Eine historische Leistung: kein Spiel verloren

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Ein cooles Team: Der FC Spraitbach wurde verdient Meister der Kreisliga B I. Das "Erfolgsgeheimnis": Die kameradschaftliche Geschlossenheit auf und abseits des Platzes.

Fußball, Kreisliga B I: Der FC Spraitbach stand ab dem ersten Spieltag an der Tabellenspitze. Weil auch der TV Lindach eine große Saison spielte, konnten die Jungs von Meistertrainer Björn Herzog erst am vorletzten Spieltag den Titelgewinn feiern. Von Winfried Hofele

Wenn eine Mannschaft in einer ganzen Saison von 26 Spielen 24 gewinnt, nur zweimal Unentschieden spielt, keine einzige Partie verliert, 125 Tore erzielt und nur 20 Gegentreffer zulässt, dann ist das großartig und historisch einzigartig. Und deshalb wurde der FC Spraitbach auch verdient Meister in der Kreisliga B 1 und steigt nach vier Jahren wieder die die Kreisliga A 1 auf.

So souverän sich diese Bilanz auch liest – erst am vorletzten Spieltag, am 26. Mai haben sich die Spraitbacher Meisterkicker den ersten Platz und damit den direkten Aufstieg durch einen 2:1-Heimsieg gegen den TV Lindach gesichert. Die Gmünder Vorstädter hätten nämlich mit einem Dreier zum FC Spraitbach aufschließen können. Das heißt: Auch der TV Lindach spielte eine große Saison 2018/19 mit 68 Punkten und 102:32 Toren.

Aus der Vorsaison gelernt

Zwei derartig dominierende Mannschaften in einer Staffel sind höchst selten. Sucht man nach Erklärungen für diese tolle Meisterschaftsrunde 2018/19 des FCS, dann erinnert man am besten ans Ende der Saison 2017/18. Nach einer ebenfalls sehr spannenden Runde belegten die FC-Fußballer in der Abschlusstabelle den 2. Platz und hatten sich damit für die Relegation zum Aufstieg in die Kreisliga A qualifiziert. Im ersten Spiel in Mutlangen gegen den TSV Bartholomä setzten sich die Jungs von FCS-Trainer Björn Herzog mit 6:0 durch; im entscheidenden Match gegen den A-Ligisten TSV Essingen II, der sich regelkonform mit fünf Akteuren aus der Verbandsligamannschaft verstärkt hatte, musste sich der FC Spraitbach der individuellen Klasse der höherklassigen Essinger Spieler beugen und verlor 0:2. In beiden Relegationsspielen standen die Zuschauer des FC Spraitbach wie ein Mann hinter ihren Jungs und versprühte Lust auf die neue Saison: "Wir greifen in der Saison 2018/2019 erneut an und zählen auf unsere Fans", versprachen die FC-Fußballer.

Ein Start-Ziel-Sieg

Und sie hielten Wort. Vom ersten Spieltag ab stand der FC an der Tabellenspitze. Zum Auftakt wurden die ersten beiden Spiele auswärts klar gewonnen: 6:0 beim TV Herlikofen und 5:2 beim TSV Waldhausen. Erst am 11. November gab es den ersten Punktverlust – 1:1 beim TV Lindach, der den Spraitbachern wie eine Klette auf den Fersen blieb und nur auf eine Schwächephase des FC wartete. Ein solches "Ausrutscherle" folgte beim Vorrundenfinale, 1:1 zuhause gegen den TSGV Rechberg.

Danach war der FC Spraitbach aber sofort wieder in der Spur. In der Rückrunde wurden alle Spiele gewonnen, die höchsten Siege gab es mit 10:0 gegen den TSV Waldhausen und mit 13:2 bei Türkgücü Gmünd. Beim 9:1-Saisonfinalsieg in Rechberg erzielte Kevin Daboci in der 49. Minute mit dem 4:0 Treffer Nr. 100 des Meisters.

Großer Zusammenhalt

Fragt man Michael Jakob nach dem "Geheimnis" dieser Meisterschaft, so antwortet der Spielleiter bescheiden: "Entscheiden war die kameradschaftliche Geschlossenheit unseres gesamtem Teams." Damit meint er nicht nur "unsere charakterlich tollen Kicker", sondern auch das Umfeld des Vereins, angefangen von den Vorständen Ralf Lackner (Sport), Rita Lübke (Finanzen) und Abteilungsleiter Michael Joos bis zu den vielen Helfern und Betreuern im Wirtschaftsbereich. Die Zusammenarbeit im Team der Fußballer sei immer harmonisch gewesen, sagt Michael Jakob, im Fokus habe immer das in der vergangenen Saison so knapp verpasste Ziel Aufstieg gestanden. "Mit Björn Herzog, der zur Not selbst die Kickstiefel schnürte, Torwartrainer Eugen Allerdings und Tim Jakob, dem Coach der zweiten Mannschaft, haben wir ein kompetentes Trainerteam, das die Sprache der Spieler spricht und jeden einzelnen verbessert hat", lobt Michael Jakob.

Sehr wichtig sei auch gewesen, "dass wir einen breiten Kader hatten, sodass wir in kritischen Phasen immer wieder von der Bank nachlegen konnten". Deshalb tut sich Michael Jakob auch schwer, einzelne Spieler herauszuheben, lieber verweist der Spielleiter darauf, "dass wir auch Glück hatten und kein Spieler verletzt ausfiel. So blieben die Spannung und der Wettbewerb um einen Platz in der Startelf immer hoch."

Der Torjäger: Alin Fuchs

Bei 105 Treffern muss es natürlich einen Torschützenkönig geben – das ist Alin Fuchs, der bei seinen 22 Einsätzen 32 Mal in Schwarze traf. Daniel Wengert mit 17 Toren in 19 Spielen und Jannic Maletic (12/12) folgten. Insgesamt trugen sich 18 verschiedene Spieler in die Torschützenliste ein. "Das zeigt", so Michael Jakob, "dass bei uns der Angriff schon in der Abwehr beginnt - und umgekehrt". Großen Anteil daran, dass der FCS nur 20 Gegentreffer kassierte, hatte Torwart Tobias Tangel: "Er machte schon in dem einen oder anderen engen Spiel den Unterschied aus", sagt Jakob, aber Tobi konnte sich auf eine konsequente Abwehrreihe verlassen.

Auf nach "Malle"

Wie geht es weiter: "Jetzt geht es mit 20 Mann zuerst mal nach Malle zu verdienten abfeiern", lässt Jakob wissen. Mitte Juli beginnt dann wieder das Training - "natürlich mit Björn Herzog als Trainer". In der Kreisliga A strebt der FC Spraitbach "mindestens einen gesicherten Mittelfeldplatz an", sagt der Spieler. Denn: "Die Aufstiegsmannschaft bleibt zusammen und ist bestimmt noch steigerungsfähig." Mit Jona Maletic, dem jüngeren Bruder von Stammspieler Jannik Maletic kommt eine Verstärkung für die Innenverteidigung von der SG Bettringen. Und in der nächsten Runde will der "Sechser" Lukas Maier wieder die Kickstiefel für seinen Heimatklub schnüren. Der 29-Jährige war zuletzt beruflich mehrere Jahre im In- und Ausland tätig. Seinen größten sportlichen Erfolg feierte er mit der C-Jugend des FC Normannia, die 2004 im Endspiel um die württembergische Meisterschaft gegen den VfB Stuttgart stand - mit Spielern wie Sebastian Rudy oder Daniel Didavi.

FC Spraitbach 2018/19: Die Spielerstatistik

Eingesetzte Spieler (in Klammer Einsätze/Tore):

Tor: Tobias Tangel (23/0), Christopher Link (1/1). Abwehr: Nikolas Abt (5/1), Julian Brech (23/1), Kevin Daboci (8/9), Marco Horlacher (1/0), Matthias Timpel (18/2), Ralf Joos (1/0), Jannik Lachner (19/2). Mittelfeld: Robin Arnet (20/5), Fabian Beisswenger (22/2), Vinzent Brenner (20/3), Burim Hasani (1/1), Björn Herzog (6/1), Michael Jakob (24/2), Jannic Maletic (12/12), Chris Mühlhaupt (8/0), Vinzenz Ocker (3/0), Moritz Pascher (23/1), Dennis Pflüger (10/0), Alexander Regel (1), Michael Timpel (18/0), Yannik Wengert (8/1). Angriff: Alin Fuchs (22/32), Nico Schmid (17/2), Daniel Wengert (19/17), Felix Widmann (17/4). -wh-

Verbesserte seine Spieler kontinuierlich und führte sie mit Umsicht zur Meisterschaft: FC-Trainer Björn Herzog (rechts).

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