Im Kampf gegen das Virus

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Nachdem Masken immer knapper werden, hat sich auch eine Gruppe von Bopfinger Lehrern zusammengefunden, die Mund-Nase-Bedeckungen näht und dann in Pflegeheimen verteilt.
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Im Aalener Greut eröffnen eine Fieberambulanz und ein ärztliches Notfallzentrum. Die Bevölkerung näht wie wild Masken aus Stoff.

Aalen

Was man sich vor wenigen Wochen noch nicht vorstellen konnte, wird im April Realität. Die Klinken des Ostalbkreises rüsten sich gegen die drohende Überfüllung der Intensivstationen. Man will vorbereitet sein für den Fall eines sprunghaften Anstiegs von Covid-19-Patienten. Vorausschauend Platz schaffen für die, die vielleicht wegen schwerer Krankheitsverläufe stationär und sogar intensiv behandelt werden müssen.

Auf dem Greutplatz entsteht in der Ulrich-Pfeifle-Halle in Zusammenarbeit zwischen den Kliniken Ostalb, den Kreisärzteschaften, dem Malteser Hilfsdienst, den DRK-Kreisverbänden und dem Landratsamt zu sehen ein ärztliches Notfallzentrum und eine Fieberambulanz. Start ist am, 4. April, geöffnet täglich von 8 bis 19 Uhr – auch sonn- und feiertags, also auch über die Osterfeiertage. Bis zu 125 Betten können dort belegt werden. Sauerstoffzufuhr ist möglich.

Wie lang die Bettenkapazitäten in den Kliniken des Kreises ausreichen werden, weiß niemand – 42 Patienten liegen zu diesem Zeitpunkt auf den Intensivstationen. Neun davon an Beatmungsgeräten, 40 Beatmungsplätze gebe es insgesamt, wie Klinikchef Professor Ulrich Solzbach berichtet. "Es ist eine gewaltige Herausforderung", kommentiert zu dieser Zeit Landrat Klaus Pavel die Lage. Eine solche Aufgabe habe es in den letzten 70 Jahren nicht gegeben. Gewaltig ist aber auch die Hilfsbereitschaft. Über 40 Ärzte – weitgehend im Ruhestand – und 71 Pflegekräfte, die nicht mehr in diesem Beruf arbeiten, hätten sich auf den Aufruf des Landratsamts hin bereit erklärt, in dieser Krise mitzuhelfen, informiert Pavel.

Es ist eine gewaltige Herausforderung.

Klaus Pavel im April noch Landrat

Nach dem ersten Wochenende haben 52 Patienten die Ambulanz besucht, bilanziert Wolfgang Schlipf, der als niedergelassener Arzt für die Kreisärzteschaft federführend die Anforderungen an die Ausstattung der Ambulanz mitentwickelt hat. "Alle Patienten bekommen bereits an der Einfahrt vom Sicherheitsdienst einen Mundschutz ausgehändigt", erklärt der Arzt. Und direkt am Eingang müssten sie sich die Hände desinfizieren. Oberstes Ziel sei, dass sich dort niemand ansteckt. Am Dienstagvormittag nach diesem ersten Wochenende insgesamt 63 Patienten mit Corona-Verdacht oder bestätigter Corona-Erkrankung in den Kliniken Ostalb stationär aufgenommen. 18 auf den Intensivstationen. Mittlerweile verzeichnet der Ostalbkreis sieben Todesfälle, die in Zusammenhang mit dem Virus stehen.

"Auf die Maske, fertig, los ..."

Ab Montag, 27. April, gilt dann Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr. Überall im Land. Doch Masken sind Mangelware und so sind schon zuvor auch in Ostalbkreis zahllose Wohnzimmer zu Nähstuben geworden. Bereits Anfang April kommen beispielsweise durch einen Aufruf der Ellwanger Initiative "Auf die Maske, fertig, los…" nach wenigen Tagen bereits 295 Masken zusammen. Diese werden an soziale Einrichtungen, Pflegeheime und pflegende Angehörige weitergegeben. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist riesig.

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