Waldstetten will säen, um zu ernten

  • Weitere
    schließen
+
...die Verwaltung zieht ins Interimsrathaus (hier: Richtfest)...
  • schließen

Warum das geplante, rund 13 Millionen Euro teure, neue Rathaus nur eine von vier zentralen Investitionen sein soll, um die Ortsmitte weiter zu beleben – und wie es den Betrieben am Standort geht.

Am 1. Mai feiert Michael Rembold ein besonderes Jubiläum. Dann ist er seit 20 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Waldstetten. Seither hat die Kommune eine kontinuierlich gute Entwicklung genommen, doch Rembold hat mit seiner Gemeinde und dem Gemeinderat noch viel vor. "Nur wer sät, kann ernten", gibt der Bürgermeister als Devise für die kommenden Jahre aus.

Das heißt vor allem: Waldstetten wird weiter investieren. "Ein deutlicher Schwerpunkt wird wie in der Vergangenheit auf der Bildung und der Kinderbetreuung liegen." So zahlt sich eine Entscheidung der Gemeinde aus dem Jahr 2015 der Gemeinde vor allem in der Corona-Krise aus.

Bereits vor einigen Jahren entschieden sich der Gemeinderat und Rembold für massive Investitionen in die Schulen vor Ort. Die Gemeinschaftsschule wurde erweitert, insgesamt flossen zehn Millionen Euro in die Einrichtung, doch nicht nur in Steine wie eine neue Mensa, auch in die Ausstattung investierte die Gemeinde massiv, schob so die Digitalisierung aktiv voran. "Dank der Entscheidung von damals war der Umstieg auf das Homeschooling in der aktuellen Lage problemlos möglich." Die Franz-von-Assisi-Schule wurde bereits vor zehn Jahren auf den neusten Stand gebracht.

Zudem hat Waldstetten in den vergangenen Jahren jeden Kindergarten auf der Gemarkung modernisiert und teilweise erweitert. "Investitionen in die Bildung zahlen sich immer aus", sagt Rembold. "Schließlich sind es Investitionen in die Zukunft." Bald soll auch die Grundschule in Wißgoldingen modernisiert werden. Überregional bekannt ist Waldstetten zudem durch die Musikschule, die regelmäßig die landesweit besten Percussionisten hervorbringt.

Investitionen in die Bildung zahlen sich immer aus.

Michael Rembold

Nicht nur deshalb bleibt Waldstetten als Wohngemeinde extrem beliebt. Bauplätze in Neubaugebiete sind regelmäßig schnell vergeben – im Kern- wie in den Teilorten –, es gibt zudem kaum Leerstände. "Wir sind eine familienfreundliche Gemeinde mit Wohlfühlfaktor", sagt Rembold. Neubaugebiete entwickelt Waldstetten stets gleichmäßig, der Kernort wechselt sich mit den größeren Teilorten Wißgoldingen und Weilerstoffel ab.

Kräftig investiert hat die Gemeinde auch in den Breitbandausbau. Den Startschuss gab einst die Versorgung der ansässigen Betriebe, heute sind die Unternehmen per FTTH angeschlossen, und damit, wie Rembold sagt, "optimal versorgt", auch die Versorgung der Wohnhäuser ist beinahe abgeschlossen. Der Antrag zur Förderung des Anschlusses der Gehöfte an das schnelle Internet ist gestellt, von den rund 5,5 Millionen Euro an Kosten werden laut Bürgermeister rund 90 Prozent von Bund und Land übernommen. "Der komplette Breitbandausbau in der gesamten Gemeinde ist eine wichtige Daseinsvorsorge." Von diesen Investitionen profitiert auch die Wirtschaft. "Die ist ohnehin sehr gut aufgestellt", findet Rembold.

Mehr als 50 Betriebe sind in Waldstetten zu Hause

Leicht wird seinen Hauptstandort weiter in Waldstetten haben.

Michael Rembold

Insgesamt rund 1800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten in den mehr als 50 Unternehmen, die meisten in den größten Unternehmen Leicht und PTS. "Derzeit investieren viele Betriebe trotz Corona-Krise in ihre Infrastruktur", erklärt Rembold. Bei PTS entsteht aktuell eine neue Halle, Leicht hat in den vergangenen Jahren den Stammsitz massiv gefördert und ausgebaut – die jüngste Rekordinvestition indes fand indes auf dem Gmünder Gügling statt. Dort entstand in nur kurzer Zeit das Werk 2, mit dem Leicht die Zukunft der Küchenproduktion einläuten will. Waldstetten konnte Leicht schlicht eine Fläche mit ausreichender Größe bieten, auf dem Gügling fand der Küchenbauer dann die benötigten fast zehn Hektar. "Es ist schön, dass Leicht eine solche Großinvestition vor unserer Haustüre tätigen konnte. Wir haben bei der Ansiedlung Hand in Hand und vertrauensvoll mit der Stadt Gmünd zusammengearbeitet." So blieben viele Arbeitsplätze auch in Waldstetten erhalten. "Leicht wird seinen Hauptstandort weiter in Waldstetten haben", sagt Rembold.

Die Krux der Kessellage der Hauptgemeinde wirkt sich auch auf die Entwicklung der Gewerbeflächen aus. Aktuell hat Waldstetten keine freien Flächen für neue Firmen, auch perspektivisch wird man nicht mehr als fünf Hektar erschließen können, sagt Rembold. Der Fokus gilt deshalb den anwesenden Firmen. "Viele Betriebe wie Leicht, PTS oder auch Kärcher entwickeln sich dynamisch und investieren in den Standort, jedoch bleibt natürlich abzuwarten, wie sich die Corona-Krise einerseits und der Transformationsprozess in der Autoindustrie andererseits auf die anwesenden Zulieferer auswirken wird. Wir sind aber optimistisch, dass es keinen Wgroßen Einbruch geben wird." Die Corona-Krise wirkt sich natürlich auch auf die Kommune selbst und vor allem deren Haushalt aus.

Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold.
So könnte das neue Gebäude der KSK Ostalb in Waldstetten aussehen.
Das derzeitige Rathaus wird bald abgerissen...
...um in einigen Jahren ins neue einzuziehen.

Zurück zur Übersicht: Unternehmen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL