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Wegen Corona-Lockdown: Regierung plant bezahlten Zusatz-Urlaub für Eltern

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Ab dem 16. Dezember müssen Eltern die Schließung von Schulen und Kitas kompensieren. Doch was passiert, wenn das Urlaubskontingent bereits ausgeschöpft ist?

  • Der nächste Lockdown wird am 16. Dezember in Kraft treten.
  • Homeschooling betrifft erneut die Eltern schulpflichtiger Kinder.
  • Viele Eltern haben ihr Urlaubskontingent in Zeiten von Corona bereits erschöpft. Welche Lösung sieht die Politik vor?

Update vom Dienstag, 15.12.2020, 06.40 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Arbeitgeber aufgefordert, berufstätigen Eltern in den kommenden Wochen des harten Lockdowns beizustehen. „Die beschlossenen massiven Einschränkungen werden berufstätigen Eltern wieder viel abverlangen“, sagte Giffey der Presse. Sie appelliere deshalb an alle Arbeitgeber, Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in den kommenden Wochen „pragmatisch zu unterstützen“.

Sie verwies zudem darauf, dass Familien weiterhin Anspruch auf staatliche Corona-Hilfen haben. Wenn Eltern die Kinderbetreuung wegen fehlender Alternativen ganz zu Hause übernehmen müssen und deshalb ihrer Arbeit nicht nachgehen könnten, bekommen sie eine Entschädigung von 67 Prozent des Nettoeinkommens. Daneben wurde die Zahl der Kinderkrankentage für 2020 erhöht, die jedem Elternteil jährlich zusteht - und zwar von zehn auf 15 Tage pro Elternteil sowie von 20 auf 30 für Alleinerziehende.

Wegen Corona-Lockdown: Regierung plant bezahlten Zusatz-Urlaub für Eltern

Frankfurt - Der Corona-Lockdown ab Mittwoch (16.12.2020) wird wieder viele Eltern vor größere Herausforderungen stellen. Bereits im Frühjahr hatten flächendeckende Pandemie-bedingte Schul- und Kitaschließungen Erziehende damit konfrontiert, dass zum einen das externe Betreuungsangebot wegfiel. Und zum anderen die Schüler:innen - Stichwort Homeschooling - zu Hause unterrichtet werden mussten.

Corona-Lockdown: Viele Eltern konnten Alltag nur im Urlaub bewältigen

Viele Eltern, insbesondere auch alleinerziehende, konnten den Alltag nur bewältigen, indem sie ihren gesetzlich zustehenden Urlaub in Anspruch nahmen. Aktuell verhält sich die Lockdown-Situation etwas anders, als in der ersten Hälfte des Jahres 2020, da die Weihnachtsferien kurz bevor stehen, und die Schule ebenso wie Betreuungseinrichtungen demnächst sowieso geschlossen hätten.

Manche Bundesländer, darunter beispielsweise Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt, haben den Ferienbeginn für jüngere Schüler:innen bereits auf den 16. Dezember vorverlegt. Ab dann ist auch in Hessen* die Präsenzpflicht aufgehoben. Allerdings bleiben hessische Schulen und Kitas im Lockdown geöffnet, so haben Schüler:innen, die zu Hause nicht betreut werden können, weiterhin eine Anlaufstelle bis zum 19. Dezember. Für Abschlussklassen sind zusätzlich noch gesonderte Regelungen möglich, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag (13.12.2020) bekannt gab.

Zusätzlicher Urlaub für Corona-Lockdown geplant

Für Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen und die keinen Resturlaub mehr zur Verfügung haben, berät die Bundesregierung aktuell über eine schnelle Lösung. So arbeitet Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach Angaben seines Kabinettskollegen Olaf Scholz (SPD) bereits an Regelungen für zusätzlichen Urlaub für vom anstehenden Lockdown betroffene Eltern.

Details würden an diesem Montag (14.12.2020) besprochen. Zugleich verwies Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch auf Entschädigungsregelungen für Eltern, die bereits im Frühjahr vom Lockdown getroffen wurden. Damals war ein gesetzlicher Verdienstausfall für Mütter und Väter beschlossen worden, wenn diese wegen geschlossener Kitas und Schulen nicht zur Arbeit konnten.

„Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen“, hatte Heil vorab bezüglich eines Extra-Urlaubs verkündet. Familienministerin Franziska Giffey ergänzte, dass eine entsprechende Regelung noch in dieser Woche auf den Weg gebracht würde.

Corona-Lockdown in Deutschland; Schulen schließen fast überall bis zum 10. Januar

Bund und Länder hatten am Sonntag bei einem Corona-Krisengespräch vereinbart, dass Kitas und Schulen ab Mittwoch bis 10. Januar weitgehend schließen sollen, alternativ kann bei Schulen die Präsenzpflicht aufgehoben und auf Fernunterricht umgestellt werden. Der Zeitraum überschneidet sich zum größten Teil mit den Weihnachtsferien. Für die Tage davor und danach sollen für Eltern „zusätzliche Möglichkeiten geschaffen“ werden „bezahlten Urlaub zu nehmen“, heißt es in einem gemeinsamen Beschlusspapier. (Katja Thorwarth mit Agenturmaterialien)*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen

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