ORTSPORTRAIT ZU BESUCH IN ESCHACH

„Das Dorfleben ist einfach intensiver“

Jürgen Bleicher und sein Sohn Michael fühlen sich stark verwurzelt in ihrem Heimatort.
  • Das Bauern- und Technikmuseum in Seifertshofen lockt auch viele auswärtige Besucher an. Fotos: ub
  • Michael und Jürgen Bleicher (rechts).
  • Die im Jahre 1493 erbaute Johanniskirche.
Über ihren Lieblingsplatz im Ort sind sich Jürgen und Michael Bleicher einig: Es ist der Dorfplatz in Holzhausen, dem Eschacher Teilort. Dort lebt die Familie, ist engagiert in Vereinen und fühlt sich mit ihrer Gemeinde stark verbunden.
Michael Bleicher ist 23 Jahre alt, in Holzhausen aufgewachsen und kann sich einen anderen Ort zum Leben und Wohnen nicht vorstellen. Obwohl der gelernte Elektroniker für Automatisierungstechnik beruflich schon viel von der Welt gesehen hat. „Ein Leben in der Großstadt wäre nichts für mich“, erinnert er sich etwa an Städte in China. In Eschach-Holzhausen habe er alles, was er brauche, hier sei es einfach idyllisch.
Sein Vater sieht es ganz genauso. Für Jürgen Bleicher ist es die Heimat, die nicht nur eine Gemeinschaft bietet, in der jeder jeden kennt, sondern auch mit einer guten Infrastruktur punktet. Über ihren Lieblingsplatz müssen Vater und Sohn nicht lange nachdenken: „Das ist ganz klar der Dorfplatz in Holzhausen“, meinen die gebürtigen Holzhäuser. Ein Pavillon wurde auf den Grundmauern eines ehemaligen Gewächshauses errichtet, das Dorfhaus war das frühere Gefrierhäusle. „Bis 1998 war es voll belegt“, erzählt Jürgen Bleicher. Als die Gemeinde Eschach das Grundstück erwarb, machte sich die Dorfgemeinschaft Holzhausen, die 1999 aus der Maibaumgruppe entstand, ans Werk. „Hier kommen alle zusammen, junge und alte“, ist Michael Bleicher begeistert. Was ihm besonders gefällt: „Es ist einfach eine richtige Dorfgemeinschaft, die auch bei den monatlichen Treffen gepflegt wird“.

Miteinander der Generationen
Und Jürgen Bleicher ergänzt: „Vor allem die älteren Bürger lechzen richtig nach solchen Angeboten.“ Ein Miteinander über alle Generationen hinweg – in Eschach wird das gelebt. Auch in den anderen Ortsteilen von Eschach engagieren sich Bürgerinnen und Bürger für ihren Ort. Wie in Seifertshofen, überregional bekannt durch das Bauern- und Technikmuseum Kiemele.
„Wir haben in unserer Gemeinde wirklich fast alles, was man braucht“, betont Jürgen Bleicher. Die Infrastruktur sei sehr gut aufgestellt – auch ein Grund für viele Familien, im Ort zu bleiben oder hierher zu ziehen. Mit einer Einschränkung: „Leider blutet der Ort im Inneren etwas aus“, bedauert Jürgen Bleicher, der seit 2004 im Eschacher Gemeinderat sitzt und auch zehn Jahre Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Holzhausen war. Bis vor ein paar Jahren konnte in der Eschacher Ortsmitte noch eingekauft werden. „Wir haben sogar eine Postfiliale und eine Raiffeisenbank – da kann man heute auch froh sein“, findet Jürgen Bleicher.
„Ein Leben in der Großstadt wäre nichts für mich“ Michael Bleicher

