Wichtig für die Qualität der Ostalb-Pferde

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Josef Mayer mit seinen Töchtern.

Der große Vieh- und Pferdemarkt in Ellwangen hat eine über rund 1000 Jahre gewachsene Tradition und strahlt weit in die Region hinaus. Für die Züchter ist der Kalte Markt ein bewährtes Konzept zur Qualitätssicherung - für die Zuschauer in mitreißendes Event.

Ellwangen. „Der Kalte Markt hat eine ganz besondere Bedeutung für unsere Region“, meint Josef Mayer aus Jagsthausen. Mayer kommt aus der Landwirtschaft und hat schon von Kindesbeinen an mit Pferden zu tun gehabt. Er selbst würde sich nicht unbedingt als Pferdeflüsterer bezeichnen, aber Mayer versteht die Pferde. „Diese Tiere faszinieren mich einfach. Das ist wie ein Virus, entweder man hat es oder nicht“, meint Mayer. Für den erfahrenen Pferdezüchter sind Pferde vor allem eines: „Sie sind graziös, intelligent und menschenbezogen. Wenn man eine gute Bindung zu ihnen aufbauen kann, hat man einen Kumpel fürs Leben“, so Mayer überzeugt.

Den Ostalbkreis und den Kalten Markt kann man laut Mayer nicht auseinanderdividieren. „Vor allem für die Zucht hat der Kalte Markt eine sehr große Bedeutung und einen hohen Stellenwert. Ellwangen und die Region haben eine sehr hohe Qualität an Stuten“, sagt Josef Mayer.

Jedes Jahr werden auf dem Kalten Markt die Siegerstuten prämiert. Die Veranstaltung in Ellwangen ist eine reine Zuchtprämierung auf der nur weibliche Tiere prämiert werden. Die Auswahl reicht von Warm- und Kaltblutpferden über Isländer und andere Kleinpferde.

Eine Stute kann nur einmal auf dem Kalten Markt zur Siegerstute prämiert werden. „Das hat einen ganz einfachen Grund. Man möchte jedem Züchter eine Chance geben. Die Qualität der Stuten ist einfach hoch im Ostalbkreis und die Unterschiede bei der Siegerprämierung sind oft nur marginal“, so Mayer. Die Zucht selbst ist schon eine Philosophie für sich. „Einfach ausgedrückt: Das Fohlen sollte immer besser oder zumindest gleich von der Qualität sein, wie das Vater- und Mutterpferd“, weiß Josef Mayer. Die große Kunst dabei ist, die jeweiligen Stärken der Elterntiere zusammenzubringen. „Natürlich möchte jeder ein Weltmeister- oder Olympiapferd im Stall stehen haben. Aber ganz ehrlich, es kommt auch auf den Reiter an. Wenn der Deckel zum Topf passt, kommen die besten sportlichen Ergebnisse heraus“, sagt der Pferdezüchter.

Mayer ist Vorstandsmitglied im Bezirkspferdezuchtverein Aalen-Ellwangen. Der Verein unterstützt aus Überzeugung zu 100 Prozent den Kalten Markt. „Das Konzept des Kalten Marktes ist auf jeden Fall gut und sollte in seinen Strukturen so erhalten bleiben. Ein schnelles Umkrempeln würde nichts bewirken. Das sind über Jahrzehnte gewachsene Strukturen, die behutsam weiterentwickelt werden müssen. Nur so können wir die Qualität der Pferdezucht aufrechterhalten“, sagt Mayer.

Den Kalten Markt werde es auch noch in vielen Jahrzehnte geben, auch wenn Corona sich gerade als Spielverderber zeigt. „Aber solange der Kalte Markt in den Köpfen der Menschen bleibt, ist alles in Ordnung“, meint Josef Mayer. mab

Stutenprämierung auf dem Kalter Markt 2018: Auch Kleinpferde stellen sich auf dem Schießwasen den Preisrichtern.

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