Dienststellen würden über Chip-Lesegeräte verfügen, über die der Tierhalter ermittelt werden könne, sofern das Tier gechippt und in einem Haustierregister verzeichnet sei.

Ist es tot, sollten Autofahrer sich vergewissern, dass vom Tier keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer ausgeht – etwa, weil es mitten auf der Fahrbahn liegt.

Mit Anruf bei der Polizei auf der sicheren Seite

Werde die Polizei über den Unfall informiert, seien Autofahrer in jedem Fall auf der sicheren Seite, meint die Juristin. "Tiere werden juristisch als Sache behandelt, daher kann bei einem Unfall auch der Straftatbestand der Unfallflucht im Raum stehen."

Andererseits müssten Besitzer auf ihr Haustier aufpassen und dafür Sorge tragen, dass keine Gefahr von ihm ausgehe, so Mielchen. Die Verantwortung für einen Haustierunfall liege daher in der Regel beim Besitzer oder der Besitzerin des Tieres. Entsprechend müsse der Tierhalter beziehungsweise dessen Versicherung für Schäden aufkommen, die durch den Unfall am Auto entstanden sind.

wenn der Zusammenstoß nicht vermeidbar ist

Vermeiden lässt sich ein Unfall mit Haustieren häufig nicht. Oft passieren diese Zusammenstöße, weil ein Tier plötzlich und unvermittelt aus dem Gebüsch auf die Straße rennt. Dann hat der Autofahrer kaum Zeit zu reagieren. Falls doch, gilt die gleiche Regel wie bei plötzlich über die Landstraße rennenden Wildtieren.

"Auf große Ausweichmanöver sollte man verzichten, um nicht sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr zu bringen. Außerdem könnten die Tiere auch versuchen, in eine andere Richtung auszuweichen", sagt Tierschützerin Pommerening. Daher bleibe nur der Versuch, mittels einer Vollbremsung so schnell und gut zu bremsen, wie es geht. dpa

Zurück zur Übersicht: Unternehmen

WEITERE ARTIKEL