Gute Infrastruktur
Auch habe Eschach den Glasfaserausbau auf den Weg gebracht – bis in alle Teilorte hinein: „Die Gemeinde nimmt viel Geld in die Hand, um den Bürgern eine gute Infrastruktur zu bieten.“ Das zeige sich durch eine gute Betreuung für den Nachwuchs im Kindergarten mit verlängerten Öffnungszeiten und in der Grundschule mit Kernzeit- und Ferienbetreuung. Aber auch durch die Ausweisung neuer Wohngebiete oder Möglichkeiten zur Ansiedlung von Industrie und Gewerbe.
Viele sehr gut besuchte Feste stehen das ganze Jahr über im Kalender, von den zahlreichen Vereinen auf die Beine gestellt.
Das Vereinsleben in Eschach ist vielfältig: Vom ältesten, dem Gesangverein, über den Musikverein Holzhausen, dem 1948 gegründeten FC Eschach, dem noch jungen Hundesportverein bis zur Feuerwehr: „Es gibt wohl niemand, der nicht irgendwo Mitglied ist“, meint Michael Bleicher, selbst Jugendwart bei der Feuerwehr. Wegziehen von Holzhausen? Für Michael Bleicher und viele seiner Freunde ist das keine Option. ub

Der Eschacher Kneipp-Wanderweg

Die Kneippanlage befindet sich am westlichen Ortsrand von Eschach in der Neuen Steige (Parkplätze sind ausreichend vorhanden).
Dort entstand durch bürgerschaftliches Engagement nach Meinung der Gemeindeverwaltung eine der schönsten Kneippanlagen im Kreis. Neben dem traditionellen Wassertretbecken gibt es noch ein Armkneippbecken und ein Baumelbänkle.
Doch bevor die Besucher sich hier abkühlen, wird wärmstens der Eschacher Kneipp-Wanderweg empfohlen. Er beginnt am Wanderparkplatz an der Kneippanlage und führt zunächst auf einem Schotterweg in den Wald. Hier können die Wanderer die Natur und die Stille genießen. Nach rund 40 Minuten ist der Wald durchwandert und man erreicht das Gewann „Büttenbuch“ mit seinen 200 Meter hohen Windrädern. Von hier aus führt der Weg über befestigte Feldwege weiter – an Wiesen und Äckern vorbei – zurück nach Eschach.
Nach circa fünfeinhalb Kilometern und anderthalb Stunden entspannter Wanderzeit, hat man sich eine Abkühlung im Kneippbecken verdient. pm/wom

Gemeinde Eschach

Zur eigenständigen Gemeinde Eschach zählen die Ortsteile
Batschenhof, Dietenhalden,
Gehrenhof, Götzenmühle,
Hagentännle, Helpertshofen,
Hirnbuschhöfle, Holzhausen,
Kemnaten, Seifertshofen, Vellbach, Waldmannshofen und Ziegelhütte.

Die heutige Besiedlung wurzelt im
8. Jahrhundert, im 12. Jahrhundert setzte eine Besiedlung in größerem Umfang ein.

Heute leben 1752 Menschen in der Gemeinde Eschach (Stand: 31.12.15)

Traditionelles Gasthaus in vierter Generation

Zum grioßen Jubiläum lädt Familie Friedel am Sonntag, 21. August, zum Jubiläums-Sommerfest mit besonderen sommerlichen Genüssen ein. Ab 11 Uhr warten auf die Besucher im Festzelt saftige, gegrillte Steaks und Gemüse. Leckere, sommerlich leichte Salate laden zum Schlemmen ein. Zur Kaffeezeit gibt es Kaffee und Kuchen.

Frische Fladen beim Sommerfest
Die traditionellen Fladen werden an diesem Tag draußen frisch gebacken. Zum abendlichen Vesper warten deftige Wurstsalate, Bauernbratwürste und hausgemachte Maultaschen auf hungrige Gäste. Die „Comedy-Kellner“ sorgen mit ihrer Mischung aus Spaß und Animation für einen Service der besonderen Klasse. Sie lieben ihr Publikum und erfüllen praktisch jeden Wunsch, oft schneller als der Gast ihn äußern kann, das alles in einer Unterhaltung ohne Worte – also „o´gschwätzt“.
Für die Kinder werden Kutschfahrten angeboten, ein Eismobil sorgt für kühle Leckereien, der Bierwagen der Gold Ochsen Brauerei bringt kühle, goldene Erfrischungen mit. Die Jubiläumsveranstaltung findet im Festzelt statt, an diesem Tag ist das Gasthaus Krone geschlossen.

