Alles nur heiße Luft? Kritik am Klima-Entwurf

Kopenhagen  - Heiße Luft, aber nichts dahinter? Klimaschützer haben auf dem Gipfel in Kopenhagen einen Entwurf von Gastgeberland Dänemark als zu vage kritisiert.

In dem Papier, das am Dienstag auf der Konferenz kursierte, riefen die Dänen die Verhandlungsgruppen auf, “das Ziel einer Reduktion der weltweiten Emissionen bis 2050 um mindestens 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu unterstützen“.

Sie konkretisierten diese Klimaziele aber nicht und machten auch keine langfristigen Finanzzusagen. In dem Entwurf ist lediglich eine Soforthilfe von insgesamt 30 Milliarden Dollar in den Jahren 2010 bis 2012 für die Entwicklungsländer enthalten. Die Umweltstiftung WWF kritisierte den Entwurf als “schwach, [...] zu elitär, selektiv und intransparent“.

WWF-Klimachef Kim Carstensen unterstellte den Dänen, den reichen und mächtigen Staaten der Welt gefallen zu wollen anstatt der ärmeren Mehrheit zu dienen. Die Hilfsorganisation Oxfam International warf dem Entwurf vor, weit hinter die erforderlichen Emissionsreduktionen zurückzufallen und in Geldfragen vage zu bleiben. Der europäische WWF-Klimachef Stephan Singer kritisierte, dass der Text nicht mit genügend Ländern abgesprochen sei. Er sei “undemokratisch, unsensibel und unpassend“ für ein Land, das die Klimakonferenz leite. “Gastgeber sollten nicht Texte formulieren, die nicht mit der Mehrheit der Staaten abgesprochen sind.“ Zudem verletze das Papier fundamentale Positionen der Entwicklungsländer. Das im Entwurf genannte Gesamtziel von 50 Prozent Reduktion bis 2050 genüge nicht. Nötig seien 80 Prozent.

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