Heuchlingen im Portrait

Nach den Ferien öffnet die Mensa im Kiga

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Die neue Ortsmitte von Heuchlingen mit (von links) der Leintalschule, der Sporthalle, dem Kindergarten „Arche Noah“, dem neuen Kleinspielfeld und umgestalteten Spielplatz. Außerdem gibt es Sitzstufen an der Lein und neue Beleuchtung, auch die W

Allein um die neue Ortsmitte wird Heuchlingen beneidet. Kindergarten, Schule, Sportanlagen - alles liegt zentral in der Gemeinde. Es ist eine lebenswerte Gemeinde, die keinen Hehl daraus macht, dass sie mit knappen Mitteln haushalten muss.

Heuchlingen. Nicht umsonst wird Hechlingen gerne als „Perle des Leintals“ bezeichnet. Fast 70 Prozent des Gemeindegebiets besteht aus Landwirtschaftsfläche. Es ist idyllisch. Aber Bürgermeister Peter Lang macht keinen Hehl daraus, dass seine Gemeinde nicht auf Rosen gebettet ist. „Wir sind ein reiner Wohnort“, erklärt Lang, „und hängen ganz am Tropf des Finanzausgleichs.“ Und schiebt mit einem Augenzwinkern nach: „Geht es Baden-Württemberg gut, geht es Heuchlingen gut.“

Neue Dorfmitte

Auch wenn die kleine Gemeinde keine großen Sprünge machen kann, hat sie dennoch einiges zu bieten. Am augenfälligsten ist die neue Dorfmitte. Auf einem geradezu parkähnlichen Areal entlang der Lein stehen hier die Leintalschule, die Gemeindehalle, Sportanlagen, ein nagelneuer Spielplatz und der neue Kindergarten. Der Kindergarten „Arche Noah“, die größte Investition der Gemeinde seit Jahren, wurde im Januar 2020 eröffnet. Und, es ist Corona geschuldet, hat bis heute noch nicht seinen vollen Betrieb aufnehmen können. Denn zum neuen Kindergarten gehört eine Mensa, die künftig auch den Kindern der benachbarten Schule offen stehen soll. Erstmals soll nach den Sommerferien mit der Essensausgabe begonnen werden, vorerst immer dienstags und donnerstags. Langfristig könnte dann in Kindergarten und Grundschule eine reguläre Ganztagesbetreuung entstehen, aber das soll sich erst entwickeln. „Wir wollen das Stück für Stück ausbauen, wenn die Nachfrage da ist“, sagt Bürgermeister Lang.

Die Zehntscheuer

Ein Projekt, das sich in Zukunft zu einem Aushängeschild der Gemeinde entwickeln könnte, ist die Zehntscheuer. Das Unternehmen ist aber für die Heuchlinger nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Das stattliche Gebäude samt großzügiger Freifläche hat der verstorbene Vorbesitzer der Gemeinde vermacht. Doch die steht nun vor drei sehr grundsätzlichen Problemen: Erst einmal muss geklärt sein, welche Funktion das Gebäude künftig haben soll? Als Nächstes, wie kann eine angestrebte öffentliche Nutzung mit dem Denkmalschutz vereinbart werden? Und als Drittes: Wie soll alles finanziert werden?

Bürgermeister Lang ist sich sicher, dass das Gebäude für einen stattlichen Betrag an einen Investor veräußert werden könnte. Aufgrund der Schenkung an die Gemeinde sieht er jedoch das klare Ziel darin, es in Gemeindebesitz zu halten. Deshalb wollen sich er und der Gemeinderat mit einer Entscheidung Zeit lassen. Denn, so betont Peter Lang: „Der erste Schuss muss sitzen.“

Gute Grundversorgung

Gewerbe heißt in Heuchlingen vor allem: Handwerk. Das heißt auch, dass relativ wenige ansässige Betriebe unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie zu leiden hatten. Die Grundversorgung der Bevölkerung ist gut. Zudem ist die Gemeinde Mögglingen nur wenige Kilometer entfernt. „Da haben wir sogar unseren Bahnhof“, sagt Bürgermeister Lang.