Fünf-Gänge-Menü am 14. Oktober
Die Krone befand sich ursprünglich gegenüber dem jetzigen Gasthaus in Zimmern in der Böbinger Straße. Durch das Ehepaar Johannes und Josepha Höfer wurde ein stattlicher Neubau gegenüber der alten Krone errichtet. Am 14. Oktober 1866 fand die große Eröffnungsfeier im neu erbauten Gasthaus Krone statt.
Der Remstal-Bote, „das Amtsblatt für die Oberamtsbezirke Gmünd und Welzheim“, berichtete in seiner Ausgabe vom 12. Oktober 1866 von der „Wirtschaftseröffnung & Kirchweihe“.

Karten für Weinprobe im Vorverkauf
Den 14. Oktober nehmen das Team rund um Chef Wilhelm Friedel und seine Tochter, die stellvertretende Geschäftsführerin Alexandra Schmidt, zum Anlass, ein besonderes Jubiläumsfest mit Weinprobe und Fünf-Gänge-Menü anzubieten.
Ab 18 Uhr heißt es, „genießen Sie ausgewählte Weine, die unter fachmännischer Anleitung auf das Fünf-Gänge-Menü abgestimmt sind“. Karten gibt es im Vorverkauf.

Familienbesitz in vierter Generation
Das in vierter Generation im Familienbesitz befindliche Gasthaus Krone in Zimmern bietet für jede Gelegenheit das passende Ambiente. Die Wirtschaft mit Platz für 50 Personen präsentiert sich gemütlich mit dem prasselnden Feuer des offenen Kamins, luftig und hell hingegen ist es im Pavillon. Hier finden 30 Personen Platz. Das blaue Nebenzimmer eignet sich für Veranstaltungen bis zu 25 Personen, das rote Nebenzimmer bietet Platz für 18 Personen. Das richtige Flair für die regelmäßig angebotenen Ritteressen findet sich im Gewölbekeller.
Für Familien- oder Firmenfeiern bietet sich der große Saal an. 110 Personen können hier von den 25 Angestellten des Gasthauses gut versorgt werden.
Das Gasthaus Krone in Zimmern verwöhnt seine Gäste mit klassisch schwäbischer Küche. Hier werden regionale Produkte verarbeitet, viel Wert wird auf hausgemachte Suppen, Soßen, Spätzle und Schupfnudeln gelegt.

Saisonale Küche
Die saisonale Küche bietet je nach Saison, Spargel, Wild, Geflügel und mehr an. Jeden Donnerstag werden wechselnde, herzhafte Fladenspezialitäten frisch im Steinofen gebacken. Das Gasthaus Krone nennt rund 50 Parkplätze sein eigen. aro

Das Gasthaus Krone

Feierzeit:
Jubiläums-Sommerfest im großen Zelt am Sonntag, 21. August,
Jubiläums-Weinprobe mit Menü am Freitag, 14. Oktober.

Infos und Karten:
www.krone-zimmern.de, E-Mail: info@krone-zimmern.de,
Telefon: (07171) 82515.

Öffnungszeiten:
Das Gasthaus Krone in Schwäbisch Gmünd-Zimmern, Böbinger Straße 3,
hat montags ab 16 Uhr geöffnet, Mittwoch bis Freitag zum täglichen
Mittagstisch von 11.30 Uhr bis 14 Uhr, dann wieder ab 16 Uhr.
Samstag, Sonn- und Feiertags öffnet das Gasthaus um 10 Uhr.
Dienstag ist Ruhetag.

„Es lebt sich gut hier“

Ein großer Schritt in die Zukunft wurde in Straßdorf im Jahr 1911 gemacht. „Die Bahnlinie war damals der Grundstock für die Ansiedlung von Gewerbe“, erzählt Albert Scherrenbacher. Eigentlich hieß die 27,2 Kilometer lange Eisenbahnstrecke zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen Hohenstaufenbahn, von den Gmündern wurde sie liebevoll „Klepperle“ genannt.
Im Juni 1984 fuhr sie zum letzten Mal. Heute gilt die frühere Klepperle-Trasse als einer der schönsten Rad- und Wanderwege Deutschlands. Und in Straßdorf steht noch heute der alte Bahnhof – durch liebevolle private Renovierung ein richtiges Kleinod, bewundert von vielen vorbeikommenden Radfahrern und Wanderern. „Es ist schön, dass so etwas erhalten wird, das ist Nostalgie“, freut sich Albert Scherrenbacher.

