Aalen nimmt es sportlich

Freizeit 31 000 Menschen in Aalen treiben Sport im Verein. Sportliche Großereignisse sind Publikumsmagneten. Auch wenn die Vereine in Wettkämpfen konkurrieren, geht der Trend zur Zusammenarbeit.
  • Wettkampfarena vorm Rathaus: das Landesschwimmfest in Aalen im Jahr 2003. Foto: opo

Aalen

Zwischen 1983 und 2018 gab es nicht weniger als 60 Großsportereignisse nationaler und internationaler Art in zehn Sportarten in allen Stadtbezirken von Aalen: Länderkämpfe im Kunstturnen, Landesgymnaestrada und Landesturnfest, der Worldcup in der Sportakrobatik, im Schwimmen. Länderspiele im Tischtennis, Basketball, Volleyball wurden ausgetragen, ebenso Frauen-EM-Fußballspiele, das Pokalhalbfinale VfB Stuttgart – Borussia Dortmund, sogar eines im Wasserball zwischen Deutschland und Australien. Meistens war es eine Kooperation zwischen der Stadt Aalen mit ihrem früheren Sportamtsleiter Walter Funk und den ausrichtenden Vereinen.

Aalen brachte dafür immer viele Zuschauer auf die Beine. Kein Wunder, wenn man weiß, dass halb Aalen – trotz der großen Konkurrenz von Fitnessstudios – sportlich organisiert ist: Joachim Schwager vom Sportamt nennt 87 Sportvereine mit 31 000 Mitgliedern, darunter 9000 Kinder und Jugendliche. Wiederum 60 Clubs davon mit 27 000 Mitgliedern sind in den beiden Stadtverbänden von Aalen (Vorsitzender Ulrich Rossaro) und Wasseralfingen (Armin Peter) vertreten.

Ohne Interessenvereinigung geht heute im Sport gar nichts mehr. Das wissen die Verantwortlichen von MTV Aalen, DJK Aalen und TSV Wasseralfingen aktuell wohl am besten. Sie planen einen Zusammenschluss, der allein wegen seiner Größe viel Personal und Platz beansprucht. Wünschen wir ihnen viel Glück – nur einmal gelang in Aalen bisher eine Fusion wirklich: 1973 schlossen sich die Turn- und Sportfreunde Hofherrnweiler und der TV Unterrombach zusammen zur TSG Hofherrnweiler-Unterrombach. Er ist heute der größte Sportverein in unserer Stadt.

Drücken wir der ehemaligen Scholz-Truppe, den VfR-Kickern die Daumen, dass ihnen nach 1951 und 2012 zum 3. Mal der Aufstieg in die 2. Liga gelingt. Vielleicht im Jubiläumsjahr 2021 zum Hundertjährigen? Und jetzt freuen wir uns auf das bevorstehende Event des Nachwuchses, das Landeskinderturnfest mit tausenden Mädchen und Jungen vom 20. bis 22. Juli.

Manfred Pawlita ist Vorsitzender des Sportkreises Ostalb und als „Vizepräsident Sportkreise und Vereine“ des Württembergischen Landessport-bundes höchster Funktionär im weiten Umkreis. Er betont: „Der Sport in Aalen ist ein wichtiger gesellschaftlicher und extrem positiver Faktor. Kinder und Jugendliche werden sozialisiert in den Sportvereinen, die Breite des Angebots insgesamt ist großartig.“

Sportliche Großveranstaltungen und jahreszyklische Highlights seien „der absolute Renner und machen immer wieder auf das großartige Engagement der ehrenamtlichen Verantwortlichen in den Sportvereinen aufmerksam“. Um auch weiterhin erfolgreich arbeiten zu können, müssten die Sportvereine neue Wege gehen. „Immer mehr wird miteinander kooperiert“, sagt Manfred Pawlita.

Helmut Banschbach

© Schwäbische Post 12.07.2018 17:40
914 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.