Bergbau wird für die Besucher erlebbar

Im Schaubergwerk ist am heutigen Samstag und morgigen Sonntag ein attraktives Programm geboten. Führungen, Goldwaschen, Baggerfahren und vieles mehr können die Besucher erleben. Zusätzliche Parkplätze sind eingerichtet.
  • Ein kleines Abenteuer ist schon die Einfahrt mit dem „Zügle“ in den Stollen. Foto: arc
  • Auch Goldwaschen kann man an den Aktionstagen. Und das Gefundene darf man behalten. Foto: Stadt Aalen
  • Heute und morgen werden auch Führungen durch das Besucherbergwerk angeboten. Foto: arc

Aalen. Eines der größten und erfolgreichsten Besucherbergwerke in Deutschland feiert mit einem attraktiven Familienfestwochenende sein 30-jähriges Jubiläum. Die Besucher aller Altersgruppen sind am Samstag, 20., und Sonntag, 21. Mai, herzlich zum Mitfeiern eingeladen und können sich am Braunenberg in Wasseralfingen auf viele Attraktionen freuen. Gleichzeitig wurde der komplett neu gestaltete Bergbaupfad im Rahmen des Festaktes gestern Abend offiziell eingeweiht.

Im Laufe der vergangenen drei Jahre wurde das Schaubergwerk komplett „runderneuert“, wie Oberbürgermeister Thilo Rentschler betont. Diese Attraktivitätssteigerung habe sich unmittelbar auf die Besucherzahlen ausgewirkt, merkt Rentschler an, der auch 1. Vorsitzender des Bergwerksvereins Aalen-Wasseralfingen ist. 44.000 Besucher haben 2016 das Bergwerk besucht, „das ist schon ein Pfund“, betont der OB.

Seit 2016 können mit Hilfe eines von der Lehrlingswerkstatt der Firma Kessler & Co und der Hochschule gemeinsam entwickelten Transportwagens auch Führungen für Menschen im Rollstuhl oder Gehbehinderte angeboten werden.

Programm am Festwochenende

Am Samstag von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr ist vor, um und im „Tiefen Stollen“ Interessantes und Informatives für alle Altersgruppen geboten. Rund 30 Mitarbeiter sorgen gemeinsam mit Betriebsleiter Fritz Rosenstock während des Festwochenendes für den reibungslosen Ablauf unter und über Tage. Dazu kommen noch die Akteure der zusätzlichen Angebote rund um den Stolleneingang und die Mitwirkenden der kleinen Bergparade am Sonntagnachmittag.

„Bei der Programmplanung haben wir versucht bergbauspezifische Themen für alle Besucher verständlich aufzubereiten“, berichtet Fritz Rosenstock, der gemeinsam mit dem Kulturamt und Ortsvorsteherin Andrea Hatam für die Programmgestaltung verantwortlich zeichnet. Wer sein Fingerspitzengefühl am Steuerknüppel eines echten Baggers erproben möchte, hat heute und morgen die Chance dazu. Ein Minibagger, wie er auch in der Grube eingesetzt wird, lädt zum Testen ein. Jedermann kann sein Glück an einer Goldwaschanlage versuchen und sich als Schatzsucher betätigen. Die gefundenen „Nuggets“ darf man anschließend mitnehmen. Eine Expertin informiert über das Verhalten und die Fähigkeiten von Fledermäusen, die ja bekanntlich auch im Tiefen Stollen zahlreich zu finden sind. Ilona Bausenwein vom Tübinger Verein Schlossfledermäuse berichtet von der Arbeit des Vereins, der sich dem Schutz der „Nachtschwärmer“ widmet.

Attraktionen unter Tage

Die größte Attraktion ist natürlich der „Tiefe Stollen selbst“. Die Grubenbahn bringt die Gäste für drei Euro in den Stollen. „Untertage informieren mehrere Stationen über die Entwicklung des Bergwerks in den letzten 30 Jahren. Die Besucher dürfen sich dann innerhalb der Sandsteinhallen so lange aufhalten wie sie wollen“, sagt Fritz Rosenstock. Es wird zwar keine der üblichen Führungen geben, aber er wird eine der neuen Attraktionen, eine inszenierte Sprengung im Bergwerk, vorführen können. Wer allerdings das neue Angebot zur Besichtigung, sog. Dunkelbereiche mit Grubenleuchte, erleben möchte, sollte an einer regulären Führung nach dem Festwochenende teilnehmen, betont der ausgebildete Bergmann, der seit 29 Jahren die Verantwortung für das Bergwerk „Tiefer Stollen“ trägt.

Neuer Bergbaupfad

Am Sonntag sollte man auf keinen Fall die Führung auf dem neuen Bergbaupfad verpassen. Start ist um 10.30 Uhr auf dem Parkplatz des Restaurants „Erzgrube“. Stadthistoriker Georg Wendt stellt einen Teil des komplett erneuerten Bergbaupfades vor und erzählt aus über 400 Jahren Industriegeschichte. Am Nachmittag um 14 Uhr spielt die SHW-Bergkapelle auf. Zusammen mit ihr ziehen weitere Bergbauvereine aus Baden-Württemberg in ihrer traditionellen bergmännischen Tracht auf das Festgelände ein.

Ob Gegrilltes, Gebratenes oder Kaffee und Kuchen, für das leibliche Wohl ist gesorgt. Die Wasseralfinger Vereine Viktoria, Maibaumfreunde, Bund für Heimatpflege und die DLRG-Ortsgruppe sorgen dafür. Zusammen mit dem neu gestalteten und erweiterten „Wasseralfinger Bergbaupfad“ ist der Braunenberg ein attraktives touristisches Ziel im nördlichen Teil des UNESCO-Geoparks Schwäbische Alb. Die ertüchtigte Anlage zählt zu den erfolgreichsten touristischen Destinationen in Baden-Württemberg. pm/je

Festprogramm und Parkmöglichkeiten

Samstag, 20. Mai von 11 bis 19 Uhr und Sonntag, 21. Mai, von 10 bis 18 Uhr
Aktionstag am und im Stollen mit
Schauvorführungen:
Kunstguss mit A. Neukamm
Historisches Eisenschmelzen mit   der Gruppe „Alauni“. Projekt „Eisenreich“
Baggerfahren – Geschicklichkeitsparcours
Goldwaschen
Fledermäuse - Naturkundliches über   lebende Fledermäuse
Zauberer „Amadeus“

Informationsstände:
Heilstollenverband
UNESCO Geopark Infostelle
Geologengruppe Aalen/ Sandsieben

Zusätzliche Parkplätze sind auf dem Alfing-Parkplatz am Erzweg ausgeschildert.

© Schwäbische Post 19.05.2017 16:54
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