Mit großer Zuversicht durch die Krise

Händler, Gewerbetreibende und Dienstleister freuen sich, dass man nun wieder in vollem Umfang für die Kunden zur Verfügung stehen kann. Die Gemeinde Westhausen punktet darüber hinaus mit guter Infrastruktur und wohnlichem Charakter.
  • Handel und Dienstleister in Westhausen haben ab sofort wieder für die Kunden geöffnet. Foto: mj

Westhausen. Caroline Momesso bringt es zum Ausdruck. „In Westhausen ist was los“, sagt die zweite Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins von Westhausen. Sie selbst war mit ihrem Schmuckgeschäft vom Lockdown betroffen. Doch wie in anderen Branchen auch ist bei solchen Situationen durchaus Kreativität gefragt.   

   In sozialen Medien postete sie täglich aktuelle Angebote und fuhr dann die Bestellungen persönlich aus. Die Westhausener Gastronomie richtete einen Lieferservice ein, der gut angenommen wird.

Kleinere Geschäfte wurden hart getroffen

Vor allem die kleinen Geschäfte im Ort hat die zeitweise Schließung hart getroffen. Das sagt auch Bürgermeister Markus Knoblauch. „Wegen der Corona-Pandemie bricht die Konjunktur in einem erheblichen Umfang ein.“ Die Steuereinnahmen, so rechnet das Gemeindeoberhaupt, werden wegen der Rezession deutlich geringer ausfallen und dadurch wird die gute Basis, die in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, schwer gebeutelt. Er sieht hier die öffentliche Hand in der Verantwortung, die Firmen bestmöglich durch diese Krise zu führen. So werden in Westhausen die begonnenen Baumaßnahmen weitergeführt. Für rund 1,8 Millionen Euro hat die Gemeinde kürzlich Aufträge für den Kindergarten in Lippach und die Propsteischule Westhausen vergeben, was den regionalen Firmen und Handwerkern zugute kommt.

Der Gemeinderat, der seit Februar nicht mehr persönlich tagen konnte, wurde vom Bürgermeister einmal in der Woche über aktuelle Einzelheiten informiert und wichtige Entscheidungen wurden auf dem Schriftweg getroffen.

Fahren auf Sicht

Wegen der Corona-
Pandemie bricht die Konjunktur in einem erheblichen Umfang ein.“

Markus Knoblauch, Bürgermeister

Die Gemeindeverwaltung hat zudem eine „Arbeitsgruppe Corona“ ins Leben gerufen, in der sich die Amtsleiter mit dem Rathauschef regelmäßig über notwendige Maßnahmen austauschen. „Unseren im Februar verabschiedeten Haushalt 2020 werden wir wegen der wegbrechenden Einnahmen leider so nicht halten können – wir müssen mehr denn je auf Sicht fahren“, sagt Markus Knoblauch.

Doch ist er sehr zuversichtlich, die Situation aufgrund der soliden Finanzbasis der Gemeinde gut durchzustehen. Sehr bedauerlich findet er jedoch, dass das Kreisfeuerwehrfest auf 2021 verschoben werden musste. „Dann feiern wir eben im kommenden Jahr halt noch schöner“, freut sich der Schultes.

Lob für die Verwaltung

Von Seiten der Gewerbetreibenden in Westhausen gibt es Lob für die Verwaltung. Bürgermeister Markus Knoblauch initiierte im Amtsblatt eine Aktion, in der die Westhausener Firmen aufzeigen konnten, wie bei ihnen in der aktuellen Situation eingekauft werden kann. „Denn die Ausgaben laufen weiter“, sagt Caroline Momesso.

„Westhausen hat tolle Kunden“, fügt sie dann an. „Sie bleiben vor Ort und halten dadurch die Geschäfte in Westhausen.“ Schließlich ist in Westhausen fast jede Branche vorhanden. Noch etwas gibt es in Westhausen zurzeit: Vor der Absage der Kapfenburgmesse haben viele Geschäfte bereits ihre Give-aways eingekauft. „Aber dann verteilen wir diese halt im Laden direkt an die Kunden“, lächelt Caroline Momesso. mj

© Schwäbische Post 21.05.2020 19:48
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