Bildung und Demokratie für alle an der VHS

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Den ganzen Tag über finden in der Gmünder Volkshochschule am Münsterplatz Kurse statt. Weit vorne bei den Unterrichtseinheiten liegen die Integrationskurse.

Die kritische Auseinandersetzung mit Ideologien und die Erziehung zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern ist eine der Aufgaben, welche sich die VHS seit inzwischen 75 Jahren auf die Fahne schreibt.

Schwäbisch Gmünd. 176 Seiten umfasst das neue VHS-Programm im Jubiläumsjahr. Kultur und Gesellschaft, Gesundheit und Fitness, Sprachen und Integration, Berufliche Bildung und EDV: Mit 40 000 Unterrichtsstunden pro Jahr gehört die Gmünder VHS zu den 15 größten Volkshochschulen in Baden-Württemberg.

Jährlich sorgen rund 350 Dozenten und Kursleiterinnen und -leiter für ein breitgefächertes Angebot. Aus einem Pool von 500 Dozenten kann geschöpft werden. Das VHS-Team umfasst 25 angestellte Mitarbeiter, im Gmünder Raum ist die Volkshochschule an 27 Standorten vertreten, 30 ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter sind dort tätig.

Bildung und Demokratie für alle

„In den vergangenen 75 Jahren haben wir inhaltlich und größenmäßig expandiert“, sagt VHS-Leiterin Ingrid Hofmann. „Immer gleichgeblieben ist aber in all den Jahren das Credo: Bildung und Demokratie für alle“, fügt sie hinzu. Die kritische Auseinandersetzung mit Ideologien und die Erziehung zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern sei wichtiger denn je, deshalb sei die politische und kulturelle Bildung in der VHS sehr ausgeprägt.

Als Beispiel dafür, dass die ganze Bandbreite abgedeckt wird, nennt die VHS-Leiterin Ingrid Hofmann einerseits das Podiumsgespräch mit Joachim Gauck, Bundespräsident a. D. am 29. Oktober und andererseits „Politik - einfach erklärt“, das mit der Stiftung Haus Lindenhof vor jeder Wahl mit den Kandidatinnen und Kandidaten angeboten wird. Politische Bildung findet auch in Gesprächen in den Integrationskursen statt, die Helmut Schwimmbeck aufgebaut hat: „Zwar sind die Teilnehmerzahlen bei den Gesundheitskursen am höchsten, bei den Unterrichtseinheiten liegen die Integrationskurse aber weit vorne.“ Jede dritte Stunde sei Deutsch als Fremdsprache.

Gewandelt hat sich bei der Gmünder VHS der berufliche Bereich. Wurden in den 2000er Jahren viele Angebote in Kooperation mit dem Arbeitsamt gemacht, trat seit 15 Jahren eine Veränderung ein – aus demografischen Gründen, aber auch, weil mittlerweile fast jeder früh mit Computern zu tun hat. Deshalb stehen in diesem Bereich Spezialthemen wie Datensicherung im Vordergrund.

Früher waren Kurse an der VHS reine Abendkurse, heute ist das Haus am Münsterplatz den ganzen Tag mit Leben gefüllt. Im großen Raum unterm Dach, seit neuestem ausgestattet mit Whiteboard, lernen zum Beispiel jeden Vormittag die Teilnehmer des „Bildungsjahres für erwachsene Flüchtlinge“. Zu einem beliebten Ort der Begegnung hat sich auch die Cafeteria entwickelt – nicht nur für die Kursteilnehmer, sondern auch für externe Besucherinnen und Besucher.

Hybrid-Veranstaltungen

Eine große Herausforderung für das ganze VHS-Team war die Corona-Pandemie. „Das digitale Angebot wurde stark ausgebaut und wir haben technisch sehr gut aufgerüstet“, erzählt Ingrid Hofmann.

Hybrid-Veranstaltungen seien jetzt im unteren Saal mit modernster Ausstattung möglich, so könne man noch mehr Menschen erreichen: „Das ist ein Weg, den wir auf jeden Fall weitergehen werden.“ Auch eine stärkere Zusammenarbeit der Volkshochschulen werde dadurch möglich. ub

Ingrid Hofmann und Helmut Schwimmbeck freuen sich über ein seltenes Fundstück: Der erste Arbeitsplan der Gmünder VHS von 1946 macht die Entwicklung zum aktuellen Programm deutlich.

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