Sieger und Verlierer

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Noch bevor die letzten Wahlbezirke ausgezählt sind, steht am Abend des 2. Februar fest: Ronald Krötz (2. v. l.) ist neuer Alfdorfer Bürgermeister. Noch-Amtsinhaber Michael Segan gratuliert - und ist danach nicht mehr gesehen im Alfdorfer Rathaus.

Die Entscheidung der Alfdorfer für Ronald Krötz fällt deutlich aus. Amtsinhaber Michael Segan glänzt nach seiner Wahlschlappe durch Abwesenheit.

Alfdorf

Der Urbacher Polizeihauptkommissar Ronald Krötz holt am 2. Februar 68,08 Prozent der Stimmen bei der Alfdorfer Bürgermeisterwahl. Mit 30,08 Prozent der Stimmen erleidet Amtsinhaber Michael Segan eine Wahlschlappe und ist nach zwei Amtszeiten abgewählt.

"Was soll ich noch sagen?", meinte Segan. Letzte öffentlich geäußerte Worte, nach denen er sofort den Saal verließ, als das Endergebnis feststand. Da hatte er bereits nur noch höflich ausgeharrt. Bereits 20 Minuten zuvor, als die Mehrzahl der Wahlbezirke ausgezählt war, hatte er Krötz per Handschlag gratuliert. Der sich, als das vorläufige amtliche Endergebnis per Beamer an der Wand prangte, nicht nur bei Familie, Freunden und Unterstützern bedankte. Sondern auch bei Segan "für den sehr fairen Wahlkampf und für das, was er hier in den letzten 16 Jahren geleistet hat".

Bereits, als der erste ausgezählte Alfdorfer Wahlbezirk mit 34,17 Prozent für Segan und 63,61 Prozent für Krötz eine deutliche Tendenz erahnen ließ, war es mucksmäuschenstill im Ratssaal geworden, wo sich dicht an dicht Bürger, Freunde und Familien der Kandidaten drängten. Außerdem der Plüderhäuser Thomas Hornauer, der hier wie auch bei der Bürgermeisterwahl in Lorch als Kandidat mitmischte.

Was soll ich noch sagen?

Michael Segan, abgewählter Bürgermeister

Die Reihe der Gratulanten wollte nicht abreißen, sodass es eine Weile dauerte, bis Krötz im Schlosshof angekommen war. Dort waren unter anderem einige seiner künftigen Kollegen zum Gratulieren erschienen – wenn auch mancher bedröppelt schaute ob dessen, was Segan widerfahren war. Ein Trend der Zeit sei es, dass die Alfdorfer sich für einen neuen Bürgermeister entschieden, fand Karl Bühler, der selbst nach 24 Jahren im Amt zwei Wochen später in Lorch nicht mehr zur Bürgermeisterwahl antrat. Und traf die Stimmung damit ziemlich genau. "Frischer Wind tut immer wieder gut", meinte etwa eine Alfdorferin, die vor dem Rathaus ausgeharrt hatte.

Viel schneller als vorgesehen räumte Segan seinen Chefsessel. Am Montag nach der Wahl meldete er sich zunächst krank, die verbleibende Zeit bis zu Krötz' Amtseinsetzung baute er restlichen Urlaub ab. So schmissen Verwaltung und Bürgermeister-Stellvertreter den Laden, bis Krötz am 28. April das Heft in die Hand nehmen konnte.

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