Seltsame Eigenarten

Forscher entdecken „rätselhafte Sternart“, die unsere Vorstellung weit übersteigt

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Die Verschmelzung zweier „Weißer Zwerge“ könnte die Lösung für das Rätsel der neuen Sternart sein (Symbolbild).
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Wissenschaftler haben eine Sternart entdeckt, die ihnen Rätsel aufgibt: Sie weisen eine unbekannte Eigenart auf, die sie von der gängigen Sternentwicklung unterscheidet.

Tübingen/Arizona - Die Weiten des Weltalls sind für den Menschen meist unbegreiflich und stecken voller Überraschungen. Unter anderem entdeckten Forscher kürzlich unmögliches, als aus einem schwarzen Loch wieder etwas heraus kam (BW24* berichtete). Nun entdeckten Astronomen aus Baden-Württemberg* eine völlig neue Sternart.

Die Sterne in unserer Galaxie bestehen normalerweise aus einer Oberfläche von Wasserstoff und Helium. Die Entdeckung von Professor Klaus Werner von der Universität Tübingen zeigt jedoch eine andere Eigenart auf: Der Stern war von Kohlenstoff und Sauerstoff bedeckt.

„Rätselhafte Sternart“ stellt Herausforderung für Forscher dar

Dass es Sterne gibt, die mit Kohlenstoff und Sauerstoff überzogen sind, ist den Forschern durchaus bereits bekannt. Ursache hierfür sei ein explosionsartiges Wiedereinsetzen der Heliumfusion, die dann die beiden Elemente als Brennsache an die Oberfläche bringt. „Dieses Ereignis kann jedoch nicht die neu entdeckten Sterne erklären. Sie haben größere Radien und führen die Heliumfusion friedlich in ihrem Zentrum aus“, erklärt Klaus Werner.

Die „rätselhafte Sternart“ stellt daher eine echte Herausforderung für die Wissenschaftler und ihr „Verständnis der Sternentwicklung“ dar, da Temperatur und Durchmesser der Sterne anzeigen, dass in ihrem Inneren weiterhin Heliumkerne fusionieren. 

Eine mögliche Erklärung liefern Astronomen der Universität von La Plata in Argentinien. Sie glauben, dass die Sterne durch eine sehr seltene Art von Verschmelzung zweier „Weißer Zwerge“ entstanden seien. Als Weiße Zwerge werden Sterne bezeichnet, die geschrumpft sind und nach Millionen von Jahren langsam „sterben“.

Neue Sternart bei Suchprogramm zur Sternentwicklung entdeckt

Im Rahmen eines Suchprogramms zur Sternentwicklung wurden die beiden neuartigen Sterne entdeckt. Der typische Lebenszyklus eines Sterns beginnt mit der Kernfusion von Wasserstoff zu Helium. Im Laufe der Zeit setzt tief im Sterninneren eine Kernreaktion ein, die Helium in Kohlenstoff und Sauerstoff umwandelt. Durch die neue Entdeckung gibt es wohl für die Forscher einen neuen Aspekt in der Entwicklung der Sterne.

Darüber hinaus gibt es weitere neue Erkenntnisse im All. Durch Zufall wurde zuletzt ein „Mega-Komet“ mit 150 Kilometer Durchmesser entdeckt, der auf die zu Erde rast*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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