Menschen in ihrer Persönlichkeit fördern und unterstützen – bis heute das Ziel der VHS

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Seit April 2006 hat die Gmünder Volkshochschule am Münsterplatz in der ehemaligen Pestalozzi-Schule eine Heimat gefunden

Mit 40 000 Unterrichtsstunden pro Jahr gehört die Gmünder VHS in Schwäbisch Gmünd zu den 15 größten Volkshochschulen in Baden-Württemberg. Zum 75. Jubiläum präsentiert die VHS einen prall gefüllten Programm-Katalog.

Schwäbisch Gmünd. Mit einem Festakt am 15. Oktober im Prediger feierte die Gmünder VHS ihr 75-jähriges Bestehen. Es sind 75 Jahre, in den sich viel verändert hat, aber auch vieles gleichgeblieben ist.

„Als Irma Schmücker im September 1946 die Volkshochschule Schwäbisch Gmünd gründete, war ihr großes Anliegen, den Menschen die Bildung zur Demokratie zu ermöglichen“, blickt VHS-Leiterin Ingrid Hofmann auf die Anfänge zurück. Mit dem Ziel, die Nazizeit aufzuarbeiten, sich kritisch mit Ideologien jeder Art auseinanderzusetzen, und immer mit humanistischem Bildungsansatz, versammelte Irma Schmücker damals auch viele junge Menschen um sich, alle ausgehungert nach Bildung.

Nach und nach kamen praktische Themen wie Buchführung dazu, die für den Beruf gebraucht wurden.

Betteln um Räumlichkeiten

Leicht habe es die Volkshochschule in den Anfangsjahren nicht gehabt, betont Ingrid Hofmann. Die ersten Gesprächsrunden fanden in Irma Schmückers Wohnung statt, später im Rathaus oder in Schulen. Es sei immer ein Betteln gewesen um Räume oder etwa Papier.

„Nach sieben Jahren blieb sie zwar im Kuratorium, hat aber die Leitung abgegeben, vielleicht auch etwas desillusioniert“, sagt Ingrid Hofmann mit Bewunderung für die mutige Frau, die in der damaligen Zeit den Grundstein für die Schwäbisch Gmünder VHS legte.

Irma Schmücker war nicht die einzige Frau: Auch die Ulmer Volkshochschule wurde 1946 von Inge Aicher-Scholl gegründet, der Schwester von Hans und Sophie Scholl. Ingrid Hofmann erinnerte in ihrer Rede beim Festakt an Oberbürgermeister Franz Czisch, der in seiner Gründungsrede am 11. September 1946 von einer Zeitenwende sprach: „In den vergangenen 75 Jahren gab es diese Zeitenwende immer wieder und heute ganz besonders, Stichwort Corona-Pandemie oder Flüchtlingsbewegungen.“

Bildung für alle ermöglichen

Bis heute habe es sich im Programm der Gmünder VHS durchgezogen, den Menschen in seiner Persönlichkeit zu unterstützen und zu fördern. „Immer stand im Vordergrund die Bildung zur Demokratie und Teilhabe für alle zu ermöglichen, durch alle Schichten und egal welcher Herkunft“, sagt der stellvertretende VHS-Leiter Helmut Schwimmbeck.

Er erzählt von der Zeit, als die VHS im Prediger zwei Räume für Sekretariat und Leitung bekam. Bis 1998 waren die Kurse auf viele Standorte verteilt. Als die Stadtbücherei aus dem Prediger auszog, konnte im Obergeschoss erstmals die komplette VHS-Mannschaft untergebracht werden. Im Jahr 2000 kam das Haus 10 im Unipark dazu, seit April 2006 hat die Gmünder VHS am Münsterplatz in der ehemaligen Pestalozzi-Schule eine Heimat gefunden.

Vor vier Jahren wurde durch Räume in der Klösterleschule erweitert, die mit einem direkten Durchgang mit dem Hauptgebäude verbunden sind. ub

Das VHS-Team präsentiert zum 75. Jubiläum ein prall gefülltes Programm.

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