Neues Baugebiet

In dieser Woche hat die Firma Georg Eichele mit den Erschließungsarbeiten für den ersten Bauabschnitt im neuen Baugebiet „Lindenbrunnen“ begonnen. Laut aktueller Planung können dann im August 2022 private Bauherren mit dem Hausbau starten. Bewerbungen um die Zuteilung eines der 20 Bauplätze in der ersten Vergaberunde sind bis 19. September 2021 möglich.

Mit der Vergabe von Bauplätzen ist man in Heuchlingen zurückhaltend, trotz der aktuell großen Nachfrage im ganzen Land. Was oft nicht gesehen wird ist, dass die auch mit Kosten für die Gemeinde verbunden ist. So stehen bald wieder größere Investitionen in der Gemeinde an, und zwar in den Wohngebieten, die in den 60er- und 70er-Jahren erstellt worden sind. Hier sind die Straßen und die darunter vergrabene Infrastruktur, wie die Abwasserkanäle, in die Jahre gekommen.

Und das kostet richtig Geld. Geld, das die Gemeinde nicht so einfach ausgeben kann, weiß Lang, der seit 19 Jahren Bürgermeister von Heuchlingen ist. Doch er betont, dass er in all den Jahren in Zusammenarbeit mit Kämmerer und Gemeinderat immer sparsam mit den finanziellen Mitteln umgegangen sei. „Wir haben hier keine Luxusgüter“, unterstreicht der Bürgermeister. Ziel ist eine ausgewogene Infrastruktur. Nach Jahren, in denen der Hochbau im Ort dominant war, sei nun eben wieder der Tiefbau an der Reihe.

Gerätewagen für die Feuerwehr

Doch die nächste größere Anschaffung steht trotzdem schon fest: Über 300.000 Euro sollen für einen neuen Gerätewagen ausgegeben werden. Die Neuanschaffung ist auch ein Beitrag zur Ausstattung der kooperierenden Wehren in der Verwaltungsgemeinschaft Rosenberg, zu der Heuchlingen gehört. Das neue Fahrzeug ist besonders für Einsätze bei Überschwemmungen und Unwettern ausgerüstet. Keine Überraschung, hier, wo sich das Dorf in das enge Tal der Lein zwängt.

Hochwasserschutz im Leintal

Über die Gefahren des Wassers in engen Tälern wurde in den vergangenen Monaten, nach den Flutkatastrophen, viel gesprochen. Die Lein habe man gut unter Kontrolle, meint Bürgermeister Peter Lang. Der Hochwasserschutz ist seit 1957 die Aufgabe des Wasserverbands Kocher-Lein, der kontinuierlich die Schutz- und Regeltechnik ausgebaut und modernisiert hat. Doch hundertprozentige Sicherheit wird es wahrscheinlich nie geben. Aber vernünftige Entscheidungen. Ein vor Jahren geplantes Gewerbegebiet, leinabwärts Richtung Laubach, wurde wieder aus der Planung genommen. Dem Fluss sollte Platz gelassen werden.

Lebenswert und schön

Mit der Remsbahn in Mögglingen ankommen, um sich mit dem Rad ins Leintal aufzumachen - das ist keine schlechte Idee. Der Leintalradweg ist gut ausgebaut. Und der „Grüne Pfad - rund ums Leintal und Frickenhofer Höhe“ führt Interessierte auf sechs Rundwegen durch eine wunderschöne Landschaft, die mit atemberaubenden Ausblicken und wertvollen Kulturgütern aufwarten kann. Und lärmende Industrieansiedlungen sind, wie gesagt, hier nicht zu finden. „Wir sind einfach eine reine Wohngemeinde“, unterstreicht der Bürgermeister. „Wir haben ein tolles Vereinsleben mit vielen Ehrenamtlichen. Und für die Menschen ist die Gemeinde auch durch die Nähe zu Aalen und Gmünd attraktiv. Also ein richtiges Idyll im Leintal,“ freut sich Bürgermeister Peter Lang. wom

Die Zehntscheuer von Heuchlingen hat großes Potenzial für die Gemeinde, ist jedoch auch mit vielen Problemen behaftet.ÌÌFoto: jan

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