News-Ticker

Ukraine-Krieg: Russische Truppen nehmen wohl strategisch wichtige Öl-Raffinerie ein

  • schließen

Eine Kleinstadt in der Region Odessa wird von Russlands Luftwaffe bombardiert. Die ukrainische Armee erobert die Schlangeninsel zurück: die Lage im News-Ticker.

Dieser News-Ticker ist beendet: Alle aktuellen Entwicklungen zum Ukraine-Krieg erfahren Sie in folgendem Ticker.

+++ 13.30 Uhr: Claus Kleber, ehemaliger ZDF-Moderator und US-Korrespondent, hat sich zum möglichen weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs geäußert. Bei Maybrit Illner ging Kleber darauf ein, was auch der US-Geheimdienst kürzlich betonte: Putins Ziel sei weiterhin die Eroberung der gesamten Ukraine. Als mögliche nächste Angriffsziele nannte Kleber unter anderem Moldau und Georgien. Das Baltikum sei „die Achillesferse der Nato“, so Kleber. Ein Angriff auf Polen sei hingegen kein wahrscheinliches Szenario.

Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj wendet sich per Video an die Welt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzt im Ukraine-Krieg jede sich bietende Gelegenheit, um zur Welt zu sprechen. Auch bei einer Demonstration in Frankfurt am Main meldete er sich am 5. März 2022 per Video zu Wort.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzt im Ukraine-Krieg jede sich bietende Gelegenheit, um zur Welt zu sprechen. Auch bei einer Demonstration in Frankfurt am Main meldete er sich am 5. März 2022 per Video zu Wort. © Sebastian Gollnow/dpa
Selenskyj sprach im März auch vor der polnischen Nationalversammlung, einer gemeinsamen Sitzung der beiden Häuser des polnischen Parlaments. Die Versammlung wurde organisiert, um den 23. Jahrestag des Beitritts Polens zur Nato zu feiern, der auf den 12. März 2022 fiel.
Selenskyj sprach im März auch vor der polnischen Nationalversammlung, einer gemeinsamen Sitzung der beiden Häuser des polnischen Parlaments. Die Versammlung wurde organisiert, um den 23. Jahrestag des Beitritts Polens zur Nato zu feiern, der auf den 12. März 2022 fiel. © Leszek Szymanski/dpa
Am 15. März 2022 nahm Selenskyj per Video an einem Treffen der Joint Expeditionary Force, einer Koalition von zehn Staaten, die sich auf die Sicherheit in Nordeuropa konzentriert, im Lancaster House in London teil.
Am 15. März 2022 nahm Selenskyj per Video an einem Treffen der Joint Expeditionary Force, einer Koalition von zehn Staaten, die sich auf die Sicherheit in Nordeuropa konzentriert, im Lancaster House in London teil. © JUSTIN TALLIS/afp
Abgeordnete und geladene Gäste applaudieren Selenskyj, der am 15. März 2022 in Ottawa vor dem kanadischen Parlament sprach.
Abgeordnete und geladene Gäste applaudieren Selenskyj, der am 15. März 2022 in Ottawa vor dem kanadischen Parlament sprach. © ADRIAN WYLD/afp
Selenskyj begeisterte am 16. März 2022 die Mitglieder des US-Kongresses. Sein Wunsch nach einer Flugverbotszone bleibt damals allerdings unerfüllt.
Selenskyj begeisterte am 16. März 2022 die Mitglieder des US-Kongresses. Sein Wunsch nach einer Flugverbotszone bleibt damals allerdings unerfüllt. © afp
Selenskyjs Rede vor dem Bundestag sorgte für Ärger - weil der ukrainische Präsident zwar Applaus von der Bundesregierung bekam, die sich dann aber in einer Diskussion über die Geschäftsordnung verzettelte
Selenskyjs Rede vor dem Bundestag sorgte für Ärger - weil der ukrainische Präsident zwar Applaus von der Bundesregierung bekam, die sich dann aber in einer Diskussion über die Geschäftsordnung verzettelte.. © Michael Kappeler/dpa
Während Selenskyj am 20. März 2022 vor der Knesset in Israel spricht, zeigt sich auf der Straße, was das Volk vom russischen Präsidenten Wladimir Putin hält. Der wird nämlich auf dem Habima-Platz im Zentrum von Tel Aviv gerade von einem Dreizack aufgespießt – sein Bildnis zumindest.
Während Selenskyj am 20. März 2022 vor der Knesset in Israel spricht, zeigt sich auf der Straße, was das Volk vom russischen Präsidenten Wladimir Putin hält. Der wird nämlich auf dem Habima-Platz im Zentrum von Tel Aviv gerade von einem Dreizack aufgespießt – sein Bildnis zumindest.  © JACK GUEZ/afp
Am 23. März meldete sich Selenskyj in Tokio zu Wort. Die Mitglieder des japanischen Unterhauses hörten ihm dabei gespannt zu.
Am 23. März meldete sich Selenskyj in Tokio zu Wort. Die Mitglieder des japanischen Unterhauses hörten ihm dabei gespannt zu.  © BEHROUZ MEHRI/afp
Selenskyj warnte am 30. März 2002 im norwegischen Parlament vor der Zerstörung Europas durch Putins Krieg.
