Wir sind auf dem richtigen Weg

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Peter Ernst ist gerne mit seinem Elektro-Flitzer unterwegs und kann jedem eine Probefahrt mit einem E-Auto nur empfehlen.

Peter Ernst, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd, zu den Herausforderungen der Elektromobilität.

Schwäbisch Gmünd. Trotz Fortschritten in der Reichweite scheuen viele Autofahrer immer noch vor der Anschaffung eines Elektromobils zurück. Die staatliche Förderung durch Förderung durch Hersteller zeigt aber erste Wirkungen. Zum Thema Elektromobilität sprach Kuno Staudenmaier mit dem Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd, Peter Ernst.

Wäre nicht Corona-Zeit, würde möglicherweise das Thema Elektromobilität die wichtigsten Schlagzeilen des Jahres liefern. Sind wir auf dem richtigen Weg?

Peter Ernst: Bei der Debatte um Klimaschutz nimmt der Bereich Mobilität eine zentrale Rolle ein, der unzweifelhaft ohne die Corona–Pandemie stärker in die Schlagzeilen gerückt wäre. Wir sind überzeugt, dass die Mobilität der Zukunft emissionsfrei, vernetzt und geteilt sein wird. Nachhaltig ist die E-Mobilität allerdings nur dann, wenn der Ladestrom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Zusätzlich zum Ausbau der Lade- und Netzinfrastruktur müssen weitere Investitionen in Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft erfolgen. Wir sind auf dem richtigen Weg, müssen aber noch mehr tun.

Ist das Tempo in Richtung Umstieg auf Elektromobilität ausreichend?

Wir wünschen uns mehr Tempo. Um den Umstieg zu beschleunigen muss die Politik die Rahmenbedingungen für die E-Mobilität verbessern. Unser Vorschlag wäre, den Ladestrom komplett von den Abgaben, Steuern und Umlagen zu befreien. Dadurch wird das Tanken um fast 60 Prozent verbilligt und es entstehen Anreize auf den Umstieg ohne kostenintensive staatliche Förderprogramme.

Wenn die Zahl der Elektrofahrzeuge rapide ansteigt, haben wir in Deutschland genügend Strom für den Betrieb, wann kommt das Netz an die Kapazitätsgrenzen?

Es wird nur einen Teil als Schnellladung geben, viele E-Fahrer laden ihre Fahrzeuge langsam mit niedriger Leistung über Nacht oder auch immer häufiger beim Arbeitgeber. In einem Szenario mit 100 Prozent reinen Elektrofahrzeugen in Schwäbisch Gmünd wären rund 40.000 E-Autos in Gmünd unterwegs. Daraus resultiert ein zusätzlicher Strombedarf von rund 82,81 Millionen kWh. Das ist in Relation zu unserem aktuellen Strombedarf in Schwäbisch Gmünd ein zusätzlicher Bedarf von circa 25 Prozent. Dieser Strombedarf sollte jedoch vor Ort aus erneuerbaren Energien erzeugt werden, wo er auch verbraucht wird, zum Beispiel mittels einer eigenen PV-Anlage und einem Batteriespeicher sowie einer Wallbox. Alternativ würden hierzu circa zwölf weitere Solarparks in der Größe der Mutlanger Heide benötigt. Die zusätzlich anfallende Leistung, wenn jedes Wohngebäude in Schwäbisch Gmünd eine eigene Wallbox hat, führt zu einer zusätzlichen Leistung von 416 MW. Aktuell liegen wir bei rund 80 MW. Wir müssten die Leistung also verfünffachen. Dies ist mit dem herkömmlichen Netzausbau extrem teuer und durch den notwendigen Tiefbau im Stadtgebiet auch organisatorisch schwer zu bewältigen. Damit das Stromnetz nicht zusammenbricht ist es erforderlich, eine Begrenzung dieser Leistung je Gebäude zu hinterlegen und eine intelligente Leistungsverteilung zu installieren.

Beraten Sie Interessierte, die zuhause eine Ladestation einrichten möchten?

Wir beraten unsere Kunden bereits seit vielen Jahren zu allen Themen rund um E-Mobilität und um Energie. Über unsere Homepage (https://www.stwgd.de/mobilitaet.html) und unseren Vertrieb Herrn Knab (Telefon 07171/603-8104) können sich Interessierte gerne an uns wenden und beraten lassen.

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