Die Stammtische verschwinden
Wie es früher war in seinem Heimatort, darüber kann das Straßdorfer Urgestein viel erzählen. Auch, wo früher sein Lieblingsplatz im Ort war. „In der Dorfmitte, dort wo heute das Hochhaus steht, war früher das Schulhaus. Auf diesem Platz hat man sich immer nach der Kirche getroffen“, erinnert er sich. Auch der Sportplatz sei ein beliebter Treffpunkt gewesen.
Und für die Rentner natürlich die Wirtschaften – zum Kartenspielen, reden und zusammensitzen. „Das ist heute nicht mehr so, auch die Stammtische, an denen früher 20 oder 25 Personen saßen, verschwinden langsam“, bedauert Albert Scherrenbacher. Die Veränderungen erklärt der 1939 geborene Straßdorfer so: „Fernseher oder vieles, was heute in der Freizeit möglich ist, gab es damals halt nicht.“

Froh um jeden Feuerwehrmann
Sein Enkel Patrick hört sich ganz gerne die Geschichten von früher an, ist aber froh, dass die Jugend heute ein anderes Leben führen kann.
Der 19-Jährige, der nach seiner Ausbildung in der Metzgerei seines Vaters arbeitet, orientiere sich in der Freizeit eher Richtung Schwäbisch Gmünd, gibt er zu. Wie sein Vater Stefan ist er Mitglied in der Straßdorfer Feuerwehr – sehr zur Freude seines Opas: „Wir sind ja froh um jeden Jungen, der Spaß daran hat.“
Albert Scherrenbacher hofft, dass der Enkel noch ein bisschen fremde Luft schnuppert, um im Berufsleben Erfahrungen zu sammeln. So wie er selber, der acht Jahre Ausbildung zum Metzgermeister absolviert habe. Und mit einem verschmitzten Seitenblick auf den Enkel fügt er hinzu. „Da lernt mans folgen.“
„Wir hoffen, dass dann ein richtiger Dorfplatz geschaffen werden kann.“ Albert Scherrenbacher

Reges Vereinsleben
Vom regen Vereinsleben in Straßdorf erzählen die Scherrenbachers auch gern. Bestimmt 18 bis 20 Vereine gebe es im Ort. Und dort sei auch die Arbeit mit dem Nachwuchs ein großes Anliegen: „Der Musikverein hat allein 100 junge Mitglieder in der Ausbildung“, freuen sie sich. Turnen, Fußball, Volleyball und vieles mehr beim Turnverein Straßdorf, Schützenverein, Liederkranz oder Tennisclub Grün-Weiß, um nur einige zu nennen: Möglichkeiten für Hobby, Spaß, Geselligkeit und Engagement gibt es viele in Straßdorf.
„Leider Gottes gab es früher viel mehr Gartenfeste“, erinnert sich Albert Scherrenbacher. Gut zwölf dieser Feste seien in einem Jahr gefeiert worden, heute bekomme man vielleicht noch die Hälfte von den Vereinen gestemmt.
Aber auch die Zahl der Wirtschaften in Straßdorf sei gesunken – nach dem Krieg seien es noch zehn gewesen.
Eine große Veränderung haben auch die landwirtschaftlichen Betriebe erlebt: „Früher hatten wir rund 100 Landwirte, jetzt sind es nur noch sechs“, zählt Albert Scherrenbacher auf. Und die seien in Metlangen und Reitprechts, in Straßdorf selber gibt es keinen Landwirt mehr. Ein Sägewerk, Glaser, Schmied, Fuhrunternehmen und andere Betriebe gehörten damals zum Ortsbild – heute sind viele davon verschwunden.

Neue Ortsmitte
Der Ort hat sich in vielen Jahrzehnten verändert und die Entwicklung geht stetig weiter: Eine neue Straßdorfer Mitte mit Pflege– und Dienstleistungszentrum des DRK wurde auf den Weg gebracht. Ein Wohn- und Geschäftshaus konnte 2015 eingeweiht werden, mit dem Abriss der Grundschule und des benachbarten landwirtschaftlichen Anwesens soll noch mehr möglich gemacht werden. „Wir hoffen, dass dann ein richtiger Dorfplatz geschaffen werden kann“, wünscht sich Albert Scherrenbacher. ub
© Schwäbische Post 19.08.2016 13:24
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