„Haben Sie Vertrauen“

Kretschmann erhält als erster Landeschef AstraZeneca-Impfung - und kündigt schärfere Corona-Auflagen an

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird in Stuttgart gegen das Coronavirus geimpft.
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Als erster Ministerpräsident wurde Grünen-Politiker Winfried Kretschmann am Freitag gegen das Coronavirus geimpft. Anschließend kündigte er verschärfte Maßnahmen an.

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat als erster der deutschen Regierungschefs seine erste Impfung gegen das Coronavirus* erhalten. Der 72-Jährige ließ sich am Freitagvormittag in einem Impfzentrum in der Landeshauptstadt Stuttgart* die lang ersehnte Spritze geben - just am Tag des Impf-Gipfels von Bund und Ländern.

Gemeinsam mit seiner Frau Gelinde erhielt Kretschmann das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca. Das Impfangebot erhielt der Grünen-Politiker aufgrund seines Alters, nicht aufgrund seines Regierungspostens. „Haben Sie Vertrauen, lassen Sie sich impfen“, sagte Kretschmann.

Kretschmann als erster Ministerpräsident geimpft - Grünen-Politiker erhielt Impfstoff von Astrazeneca

Der Astrazeneca-Impfstoff sorgte in den vergangenen Tagen für Aufsehen, da für ihn kurzzeitig ein Impfstopp verhängt wurde, nachdem es bei wenigen Patienten nach Erhalt des Vakzins zu Thrombosen gekommen war. Am Donnerstag wurde der Impfstoff jedoch von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wieder freigegeben*. Spahn bezog sich in seinem Beschluss auf eine Einschätzung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die sich für die Unbedenklichkeit des Vakzins ausgesprochen hatte.

Kurze Zeit nach seiner Impfung kündigte Kretschmann schärfere Corona-Auflagen für sein Bundesland Baden-Württemberg an. „Damit muss man rechnen, dass Dinge zurückgenommen und verschärft werden“, sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Stuttgart mit Blick auf die in den vergangenen Wochen konstant wieder ansteigenden Infektionszahlen in Deutschland.

Coronavirus: Kretschmann kündigt schärfere Corona-Auflagen an - Schulen im Fokus?

Vor allem das Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas scheint dem Ministerpräsidenten Sorge zu bereiten. Schon in den vergangenen Wellen* konnte der elementare Anteil Schulen und Kindergärten an einer sich verschärfenden Infektionslage festgestellt werden. Die ansteigenden Neuinfektionen könnten nun wohl auch das Ende für die erst kürzlich beschlossenen Öffnungen von Schulen für Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht bedeuten. Es könne sein, „dass wir da auch was ändern müssen“, erklärte Kretschmann vor dem Bund-Länder-Treffen zur Corona-Politik am kommenden Montag.

Bundesweit liegt die 7-Tages-Inzidenz am Freitag für Neuinfektionen mit dem Coronavirus bei 95,6 und damit wieder gefährlich nahe an dem Schwellenwert von 100, den Kanzlerin Angela Merkel bei der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz festgelegt hatte. Kretschmanns Grüne hatten am Sonntag die Landtagswahlen in Baden-Württemberg gewonnen. (fd/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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