Für viel Leben im Sterben

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Vom Klostergarten aus zeigen Schwester Benedicta Ewald und Kloster-Geschäftsführer Manfred Welzel den Hospizneubau, der bis Frühsommer 2021 fertig sein soll.

Die Gmünder Tagespost sammelt im November und Dezember für die Ausstattung des Gemeinschaftsraums im Klosterhospiz.

Schwäbisch Gmünd

Das Hospiz im Kloster der Franziskanerinnen soll ein Ort werden, der für Menschen in der letzten Phase ihres Lebens da ist. Wenn alles läuft wie geplant, ist der Bau im Frühsommer 2021 abgeschlossen. Dazu gehört auch ein Gemeinschaftsraum, in dem Weihnachten, Geburtstage und andere Feiern abgehalten werden können. Denn auch, wenn die Besucher ins Hospiz kommen, um dort zu sterben, sollen sie gerade in dieser Lebensphase viel Leben spüren können.

Für das Klosterhospiz und speziell diesen Gemeinschaftsraum sammelte die Gmünder Tagespost bei ihrer Weihnachtsaktion 2020 Spenden. Zwar musste die Aktion anders ablaufen, als sonst – persönliche Gespräche und Übergaben sind nur eingeschränkt möglich. Dennoch beteiligten sich viele Personen und Einrichtungen, die das Projekt unterstützen wollen.

Ein Gewinn für die Region

So betonte Landrat Dr. Joachim Bläse etwa, dass das Hospiz ein Gewinn für die Menschen der Region sei. Denn: Es wird für den gesamten Gmünder Raum da sein und ist als Gemeinschaftsprojekt von 23 Kommunen konzipiert. Menschen, die nur noch palliativ behandelt werden, können dort aufgenommen und unterstützt werden – unabhängig von ihrem Glauben oder ihrem Alter. Ein großer Tisch in dem gemeinsamen Wohnraum wird den "Mittelpunkt" und das "Herz" der Einrichtung bilden, beschrieb Schwester Benedicta Ewald, die das Projekt Klosterhospiz für die Schwesterngemeinschaft leitet.

Dort können sich die Bewohner, deren Angehörige wie auch Mitarbeiter versammeln. Etwa "zum gemeinsamen Mahl, zum Feiern von Festen, zu Gespräch und Austausch über Freuden und Nöte". Aber auch das gemeinsame Kochen oder Backen mit den Ehrenamtlichen soll ermöglicht werden, um noch so viel Normalität wie möglich leben zu können. Der Gemeinschaftsraum wird ebenerdig mit den acht Zimmern der Bewohner verbunden sein, wie Projektkoordinatorin Dr. Angelika Daiker erläuterte. So können auch jene, die nicht mehr imstande sind, das Bett zu verlassen, über die offene Zimmertür Anteil am Leben dort nehmen.

Im Zuge der Weihnachtsaktion kamen in der Gmünder Tagespost viele Menschen zu Wort, die sich mit Trauer oder Tod befassen, oder aber generell die Relevanz des Hospiz sehen und hinter der Idee stehen. Darunter etwa Sterbe- und Trauerbegleiterinnen oder Kommunalpolitiker aus der Region. Und sie haben den gemeinsamen Konsens, dass die Menschen, die in der Einrichtung arbeiten und leben, Teil einer Gemeinschaft sind.

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