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Es ist der März der ersten Male

Corona Die erste Infizierte, die große Welle der Absagen, Schulschließung, Lockdown, der erste Tote – im März gelangte die Pandemie auf die Ostalb.
  • Das Aalener Drive-in-Testzentrum wurde am 13. März eröffnet. Für einen Abstrich benötigte man zuerst eine Anmeldung beim Gesundheitsamt des Landratsamts Ostalbkreis, das dann einen festen Termin vergab. Foto: BW

Aalen

Im März ging’s schnell. Noch im Februar schien das Coronavirus weit entfernt des Kreises, doch mit dem März fand auch die Pandemie ihren Weg auf die Ostalb. Fleißig wird immer wieder auf die notwendige Etikette aufmerksam gemacht: Hände waschen, husten und niesen in die Armbeugen.

Schon früh im Monat mussten Veranstaltungen abgesagt werden – zu groß war das Risiko. Noch am 12. März ging der VfR Aalen davon aus, dass das Spiel gegen Steinbach Haiger vor 999 Zuschauern stattfindet, nur einen Tag später war klar: Die nächsten Spieltage werden komplett abgesetzt.

Gewöhnen konnte man sich im März an so gut wie nichts – aber an solche täglichen Umschwünge, Änderungen, Absagen und Schließungen. Am 12. März stieg die Zahl der Corona- positiv Getesteten auf zwölf, doch das sollte sich bald ändern. Das Landratsamt startet die Suche nach Skifahrern, die Anfang März Ischgl besucht haben. Einzelne waren bereits positiv getestet worden. Hierfür wurde nicht nur die Mailadresse ischgl@ostalbkreis.de eingerichtet, die Suchaktion nahm schon bald größere Ausmaße an.

Um die Vielzahl der Kontaktpersonen aus den Reisebussen, die in Ischgl waren, testen zu können, entschied sich die Landkreisverwaltung dazu, Drive-in-Testzentren in Aalen und Schwäbisch Gmünd einzurichten.

Ab dem 17. März schlossen Schulen und Kitas, die Stadt Aalen schloss ihre Einrichtungen wie Museen und Bibliotheken, die Vhs stellte ihren Kursbetrieb ein, Veranstaltungen in geschlossenen Räumen waren nicht mehr erlaubt. Die Regierung beschließt, das öffentliche Leben weitestgehend auszusetzen, Urlaubsreisen sind untersagt, Urlauber werden zurück nach Deutschland geholt, Gaststätten müssen schließen.

Wirte befürchteten große finanzielle Sorgen, die sich in den kommenden Monaten bewahrheiten sollen. Auch in Aalen bieten einige Gaststätten und Restaurants Liefer- und Abholservice an, um sich über Wasser zu halten.

Andere wandern ab ins Internet: Kulturschaffende verlegen ihre Kunst so weit es möglich ist aufs Internet.

Während die Straßen leer bleiben, geht’s zu Hause rund. „Home Schooling“ ist nun angesagt und stellt nicht nur Lehrer und Schüler, sondern auch Eltern vor Probleme. Der Kontakt zu den Lehrern soll gewährt sein – nun über Internet und Telefon. Welche Herausforderungen das mit sich bringt, erläuterte Dr. Christoph Hatscher, Schulleiter am Theodor-Heuss-Gymnasium: „Das viele Gerede über die Medienentwicklung in den Schulen … in solchen Zeiten sieht man, was man wirklich braucht. Wenn die Schüler daheim, wenn das Elternhaus nicht über die notwendigen Endgeräte verfügt, ist eine Verlagerung des Unterrichts nach Hause nicht möglich.“

Fieberambulanz kommt

Um für Schlimmeres gerüstet zu sein, hat der Landkreis gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst und dem DRK mit Hochdruck ein ärztliches Notfallzentrum und eine Fieberambulanz geplant. Diese sollten zunächst zentral für den gesamten Ostalbkreis in der Ulrich-Pfeifle-Halle und auf dem Greutplatz in Aalen eingerichtet werden.

Die auf dem Platz betriebene Drive-in-Teststrecke zur Corona-Abstrichnahme werde zu gegebener Zeit umgestaltet. „Die Fieberambulanz soll – wie landesweit in sämtlichen Landkreisen und kreisfreien Städten – zur Unterstützung der Haus- und Facharztpraxen durch die Kassenärztliche Vereinigung BW eingerichtet und mit Ärzten sowie ärztlichem Hilfspersonal ausgestattet werden“, informierte Dr. Sebastian Hock, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Aalen/Ellwangen.

Supermärkte statteten sich aus: Neben noch mehr Toilettenpapier-Lieferungen kamen in den Geschäften Abstandsmarkierungen am Boden, Plexiglaswände als „Spuckschutz“ an den Kassen und Desinfektionsmittelspender an den Eingängen hinzu. Mit diesen Maßnahmen wollen Supermärkte ihre Mitarbeiter und Kunden vor der Ansteckung des Corona-Virus schützen. Ein Bild, das bis heute nicht aus dem Alltag wegzudenken ist.

Man hat sich während dieser Zeit gegenseitig auf der Ostalb kräftig unterstützt: Viele Vereine und Initiativen bieten an, für Menschen aus Risikogruppen oder Menschen, die nicht aus dem Haus dürfen, einkaufen zu gehen. Zudem werden fleißig Masken genäht und verteilt.

Der März endete mit keinem guten Ereignis: Am Wochenende des 28. und 29. März ist der erste Infizierte am Virus im Ostalbkreis gestorben. Bei dem Verstorbenen handelte es sich um einen 83-jährigen Mann, der bereits unter Vorerkrankungen gelitten habe, teilte das Landratsamt mit.

© Schwäbische Post 21.12.2020 19:51
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