GESANG- UND MUSIKVEREIN CONCORDIA DURLANGEN   31. GARAGENFEST AM 3. UND 4. SEPTEMBER

Wasenauftakt und eine Messe für Gambrinus

Zum 31. Mal wird das
  • Zum 31. Mal feiert die Concordia Durlangen am Wochenende das Garagenfest bei Omnibus Schuster. Foto: Concordia
Das Garagenfest des Gesang- und Musikvereins Concordia ist ein Termin, der bei vielen nicht mehr aus dem Kalender wegzudenken ist. Ganz im Sinne der kommenden Volksfestzeit steht der Samstagabend wieder unter dem Motto „Wasenauftakt“. Dieses Motto wird allerdings in diesem Jahr ergänzt durch „500 Jahre Reinheitsgebot des Bieres: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!“. Deshalb wird zum Festauftakt am Samstagabend um 18 Uhr in der St. Antonius Kirche in Durlangen vom Blasorchester der Concordia die Gambrinus-Messe aufgeführt. Gambrinus gilt als Erfinder des Bieres und ist der Patron der Bierbrauer.
In einigen Quellen wird Gambrinus als burgundischer Fürst Jan Primus (Johannes der Erste) genannt, in anderen hingegen als König von Flandern und Brabant, der im 16. Jahrhundert regierte. Da es sich bei Gambrinus um keinen Heiligen handelt, hat sich der Komponist erlaubt, sowohl im „Einzug“ als auch im „Offertorium“ jeweils ein weltliches melodisches Zitat zu verstecken, das eindeutig mit Bier in Verbindung gebracht werden kann.

Wasenauftakt mit Gratisbierprobe
Nach der Messe wird die Musikkapelle der Concordia die Gottesdienstbesucher in einem kleinen Festzug mit zünftiger Marschmusik in die Hallen von Omnibus Schuster begleiten. Dort wartet nach dem Fassanstich eine Gratisbierprobe sowie ein herzhaftes Vesper auf die Gäste.
Musikalisch unterhalten wird man dabei ab 19 Uhr vom Musikverein Schechingen, ab 21.30 Uhr wird dann Heilix Blechle mit böhmisch-mährischer Blasmusik Wasen-Atmosphäre beim Garagenfest schaffen. Auch eine Altbiertheke sowie die Sektbar stehen bereit. Getreu dem Motto sind auch Dirndl und Lederhosen ebenso gern gesehen wie auf dem Stuttgarter Wasen.

Weißwurstfrühstück und schwäbischer Mittagstisch
Am Sonntagmorgen erwartet die Besucher dann ab 10 Uhr ein zünftiges Weißwurstfrühstück. Ab 11 Uhr bietet die Concordia Durlangen ihren Gästen einen schwäbischen Mittagstisch mit Schnitzel und Maultaschen an. Dazu spielt zur Unterhaltung der Musikverein Zimmerbach und ab 14.30 Uhr das Jugendorchester der Concordia. Natürlich stehen auch wieder zahlreiche selbst gebackene Kuchen und frischer Kaffee bereit.
Zum Ausklang ab 17 Uhr bietet der Musikverein Pfersbach noch einige schöne Stunden Unterhaltungsmusik. pm/wom

Das Programm

31. Garagenfest des
Gesang- und Musikvereins
Concordia Durlangen
bei Omnibus Schuster

Samstag, 3. September:
• 18 Uhr: Gambrinus-Messe in der
?St. Antonius Kirche
• anschließend Festzug
?mit Marschmusik
?zum Wasenauftakt
?mit Gratisbierprobe und Vesper
• 19 – 21 Uhr: MV Schechingen
• ab 21.30 Uhr: Heilix Blechle

Sonntag, 4. September:
• ab 10 Uhr: Weißwurstfrühstück
• 11 – 14 Uhr: MV Zimmerbach
• 14.30 – 15.30 Uhr: Jugendkapelle
?des GMV Durlangen
• ab 17 Uhr: MV Pfersbach
umfangreicher Mittagstisch,
Kaffee und Kuchen sowie Vesper

Die kleine Gemeinde mit viel Infrastruktur

„Leinzell ist quasi Dreh- und Angelpunkt für die umliegenden Gemeinden“, sagt Bürgermeister Ralph Leischner. Daher zeigt sich die Leintal-Metropole auch besonders stark in der Infrastruktur. Im Gemeindezentrum haben sich so mehrere Ärzte, Reisebüros, ein Optiker, Banken, sonstige Dienstleister sowie Cafés, darunter das bekannte Café Leinmüller, angesiedelt. Mittelpunkt dabei ist der Kreisverkehr, der die stark befahrenen Straßen miteinander verbindet.

Gutes Freizeitangebot
Auch in den Freizeit- sowie Bildungsangeboten zeigt sich die Gemeinde stark. Unweit vom Kreisverkehr ist das Kultur- und Sportzentrum mit dreiteiliger Sporthalle, Kulturhalle sowie Schwimmhalle. Entlang der Lein findet sich dann noch der Sportplatz.
Diese Lage stellt auch die ursprüngliche Konzentration Leinzells dar. „Früher waren wir ein Dorf, das sich nur an der Lein entlang erstreckte“, erklärt Heimatforscher Berthold Hummel und ergänzt: „Der Ortsname ist dabei übrigens aus der Pfarrei ,Cella’ und der Lein entstanden. Die Pfarrei wurde erstmals 1259 als Außenposten der Abtei Ellwangen erwähnt.“

