Wetterchaos im ostchinesischen Meer

Taifun in Japan: Wetterdienst warnt vor „nie dagewesener“ Gefahr – indes Tsunami-Warnung für Taiwan

Für Japan und Taiwan haben die Wetterdienste die höchsten Warnstufen ausgesprochen. In Japan wegen eines Taifun, in Taiwan wegen Erdbeben. Es gibt eine Tsunami-Warnung.

Update vom 18. September, 15.29 Uhr: Bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 in Taiwan am Sonntag stürzten zahlreiche Häuser ein, es gab Tote und Verletzte. Ein Arbeiter kam in einem Zementwerk ums Leben, als er von einem herabstürzenden Staubfilter getroffen wurde, wie das Krisenzentrum in Taipeh am Sonntag mitteilte. Zuvor war von Menschen berichtet worden, die im östlichen Landkreis Hualien in einem eingestürzten Supermarkt gefangen waren. Nun wurde bekannt, dass vier der eingeschlossenen Personen verletzt geborgen werden konnten und ins Krankenhaus gebracht wurden.

Ein ungewöhnlich heftiger Taifun sucht Japan heim

Erstmeldung: Taipeh – Im Ostchinesischen Meer haben gleich mehrere Wetterphänomene am Sonntag (18.9) für Warnungen gesorgt. In Taiwan lösten zwei Erdbeben eine Tsunami-Warnung aus. Häuser und Straßen wurden beschädigt. Es kam zu einem Erdrutsch. Der Süden Japans wurde indes von einem Taifun heimgesucht. Der Wetterdienst warnt vor „nie dagewesenen Gefahren“. Die Lage im Überblick.

Taifun in Japan: Wetterdienst warnt vor „nie dagewesener“ Gefahr

Ein ungewöhnlich heftiger Taifun hat den Süden Japans mit starken Sturmböen und schweren Regenfällen heimgesucht. Am Sonntag (Ortszeit) traf der 14. Taifun der Saison auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu bei der Stadt Kagoshima auf Land. Tausende Bewohner mussten sich vor den Unwettern in Sicherheit bringen, Behörden forderten mehr als vier Millionen Einwohner zum Verlassen ihrer Wohnungen auf, 98.000 Haushalte waren den Angaben zufolge ohne Strom, der Zug- und Flugverkehr war beeinträchtigt.

Der Wetterdienst JMA warnte vor einer „nie dagewesenen“ Gefahr und einem „sehr gefährlichen Taifun“. Es sei „höchste Vorsicht geboten“, sagte ein Sprecher. Wie die Tagesschau berichtet, wurde mit Windgeschwindigkeiten bis 250 km/h gerechnet. Ministerpräsident Fumio Kishida forderte Einwohner im Onlinedienst Twitter auf, sich „von gefährlichen Orten fernzuhalten“ und sich - noch bei Tageslicht - umgehend in Sicherheit zu bringen, sobald sie „auch nur die geringste Gefahr spüren“.

In Japan wurde im Zuge des Taifuns vor hohem Wellengang und Erdrutschen gewarnt. Aufnahmen aus Izumi, Kagoshima.

Der japanische Fernsehsender NHK meldete vereinzelte Verletzte, Berichte über größere Schäden oder Todesopfer gab es jedoch zunächst nicht. Vor hohem Wellengang und Erdrutschen in Folge der starken Regenfälle wurde gewarnt. Der sich langsam fortbewegende Wirbelsturm dürfte nach dem Wochenende Kurs Richtung Nordosten nehmen und auch auf der Hauptinsel Honshu mit der Hauptstadt Tokio für starken Regen sorgen. Anfang September hatte es bereits Tote und Stromausfälle wegen eines Taifuns in Südkorea gegeben.

Taiwan: Erdbeben und Tsunami-Warnung – Erschütterungen bis nach China spürbar

Indes hat sich vor der Ostküste Taiwans am Sonntag ein schweres Erdbeben ereignet. Es hatte eine Stärke von 6,8. Häuser und Straßen wurden schwer beschädigt. In Yuli stürzte eine Brücke ein. Ein Erdrutsch blockierte eine Straße. Nach Medienberichten wurde eine zunächst unbekannte Zahl von Menschen in einem eingestürzten dreistöckigen Supermarkt im östlichen Landkreis Hualien eingeschlossen. Über weitere Opfer gab es zunächst keine Angaben. Der Bahnverkehr wurde vorübergehend ausgesetzt. Ein Zug entgleiste. Aufzüge in hohen Gebäuden stoppten.

Japan löste vorübergehend eine Tsunami-Warnung für Okinawa und andere südlich gelegene Inseln aus. Die Erschütterungen waren bis zur Hauptstadt Taipeh zu spüren. Das staatliche Erdbebenbeobachtungszentrum China Earthquake Networks Center meldete deutlich spürbare Erschütterungen auch in den Küstengebieten bis Shanghai.

Bei einem Erdbeben in Taiwan am Sonntag stürzten unter anderem Häuser ein. Für einige Inseln gilt eine Tsunami-Warnung. Eine Aufnahme aus dem Stadtgebiet Yuli.

Bereits am Samstag hatte es an der Ostküste Taiwans in der gleichen Region ein Erdbeben gegeben. Es fiel mit einer Stärke von 6,6 allerdings weniger stark aus. Taiwan wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert. In Taiwan selbst werden Tsunami-Warnungen erst ab einer Erdbeben-Stärke von 7,0 ausgegeben. Regenfälle sorgen auch in Europa derzeit für Überschwemmungen und Erdrutsche. In Italien starben elf Menschen. Einer Mutter wurde das Kind in den Fluten aus den Armen gerissen. In Deutschland gibt es erstmals Frostgefahr diesen Herbst. (chd/AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © Yuichi Yamazaki/AFP

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