Unterwegs zwischen Sechta und Jagst

Röhlingen dürfte vor allem durch seinen Fasching überregional bekannt sein. Doch Ellwangens größter Teilort liegt in lebenswerter Natur am Ellwanger Seenland und hat noch weitaus mehr zu bieten.
  • Panoramaansicht der Ortschaft Röhlingen von Osten. Links ist die katholische Kirche Sankt Peter und Paul zu sehen. Im Hintergrund in der Bildmitte sind einige hohe Industriebauten des Gewerbegebiets Neunheim zu erkennen, das ebenfalls noch zur Gemarkung Röhlingen zählt. Foto: Alexander Schäffer
  • Die um 1900 erbaute katholische Kirche Sankt Peter und Paul ist ein Wahrzeichen Röhlingens. Foto: als
  • Der Limesturm. Foto: als
  • Die Grundschule liegt unmittelbar neben der Röhlinger Sechta. Foto: als

Ellwangen-Röhlingen. Im nordöstlichen Vorland der Schwäbischen Alb auf 459 Metern über Normalnull liegt die Ortschaft Röhlingen. Zum 1. Januar 1972 im Zuge der großen Gemeindegebietsreform zur Großen Kreisstadt Ellwangen eingemeindet, umfasst das 4337 Hektar große Gemarkungsgebiet Röhlingens auch die Orte Neunheim, Neunstadt, Haisterhofen, Killingen, Dettenroden, Elberschwenden, Rötlen, Erpfental, Süßhof und Steigberg.

Eine lange Geschichte

Archäologische Funde in der Flur „Hornbreite“ lassen darauf schließen, dass die Gegend von Röhlingen schon in der Mittel- und Jungsteinzeit besiedelt war. Zahlreiche Grabhügel aus der Bronzezeit und vor allem der Hallstattzeit wurden gefunden, unter anderem in Röhlingen, Haisterhofen und Killingen. Röhlingen wurde im 6. oder 7. Jahrhundert als alamannisches Dorf gegründet. Der Dorfname, so erzählt man sich, wird auf einen Mann namens Rehilo oder Rohilo zurückgeführt, der sich mit seiner Sippe dort niedergelassen haben soll.

Beim Bau des obergermanisch-raetischen Limes im 1. und 2. Jahrhundert nach Christus wurde die Gemarkung auf einer Länge von acht Kilometern in nordöstlicher Richtung von der Grenzbefestigung durchschnitten. Heute befindet sich in der Ortsmitte von Röhlingen direkt an der Sechta sozusagen als Denkmal ein Nachbau eines Limesturms, der im Nachgang zum 1250-jährigen Jubiläum Röhlingens im Jahr 2014 erstellt wurde.

Die Röhlinger Sechta ist ein knapp 20 Kilometer langer Nebenfluss der Jagst. Mit einem etwa 90 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet ist sie der bedeutendste Zufluss am Oberlauf der Jagst. Der Bach entsteht in der Nähe von Pfahlheim durch den Zusammenfluss des rechten Sonnenbachs und des linken Weiherbachs und mündet bei Rainau-Schwabsberg in die Jagst.

Gut ausgebaute Infrastruktur  

Auch wenn das Röhlinger Umland heute noch landwirtschaftlich geprägt ist, zählt Ellwangens größtes, rund 200 Hektar umfassendes Gewerbegebiet Neunheim-Neunstadt ebenfalls zur Gemarkung Röhlingen. Das Industriegebiet stellt etwa 5000 Arbeitsplätze bereit und verfügt seit 1987 über einen direkten Autobahnanschluss an die A7 Würzburg – Ulm. Ebenfalls im insgesamt etwa 3800 Einwohner zählenden Ort sind lokale Versorger wie Bäcker, Metzger und Ärzte vorhanden. Die Ansiedlung eines Lebensmittel-Supermarktes steht in Aussicht. Bedingt durch den Autobahnanschluss wird die Ortsdurchfahrt Röhlingens allerdings durch den zunehmenden Schwerlastverkehr belastet.

Viel Sehenswertes

Durch den Ort führt der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 Kilometer von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau. Viele Stauseen in der Umgebung laden im Sommer zum Schwimmen und Erholen ein.

Röhlingen verfügt zudem über eine Grundschule, die Johann-Sebastian-von-Drey-Schule. Das Schulhaus aus dem Jahr 1959 wurde 2003 erweitert und beherbergte ursprünglich auch eine Hauptschule.        Die katholische Kirchengemeinde ist Trägerin des Kindergartens St. Peter und Paul.

  Im Ortsteil Neunheim gibt es einen städtischen Kindergarten. Sehenswert ist die um 1900 auf einem Hügel erbaute katholische Kirche Sankt Peter und Paul, die so weite Teile des Ortes überragt und ein von weither sichtbares Merkmal bildet. Der von 1919 bis 1922 entstandene Kreuzwegfries von Alois Schenk gilt als frühestes Zeugnis des Expressionismus in einer Kirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Ausgeprägtes Vereinsleben

In Röhlingen wird dörflicher Zusammenhalt gelebt. Im Ort gibt es über 20 Vereine. Der FC Röhlingen umfasst fast 1200 Mitglieder, die Sechta-Narren sind überregional für ihren Fasching bekannt. Auch sonst existiert mit Musikverein, Liederkranz, Gartenvereinen, Sportakrobatik, Reiten, Ringen, Tischtennis, DRK, Fliegergruppe und vielem mehr ein ausgeprägtes Vereinsleben. als

© Schwäbische Post 26.07.2019 15:08
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