Heimat und Kultur – Kelten und Tourismus

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Der Bopfinger Marktplatz und ein Teil des Rathausareals. Archivfoto: mj

Dieses Jahr wird in die Geschichte Bopfingens eingehen: Die Ipfmesse ist der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Doch rund um den Ipf gibt es weitaus mehr als dieses gigantische Volksfest und die Stadt will ihre Entwicklung weiter vorantreiben und Chancen nutzen.

Bopfingen. Große Projekte werden derzeit in Bopfingen bewältigt. So wird der Umbau des Bildungszentrums im kommenden Jahr weitergehen. Die Ortsdurchfahrt in Unterriffingen wird nun nach Jahrzehnten angegangen und die Welkfeldstraße in Aufhausen wird ebenfalls saniert. Über 17 Millionen Euro werden allein in den Breitbandanschluss gesteckt. Der digitale Ausbau der Schulen wird ebenfalls über eine Million Euro verschlingen.

Aufbruch in die Zukunft

Doch diese Maßnahmen sind dringend nötig, um Bopfingen und seine Teilorte in die Zukunft zu führen. "Wir haben uns zu einer sehr attraktiven Stadt entwickelt", sagt Bürgermeister Dr. Gunter Bühler. Nicht nur die einzigartige Landschaft am Rand des Rieses zieht Besucher an.

Auch kulturell hat sich vieles getan. Stars wie Max Giesinger, Christina Stürmer oder Milow standen beim Open-Air im Stadtgarten auf der Bühne. In der Schranne finden ebenfalls Highlights mit Katrin Bauerfeind, Sky du Mont und Gaby Hauptmann statt.

Auch eine ausgefallene Ipfmesse schreckt die Bopfinger nicht ab. Kurzer Hand wird im kleinen Rahmen an verschiedenen Orten das Fest der Feste auch in Zeiten der Pandemie zelebriert. Autokino und Strandfeeling auf dem Sechtaplatz, es wird viel getan um der Bevölkerung ein normales Leben unter Corona-Bedingungen zu ermöglichen. "Wir haben gesehen, dass die Menschen vernünftig sind", sagt Bühler. So sind bisher alle Veranstaltungen sehr besonnen abgelaufen. "Dafür muss ich mein Lob aussprechen, wie diszipliniert die Menschen sind", betont das Stadtoberhaupt. Er ist zuversichtlich, dass in Bopfingen ein "normales" Leben natürlich wieder möglich wird. "Die Stadt wird mit ihren Angeboten verstärkt mithelfen", so Bühler.

Doch der Bürgermeister weiß auch, dass die nächsten Jahre schwierig werden: "Dieses Jahr können wir dank der Zuwendungen durch das Land Baden-Württemberg die Corona bedingten finanzielle Einbußen gut ausgleichen."

In den kommenden Jahren rechnet Bühler aber damit, dass sich die Lage deutlich verschärft. Die Dynamik der Wirtschaft hat ja insgesamt nachgelassen. Die Firmen gehen weniger finanzielle Risiken bei Investitionen ein und die Unsicherheit ist auch bei den Verbrauchern überall gegeben.

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Noch läuft das Bopfinger Gewerbe aber positiv. "Wir haben eine ganz andere Welt, als noch vor einem halben Jahr", sagt Dr. Gunter Bühler. Die Zahlen sind noch erfreulich stabil, doch die Rahmenbedingungen sind speziell. Verbraucher und Unternehmen sind vorsichtig geworden. Das vergangene Jahr hatte eine vielversprechende Entwicklung. Der neue Ipftreff war ein großer Impulsgeber für den Standort Bopfingen. Der Einzelhandel profitierte davon. Das Einzugsgebiet hat sich durch den neuen Magneten erweitert. Nun gelte es den hohen Zulauf auch für die Innenstadt in Wert zu setzen.

Der Ipf als Tourismusmagnet

Durch Corona wird deutlich mehr Urlaub in und um Bopfingen gemacht.

Dr. Gunter Bühler, Bürgermeister

Großes Potenzial für Bopfingen sieht Bürgermeister Dr. Gunter Bühler im Ipf. "Durch Corona wird deutlich mehr Urlaub in und um Bopfingen gemacht." Ob zum Wandern oder Radfahren, die Touristen haben die einzigartige Landschaft um Bopfingen entdeckt. Wandern in den Sechtaauen oder auf dem Mühlenweg, radfahren im Ries oder auf dem Härtsfeld, Bopfingen entwickelt sich zu einer Touristen-Stadt. "Natürlich wollen wir hier kein Venedig werden", lacht Bühler.

Doch allein im Verbandsgebiet des Ferienlandes Donau-Ries leben allein rund 3000 Menschen vom Tourismus. Das ist immerhin ein Großbetrieb. Bopfingen ist Mitglied in diesem Verband. "Jeder Gast lässt durchschnittlich am Tag bis zu 100 Euro liegen", rechnet der Schultes. Allein auf dem Ipf sind bisher schon knappe 8000 Besucher pro Jahr. Er sieht eine große Chance durch die Kelten weit über diese Zeit hinaus. "Wir können viel Bewegen", sagt Bühler. Durch die Förderung durch das Land kann unter dem Ipf ein ansprechendes Kelten-Informations-Zentrum entstehen. Das kann auch für Gastronomie und Hotels wichtige Impulse setzen. Durch die Kelten könnten etwa 10 000 Besucher nach Bopfingen kommen, rechnet Bühler.

Bopfingen wird auch als Wohnort immer attraktiver. Die Baugebiete erfreuen sich großer Nachfrage. In allen Teilorten hat die Stadt für neue Möglichkeiten gesorgt, um jungen Familien die Gelegenheit zu geben, um den Ipf heimisch zu werden. Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung daran, neue Baugebiete ausweisen zu können. In der Stadt ist deutlich zu spüren, dass Bopfingen als attraktiver Lebensraum nachgefragt ist. In allen Bereichen ist Bopfingen auf einem guten Weg in die Zukunft. Michael Scheidle

Der Blick auf Bopfingen aus Richtung des Ries: In der Mitte die Burgruine Flochberg, rechts der Ipf.
Es wird gebaut unterm Ipf. Die Nachfrage nach Bauland ist in den vergangenen Jahren gestiegen.
Ganz konnten die Bopfinger in diesem Jahr nicht auf ihre Ipfmesse verzichten und feierten kurzerhand die "kleine Ipfmesse".

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