Ideen in 3D wurden umgesetzt

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Das Schreinerhandwerk ist abwechslungsreich, kreativ und krisensicher. Die Auftragsbücher sind auch 2020 voll und die Projekte sind so vielfältig wie das Handwerk selbst.

Für gewöhnlich werden alljährlich die Gesellenstücke eines Ausbildungsjahrgangs der Schreinerinnung öffentlich vorgestellt – doch das fällt wie so vieles in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Es gibt coronabedingt weder die Schreinerausstellung noch die Kreislossprechungsfeier im Herbst, wie die Kreishandwerkerschaft Ostalb mitteilt. Die Gesellenstücke werden natürlich trotzdem bewertet. Prüfungsvorsitzender ist Schreinermeister Thomas Wörner, der hier einen Einblick in das Schreinerhandwerk gibt. Die Schreinereien aus dem Ostalbkreis haben auch in der momentanen Krise jede Menge Arbeit zu erledigen, wie der Schreinermeister aus Lorch verrät. Er und seine Kollegen haben viel Geschäft, ausgenommen viel sogar. Und ihre Projekte sind dabei sehr abwechslungsreich, wie das Schreinerhandwerk selbst. Von Möbeln über Inneneinrichtung bis hin zu Treppen, Türen, Wänden, aber zum Beispiel auch Bestatter – der Schreiner-Beruf selbst bietet ganz unterschiedliche Möglichkeiten der Spezialisierung.

Immer neue Herausforderungen

Thomas Wörner: "Zwar gibt es auch industrielle Schreinereien, aber in der Regel steht in unserem Beruf niemand den ganzen Tag an einer Maschine. Es geht raus auf die Baustelle zum Kunden, vermessen, planen, umsetzen in der Werkstatt – um dann das Ganze wieder vor Ort zu montieren. Das wird nie eintönig und es gibt immer neue Herausforderungen."

Thomas Wörner kommt mit seiner Schreinerei an Orte, die normalen Menschen sonst eher verborgen oder unzugänglich bleiben: "Wir betreuen viel in Stuttgart, zum Beispiel den Rotebühlbau. Aber wir hatten auch schon Aufträge bei Gericht oder hinter den Kulissen der Wilhelma. Beruflich ging es auch schon auf die Bühne des Staatstheaters in Stuttgart. Das sind schon besondere Einblicke, die man durch den Beruf erlebt."

Weitreichende Ausbildung

Aber nicht nur die Arbeitsorte bieten einen besonderen Reiz. Es komme auch auf die richtige Umsetzung von Designs und Vorschlägen in ein echtes und auch greifbares Objekt in 3D an, so Wörner.

Das schaffen die Schreiner nicht nur mit Holz, sondern mit den unterschiedlichsten Materialien, wie zum Beispiel auch Glas oder Kunststoffen. Natürlich lernt man während der Ausbildung die diversen Holzarten, ihre unterschiedlichen Eigenschaften und Verbindungsmöglichkeiten von der Pike auf. Aber man lernt eben auch den Umgang mit Kunden, die Richtlinien zur Montage vor Ort, viele andere Werkstoffe und den Umgang mit den ganzen Werkzeugen und Maschinen kennen. Hierzu gehört nicht nur die klassische Stichsäge, wie Thomas Wörner erzählt: "Gerade CNC-Technik gehört zur Ausbildung als Schreiner auch dazu."

Dringende Suche nach Mitarbeitern

Die Anzahl der Schreiner-Ausbildungen in der Region ist auch in diesem Jahr wieder gestiegen. Doch im Handwerk werden dringend Leute gesucht, wie Wörner betont. Wo während der Hochphase der Pandemie viele Unternehmen der Industrie, die sonst mit hohen Gehältern locken, auf Unterstützung vom Staat angewiesen und die Mitarbeiter zur Kurzarbeit verdammt seien, ging die Arbeit bei Schreinern und anderen Handwerken unentwegt weiter. "Gerade in ungewissen Zeiten, kann man doch sagen: Unsere Branche ist krisensicher!", so Wörner. tw

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