Ständige Entwicklung
Aus dem kleinen Fluss-Dorf ist heute eine sich ändernde Gemeinde geworden mit rund 2050 Einwohnern. Neben dem kleinen Ortskern im Tal wurde dabei in der Nachkriegszeit vor allem an den Bergen gebaut. Das letzte Baugebiet „Mittelzell“ wurde dabei 2011 erschlossen. „Wir sind in der Ausweitung recht eingeschränkt, da wir von Naturschutzgebieten, Wasserschutzgebieten und mehr umgeben sind. Zudem macht es die Tallage und Platzproblematik auch etwas schwierig“, erklärt der Bürgermeister. Denn Leinzell besteht momentan aus nur 208 Hektar Fläche, auf die 2050 Einwohner kommen. „Damit sind wir flächenmäßig die kleinste Gemeinde im Ostalbkreis“, so Leischner. „Wir haben aber eine Bevölkerungsdichte wie Berlin Mitte“, ergänzt Hummel.
Besonders stolz ist man in Leinzell dabei auf das große Schulzentrum mit Grundschule, Realschule und Werkrealschule. Knapp 800 Schüler, also fast halb so viele wie Leinzell Einwohner hat, gehen dort zur Schule. „Die Schüler kommen aus sämtlichen, umliegenden Gemeinden“, so Leischner stolz. Im Jahr 2015 wurden die Schulen dann zur Verbundschule mit dem Namen Schulzentrum Leinzell zusammengeschlossen. Bereits im Jahr 2008 wurde eine Mensa zwischen den Gebäuden eröffnet.
„Leinzell ist quasi Dreh- und Angelpunkt für die umliegenden Gemeinden“ Bürgermeister Ralph Leischner

Vielfältiges Vereinsleben
Ganz besonders stolz sind die Leinzeller Bürger auch auf ihre vielen Vereine. 39 Vereine und Organisationen mit vielfältigen Angebot zählt die Gemeinde.
„Etwas ganz Besonderes und in dieser Art auch Einzigartiges ist dabei unser Leichenverein“, so Leischner. Dieser mit 328 Mitglieder sehr starke Verein kümmert sich um die Hinterbliebenen im Todesfall. „Früher organisierte der Verein alles, was im Todesfall erledigt werden musste und sorgte für arme Bürger für ein ordentliches Begräbnis. Heute spendet der Verein eine Art Soforthilfe“, so Hummel.
Insgesamt sei Leinzell früher sehr arm gewesen. Daher kommt auch die in Dorf und Land bekannte Bezeichnung der „Katzenstrecker“ für die Leinzeller. „Früher war das eine Beleidigung, heute lacht man da drüber“, sagt Leischner. Schließlich nehme man das mit dem Faschingsverein der Leinzeller Murren, was übersetzt aus der jenischen Sprache so viel wie Katzen heißt, selbst nicht mehr so ernst. „Die jenische Sprache ist dabei übrigens auch etwas Besonderes in Leinzell und wir versuchen sie möglichst gut zu erhalten, der jenische Stammtisch kümmert sich darum.“
Einkaufen kann man in Leinzell im Übrigen im Gewerbegebiet zwischen Leinzell und Göggingen, das von beiden Gemeinden gemeinsam betrieben wird.
„Über zwei Brunnen, von denen jeder einzelne schon allein unseren Wasserbedarf decken könnte, haben wir eine komplett unabhängige Wasserversorgung in sehr hoher Qualität. Es gibt lediglich eine Notleitung“, erklärt der Bürgermeister. jps

Daten und Infrastruktur

• Einwohner: 2010
?(Stand 31.12. 2014)
• Fläche: 211 ha
• Lage: 400 bis 460 Meter Höhe
• Vereine: zahlreiche Sport- und
   Kulturvereine, wie Musikverein
• Schulen: Grundschule,    Realschule, Werkrealschule
• Kindergärten: Sankt Georg    Kindergarten, Villa Kunterbunt
• Kirchen: Kath. Kirche St. Georg,    ev. Kirchengemeinde
• Seniorenheim
Leinzell entstand wohl als Außenposten der Abtei Ellwangen. Die Pfarrei „Cella“ wird erstmals in einer Schenkungsurkunde von 1259 erwähnt. Bis zur Säkularisation blieb Ellwangen auch Lehensherr über Leinzell. An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert wechselten die Ortsherren mehrfach. 1636 erhielt der in ellwangischen Dienst tretende Valentin von Lang das Lehen Leinzell übertragen. Bis zum Übergang an Württemberg 1805 blieben die Herren von Lang im Besitz von Leinzell.
Einen tiefen Einschnitt in der Ortsgeschichte markiert das Jahr 1776, als die beiden Brüder Franz und Carl von Lang das kleine Herrschaftsgebiet auch noch teilten. Die verbleibenden Einkünfte reichten nicht aus, um „standesgemäß“ leben zu können. Deshalb öffneten die Brüder das Dorf für „Kolonisten“ und leiteten damit den folgenschweren Zuzug überwiegend Mittelloser ein. Die Ankömmlinge konnten wegen der geringen Fläche ihr Auskommen nicht in der Landwirtschaft finden. Sie mussten als Korbflechter, Kesselflicker, Hausierhändler ihr Leben fristen.
Die Armut und Not vieler Dorfbewohner löste ab 1850 eine Auswanderungswelle nach Nordamerika aus, wobei arme Familien von den Behörden teilweise nachdrücklich zum Verlassen der Heimat gedrängt wurden.
Die Erwerbsmöglichkeiten im Dorf besserten sich erst, nachdem der einer Cannstatter Unternehmersfamilie entstammende Julius Uhlman 1898 in Leinzell eine Korsettfabrik gegründet hatte. Der Konkurs der Firma 1933 stürzte das Dorf erneut in eine Krise. Neue Unternehmen ermöglichten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine erstaunliche Aufwärtsentwicklung.
© Schwäbische Post 02.09.2016 20:19
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