Unterwegs zwischen Kultur und Natur

Zu einem beliebten Wohnort mit gut ausgebauter Infrastruktur hat sich die Gemeinde Rosenberg entwickelt. Der Ort überzeugt auch Erholungsuchende und Sportbegeisterte mit einem weitläufigen Netz an Wanderwegen und einer Vielzahl an weiteren Aktivitäten.
  • Großformatige Bilder vom Künstlerpfarrer Sieger Köder schmücken den Garten des Museums in Rosenberg. Foto: AK
  • Der sitzende Mönch vor dem Rosenberger Rathaus wurde vom Künstlerpfarrer Sieger Köder gestaltet. Foto: AK
  • Die Jakobuskirche in Hohenberg, deren Wurzeln bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen, ist ein echtes Schmuckstück. Im Jahr 1896 erhielt sie ihr bis heute existierendes Erscheinungsbild. Foto: Achim Klemm

Rosenberg. In eine wunderschöne Naturlandschaft eingebettet liegt zwischen Ellwangen und Schwäbisch Hall die Gemeinde Rosenberg. Sie ist ein attraktiver Wohnstandort und bietet in kultureller Hinsicht und in Sachen Freizeitwert viel.

„Auch in Bezug auf die Infrastruktur sind wir gut aufgestellt und müssen uns nicht vor anderen Gemeinden verstecken“, betont Bürgermeister Tobias Schneider, der weiter ins Detail geht. „Wir haben das allgemeine Wohngebiet Rosenberg - West IV ausgewiesen, das momentan im Entstehen ist und 30 Bauplätze bereit hält, die seit August vermarktet werden. Es gibt bereits viele Nachfragen. Aber dieses Baugebiet wird wahrscheinlich nicht lange vorhalten und man muss sich dann Gedanken machen, wie es baulich weitergeht.“ In Hummelsweiler gibt es dagegen laut Bürgermeister Schneider noch Bauplätze in ausreichender Zahl. Der Breitbandausbau, ein wichtiger Standortfaktor für die Gemeinde Rosenberg, kommt gut voran. „Rosenberg-Nord“ mit dem Hauptort, Hummelsweiler, Villa und beispielsweise dem Zollhof werden nun angeschlossen, die notwendigen Arbeiten sind schon vergeben. Bis Ende 2019 soll dann ganz Rosenberg mit dem schnellen Internet versorgt sein. „Nur bei der Ansiedlung eines Allgemeinarztes, eines Lebensmittelmarktes und bei Gaststätten in Rosenberg gibt es bei uns noch Nachholbedarf“, erklärt Schneider. Aber auch da ist man am Thema dran.

Jedoch auch der Schulstandort in Rosenberg ist hervorzuheben, mit der Gemeinschaftsschule in der Karl-Stirner-Schule. „Da wir auch künftig hohen Wert auf die Schulbildung und den Schulstandort legen, sanieren und erweitern wir die Schule stetig. Insgesamt wird die Gemeinde, über alle Bauabschnitte hinweg, rund 8,5 Mio. € investieren“, ergänzt der Bürgermeister.

Rosenberg und seine Historie

Die Gemeinde, die derzeit rund 2.700 Einwohner zählt, gehörte zuerst zur Abtei Ellwangen, nach deren Umwandlung im Jahre 1460 bis 1802 zur Fürstpropstei Ellwangen. Bis 1938 war sie dem Oberamt Ellwangen angegliedert. Seit 1973 ist Rosenberg dem Ostalbkreis zugehörig.

Der Hauptort Rosenberg wurde erstmals 1344 im Gültbuch der Probstei Hohenberg erwähnt. Wegen des quarzhaltigen Sandes und dem Holzreichtum in dieser Gegend wurde nach Ende des 30-jährigen Krieges bis 1876 eine Glashütte betrieben.

Die in den Jahren 1742 bis 1746 erbaute Pfarrkirche prägt das Erscheinungsbild in Rosenberg. Zu den weiteren besonderen und weithin bekannten Sehenswürdigkeiten zählt die romanische Jakobuskirche im Teilort Hohenberg.

Rosenberg war einst stark landwirtschaftlich geprägt. Sie genießt heute als Fremdenverkehrsgemeinde einen hohen Stellenwert. Die Landschaft ist geprägt durch riesige Waldflächen und eine ausgedehnte Seenlandschaft.

Kulturell bedeutsame Gemeinde

Rosenberg ist auch kulturell sehr bedeutsam und Geburtsort des schwäbischen Malerpoeten Karl Stirner. Insbesondere die Werke des Künstlerpfarrers Sieger Köder, der 20 Jahre lang Pfarrer in Rosenberg gewesen ist, locken heute viele Kunstinteressierte in die Ostalbgemeinde. Das Sieger-Köder-Zentrum, direkt neben dem Rathaus an der Hauptstraße, ist Pilgerstätte für zahlreiche Kulturbegeisterte geworden, die extra deshalb aus ganz Deutschland nach Rosenberg reisen. Der Jakobuskirche auf dem Hohenberg hat Sieger Köder ihr ursprünglich romanisches Inneres zurückgegeben, indem er sie mit zahlreichen Bildfenstern versah.

90 Kilometer Wanderwege

Erholungssuchende und Sportbegeisterte kommen in Rosenberg voll auf ihre Kosten. Das Wanderwegenetz ist weit ausgedehnt und umfasst insgesamt 90 Kilometer an Wegstrecke. Der beliebte fränkisch-schwäbische Jakobusweg führt durch die Gemeinde auf den Hohenberg und weiter nach Ulm. Ein Trimmpfad, ein Barfußpfad, ein Waldlehrpfad und ein Wassertretbecken stehen in der Gemeinde ebenfalls zur Verfügung.

Bürgermeister Tobias Schneider lobt noch das große bürgerschaftliche und ehrenamtliche Engagement in Rosenberg. „Wir haben insgesamt rund 30 Vereine und Vereinigungen, die sehr gut miteinander kooperieren. Hier in Rosenberg setzt sich der eine für den anderen ein. Der Verein ,Bürgerhilfe Rosenberg e.V.’ leistet zudem großartige Arbeit“, so Schneider. Bedürftigen wird Hilfe beim Einkaufen und bei Besorgungen gegeben oder es werden Arztbesuche oder Behördengänge für beispielsweise Senioren organisiert. „Wir haben viele helfende Hände in Rosenberg“, freut sich Tobias Schneider. AK

© Schwäbische Post 04.09.2018 15:05
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