Es geht um 25 Zitate

Söders neuer CSU-General: Plagiatsvorwürfe gegen Huber – Dauer der Prüfung offen

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Neuer Stress für die CSU unter Chef Markus Söder (vorne)? Bayerns Ministerpräsident und der neue Generalsekretär Martin Huber

Es geht um 25 Zitate in seiner Dissertation: Kurz nach dem Rücktritt von CSU-Generalsekretär Stephan Mayer werden Vorwürfe gegen seinen Nachfolger Martin Huber laut.

Update vom 9. Mai, 16.02 Uhr: Aufgrund Plagiatsvorwürfen will der neue CSU-Generalsekretär Martin Huber „aus Gründen der Transparenz“ seine Doktorarbeit erneut überprüfen lassen (siehe Erstmeldung). Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) will das nun auf Hubers Bitte hin so rasch wie möglich tun.

„Die Dauer dieser Prüfung ist momentan noch nicht absehbar, ein möglichst zügiger Abschluss wird angestrebt“, teilte die LMU an diesem Montag auf dpa-Anfrage mit. Rein rechtlich gesehen darf Huber seinen Doktortitel währenddessen weiterführen und muss ihn nicht ruhen lassen: „Während der Prüfung ist ein Ruhenlassen der Titelführung in der Promotionsordnung nicht vorgeschrieben“, so die LMU.

Update vom 8. Mai, 18 Uhr: Eine Sprecherin der Universität bestätigte am Sonntag, dass Hubers Bitte um erneute Überprüfung eingegangen ist. Wie diese Prüfung genau abläuft, ist demnach noch nicht klar. Das wolle man in den kommenden Tagen intern klären, hieß es.

Update vom 8. Mai, 11.41 Uhr: Seine Vorwürfe gegen CSU-Generalsekretär Martin Huber (siehe Erstmeldung) hat Plagiatsforschers Jochen Zenthöfer gegenüber der dpa so erläutert: Die Fehler gingen über einzelne Fehler bei der Zitierweise hinaus - aber es sei auch noch nicht das Stadium erreicht, in dem man sagen müsse: „Da ist der Doktorgrad auf jeden Fall weg.“

Huber hatte 2007 eine Arbeit mit dem Titel „Der Einfluss der CSU auf die Westpolitik der Bundesrepublik Deutschland von 1954-1969 im Hinblick auf die Beziehungen zu Frankreich und den USA“ vorgelegt. Am Sonntag sagte Huber laut dpa: „Mehr als 20 Seiten Literaturverzeichnis und mehr als 600 Fußnoten belegen die Quellenarbeit.“

Plagiatsvorwürfe - Neuer CSU-General Huber lässt Dissertation prüfen

Erstmeldung vom 8. Mai: München - Haben die Christsozialen aktuell ein unglückliches Händchen bei Personalien? Der Rücktritt von CSU-Generalsekretär Stephan Mayer ist erst wenige Tage her. Nun gibt es schon Vorwürfe gegen seinen Nachfolger Martin Huber - er soll plagiiert haben.

Laut einem Bericht der Bild am Sonntag (Bams) stieß der Experte Jochen Zenthöfer in Hubers Dissertation auf zahlreiche Plagiate. Allein auf den ersten 26 fänden sich insgesamt 25 Zitate ohne oder mit falscher Quellenangabe. „Mit dieser Arbeit hätte Herr Huber nicht promoviert werden dürfen“, sagte Zenthöfer der BamS. Es lägen „eklatante Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis vor“.

Vorwürfe gegen CSU-Generalsekretär Huber - prüft LMU München Doktorarbeit?

Der FDP-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Martin Hagen, forderte den Franken Huber auf, seinen Doktortitel vorerst nicht mehr zu führen. Huber selbst sagte der BamS, er habe seine Doktorarbeit „nach bestem Wissen und Gewissen erstellt“. Dennoch bitte er „aus Gründen der Transparenz“ die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Arbeit erneut zu überprüfen.

Huber hatte am 6. Mai die Nachfolge von Stephan Mayer als CSU-Generalsekretär angetreten. Dieser war zuvor nach nur wenigen Wochen im Amt offiziell aus „gesundheitlichen Gründen“ zurückgetreten. Vorausgegangen war ein offenbar eskalierter Streit um das Privatleben Mayers, bei dem dieser einen Journalisten bedroht haben soll.

In einem Kommentar hob Münchner-Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis die Bedeutung der CSU-Personalie für die Landtagswahl Bayern 2023 hervor. (AFP/frs)

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