Wohnen und Arbeiten an einem Ort

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Blick auf das Neubaugebiet Hungerbühl am östlichen Ortsende von Unterkochen, in dem neuer Wohnraum geschaffen wird.

Zum 1. Januar 1973 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Unterkochen in die Kreisstadt Aalen eingemeindet. Seitdem hat sich Unterkochen zu einer Ortschaft entwickelt, wo Industrie, Wohnen und Erholung zusammenwachsen.

Aalen-Unterkochen. Der Ort Unterkochen gehe auf ein einstiges herrschaftliches Dorf zurück, das im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt worden sein soll, erklärt Unterkochens Ortsvorsteherin Heidemarie Matzik. Die Siedlung entstand damals um die "Kocherburg", deren Ruinen nach der Zerstörung im Jahre 1645 heute noch am Albtrauf, zwischen dem Weiler Glashütte und dem Kocherursprung, ersichtlich sind.

Seit der Industrialisierung haben sich in Unterkochen einige wichtige Industriezweige angesiedelt, vor allem im Bereich der Metall- und Papierverarbeitung. "Der Kocher lieferte viel Wasser, mit dessen Energie die Papiermühlen und Eisenschmieden betrieben werden konnten", führt Matzik weiter aus, und ergänzt: "Unterkochen war daher spätestens seit dem 19. Jahrhundert ein beliebter Wohnort, weil eben auch große Arbeitgeber vorhanden waren." Mit zu diesem Aufschwung beigetragen hat sicherlich auch der Bau der Brenzbahn von Aalen nach Ulm, die im Jahre 1864 eröffnet wurde. Noch heute nutzen einige Unterkochener Betriebe die Bahn zur Güterverladung.

Ein Relikt dieser industriellen Ära hat bis heute überlebt: Die Dorfmühle, eine einstige Papiermühle, verfügt nach wie vor in ihrem Inneren über die kompletten Einrichtungen und Antriebe von damals. In Betrieb ist sie freilich längst nicht mehr, vielmehr fungiert sie als historisches Denkmal.

Anpassungen an die moderne Zeit

Natürlich bleibt die Zeit auch in Unterkochen nicht stehen; so entwickelt sich Aalens südlichster Stadtteil kontinuierlich weiter. Als wichtigstes Projekt nennt Heidemarie Matzik hier die Modernisierung der Kocherburgschule. Insgesamt werden hier rund 9,5 Millionen Euro investiert. Mitte 2021 soll mit Abschluss des dritten Bauabschnittes die Sanierung abgeschlossen sein. Danach soll die Grundschule in die Kocherburgschule mit einziehen, sodass in der Gesamtschule die Klassen 1 bis 10 untergebracht sind. Bei der Modernisierung sind, neben der Einhaltung aktueller Brandschutzauflagen und energetischer Sanierung, auch der Einbau moderner digitaler Whiteboards anstelle der früheren Kreidetafeln sowie neue Sanitärräume umgesetzt worden. "Die Kocherburgschule wird künftig eine Vorzeigeschule im Stadtgebiet Aalen sein", so Heidemarie Matzik.

Die Nachfrage nach Wohnungen ist in Unterkochen ebenfalls groß. Im Neubaugebiet Hungerbühl, am östlichen Ortsende von Unterkochen gelegen, konnten 20 neue Bauplätze geschaffen werden. Hier hat, wie Matzik erklärt, die Deutsche Reihenhaus AG fünf Bauplätze erworben und wird somit auch die Nachfrage nach kostengünstigem Wohnraum befriedigen.

Seniorengerechtes Wohnen

Unterkochen liegt zu einem größeren Teil an einem Berghang. Daraus resultieren steile Straßen und Grundstücke mit vielen Treppen – zweifellos für die ältere Generation nicht ganz unproblematisch. Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung vor vier Jahren einen lokalen Ortsbus ins Leben gerufen, mit dem Senioren für vier Euro pro Fahrt etwa zum Arzt oder zum Einkaufen fahren können. Die Aufgabe übernimmt ein Taxiunternehmen, das Angebot werde laut Matzik gut angenommen. Zudem erstellt der Malteser Hilfsdienst in der Waldhäuser Straße ein neues Heim für betreutes Wohnen; dort soll nach Fertigstellung auch der neue "Kindergarten am Kocherursprung" mit einziehen.

Kocher bekommt Sonne und Luft

Zukunftsmusik, aber für die Jahre ab 2021 ebenfalls vorgesehen, ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses und damit verbunden in einem weiteren Bauabschnitt die Freilegung und Renaturierung des Kochers in Unterkochen. Mit dem neuen Feuerwehrhaus sollen die Ausrückzeiten und die Arbeitsbedingungen der Floriansjünger deutlich verbessert werden. Der freigelegte Kocher soll das Ortsbild verbessern und mehr Lebensqualität schaffen. als

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Die Gegend um den Kocherursprung ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.
Die Wallfahrtskirche St. Maria ist ein von weitem sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde.
Derzeit im Bau befindet sich ein Seniorenheim, das auch einen neuen Kindergarten beherbergen wird.

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