Selenskyj warnte am 30. März 2002 im norwegischen Parlament vor der Zerstörung Europas durch Putins Krieg. © Torstein Bøe/dpa
Applaus gab es für Selenskyj auch am 31. März 2022, als er sich per Video an das niederländische Parlament in den Haag wandte.
Applaus gab es für Selenskyj auch am 31. März 2022, als er sich per Video an das niederländische Parlament in den Haag wandte. © Bart Maat/dpa
Am 5. April 2022 wandte sich Selenskyj per Video an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. Die Sitzung des Sicherheitsrates wurde damals einberufen, um Vorwürfe des Massenmordes an Zivilpersonen in der Stadt Butscha durch russische Soldaten zu erörtern.
Am 5. April 2022 wandte sich Selenskyj per Video an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. Die Sitzung des Sicherheitsrates wurde damals einberufen, um Vorwürfe des Massenmordes an Zivilpersonen in der Stadt Butscha durch russische Soldaten zu erörtern.  © SPENCER PLATT/afp
An dem Tag war Selenskyj auch per Video im Plenarsaal des Kongresses der spanischen Abgeordneten zu sehen. Dabei rief er die Demokratien Europas auf, Russland die Stirn zu bieten.
An dem Tag war Selenskyj auch per Video im Plenarsaal des Kongresses der spanischen Abgeordneten zu sehen. Dabei rief er die Demokratien Europas auf, Russland die Stirn zu bieten. © R.Rubio.Pool/dpa
Am 6. April 2022 wandte sich Selenskyj an das Parlament in Irland - und warf Russland dabei vor, Hunger als Waffe einzusetzen.
Am 6. April 2022 wandte sich Selenskyj an das Parlament in Irland - und warf Russland dabei vor, Hunger als Waffe einzusetzen. © MAXWELLS/afp
Nicht immer ging alles glatt bei Selenskyjs Video-Botschaften. So kam es am 8. April 2022 im griechischen Parlament zum Eklat, als der ukrainische Präsident auch einen Kämpfer des Asow-Regiments zu Wort kommen ließ. Daraufhin verließen einige Abgeordnete das Plenum.
Nicht immer ging alles glatt bei Selenskyjs Video-Botschaften. So kam es am 8. April 2022 im griechischen Parlament zum Eklat, als der ukrainische Präsident auch einen Kämpfer des Asow-Regiments zu Wort kommen ließ. Daraufhin verließen einige Abgeordnete das Plenum. © Aristidis Vafeiadakis/dpa
Drei Tage später, am 11. April 2022, wandte sich Selenskyj an die südkoreanische Nationalversammlung. Südkorea beteiligt sich wegen der russischen Invasion in die Ukraine an den Finanzsanktionen gegen Russland.
Drei Tage später, am 11. April 2022, wandte sich Selenskyj an die südkoreanische Nationalversammlung. Südkorea beteiligt sich wegen der russischen Invasion in die Ukraine an den Finanzsanktionen gegen Russland. © dpa
Auch die Kulturwelt nahm dankbar die Gelegenheit wahr, Selenskyj per Video eine Bühne zu bieten. Am 17. Mai 2022 appellierte er während der Eröffnungszeremonie der 75. Ausgabe der Filmfestspiele von Cannes, das Leid in der Ukraine nicht zu vergessen: „Jeden Tag sterben Hunderte von Menschen. Sie werden nach dem Schlussapplaus nicht wieder aufstehen.“
Auch die Kulturwelt nahm dankbar die Gelegenheit wahr, Selenskyj per Video eine Bühne zu bieten. Am 17. Mai 2022 appellierte er während der Eröffnungszeremonie der 75. Ausgabe der Filmfestspiele von Cannes, das Leid in der Ukraine nicht zu vergessen: „Jeden Tag sterben Hunderte von Menschen. Sie werden nach dem Schlussapplaus nicht wieder aufstehen.“  © CHRISTOPHE SIMON/afp
Auch in Davos war Selenskyj zu Gast - zumindest virtuell. Bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) wies er am 23. Mai 2022 auf einen „verdeckten Krieg“ Russlands hin. Neben ihm auf der riesigen Leinwand ist der WEF-Vorsitzende Klaus Schwab zu sehen.
Auch in Davos war Selenskyj zu Gast - zumindest virtuell. Bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) wies er am 23. Mai 2022 auf einen „verdeckten Krieg“ Russlands hin. Neben ihm auf der riesigen Leinwand ist der WEF-Vorsitzende Klaus Schwab zu sehen.  © FABRICE COFFRINI/afp

+++ 12.45 Uhr: Michael Podoljak, Berater der ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, hat die russischen Raketenangriffe auf Wohnblocks als „blutige Terrortaktik“ bezeichnet. Damit bezog er sich auf die nächtlichen Bombardierungen einer Kleinstadt im Gebiet Odessa, durch welche mindestens 19 Menschen starben. Dutzende weitere wurden verletzt. Bei den Angriffen handle es sich um keine Fehler, sondern Kalkül. Entgegen Podoljaks Einschätzung geht ein ukrainischer Brigadegeneral davon aus, dass veraltete Sowjet-Raketen der Grund für zivile Opfer sind.

+++ 12.00 Uhr: Russische Truppen haben offenbar die Öl-Raffinerie in Lyssytschansk erobert. Das vermeldete die russische Nachrichtenagentur RIA am Freitagmittag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium im Kreml. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ein Soldat der russischen Armee.

+++ 11.00 Uhr: In der Hafenstadt Mariupol wurde offenbar ein neues Massengrab entdeckt. Das berichtet das Nachrichtenportal Nexta unter Berufung auf Petro Andryushchenko, ein Berater des Bürgermeisters. In dem Grab befinden sich demnach mehr als 100 Leichen. Dies ist nicht unabhängig prüfbar.

+++ 10.30 Uhr: Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Nexta soll die Zahl der Toten Bilhorod-Dnistrowskyj mittlerweile auf 19 gestiegen sein. Die Angabe lässt sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 10.10 Uhr: Die Zahl der Toten durch die russischen Raketenangriffe in Bilhorod-Dnistrowskyj im Gebiet Odessa ist laut Angaben des ukrainischen Militärs auf mindestens 18 gestiegen. Das teilte der Militärgouverneur des Gebiets Odessa, Maxym Martschenko, auf Telegram mit. Mindestens 39 Menschen wurden diesen Angaben zufolge verletzt. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

Ukraine-Krieg: Offenbar 57. russischer Oberst gefallen

+++ 09.45 Uhr: Die russische Armee muss zahlreiche Verluste hinnehmen. Im Lagebericht des ukrainischen Generalstabs heißt es, dass mittlerweile 35.750 Soldaten seit Beginn der Invasion Ende Februar gefallen seien. Auch auf der Führungsebene gibt es derweil Verluste zu beklagen. Einem Bericht von The Independent zufolge soll bereits der 57. Oberst getötet worden sein. Dabei handelt es sich offenbar um Pawel Kisljakow. Der 40-Jährige wurde laut dem Bericht am Donnerstag (30. Juni) in Moskau beigesetzt. Kisljakow war Kommandeur der russischen Fallschirmjäger.

+++ 09.00 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium berichtet mit Bezug auf geheimdienstliche Informationen, dass russische Truppen die Stadt Prywillja im Norden der Region Luhansk eingenommen haben. Dabei handelt es sich um eine Kleinstadt, mit lediglich 7600 Einwohnerinnen und Einwohnern. Deutlich wichtiger ist aus strategischer Perspektive die dortige Ölraffinerie. Um das Gelände gibt es laut der Einschätzung aus Großbritannien aktuell schwere Gefechte. Prywillja liegt nahe der Großstadt Lyssytschansk, die laut Angaben der regionalen Militärverwaltung von einem russischen Einschluss bedroht ist. Seit Tagen werde die Stadt belagert, hieß es mehrfach. Die Angaben des britischen Verteidigungsministeriums lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Mindestens 17 Tote bei russischen Raketenangriffen

+++ 08.30 Uhr: Bei Raketenangriffen auf die Stadt Bilhorod-Dnistrovsky in der Region Odessa wurden mindestens 17 Menschen getötet. Der Sprecher der regionalen Militärverwaltung von Odessa, Serhij Bratschuk, teilte auf Telegram mit, dass drei Geschosse in einer Wohnsiedlung einschlugen. Unter anderem sei ein Freizeitheim getroffen worden. Die Lage vor Ort ist chaotisch, die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Ein Video, das vom Nachrichtenportal Nexta veröffentlicht wurde, zeigt den Ausmaß des Schadens. Das Wohngebiet gleicht einem Trümmerfeld.

+++ 07.30 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Wohngebäude in der südukrainischen Region Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens 14 Menschen getötet worden. Die ukrainischen Rettungsdienste sprachen am Freitag von 14 Toten und 30 Verletzten. Unter den Verletzten seien drei Kinder. Die Rettungsarbeiten würden andauern, sie würden aber durch ein Feuer erschwert. Der Sprecher der Regionalverwaltung von Odessa, Serhij Bratschuk, hatte zuvor erklärt, von der Rakete sei ein neunstöckiges Wohnhaus in der Gegend von Bilhorod-Dnistrowsky rund 80 Kilometer südlich der Hafenstadt Odessa getroffen worden. Demnach wurde die Rakete von einem über dem Schwarzen Meer fliegenden Flugzeug aus abgefeuert. Nach ukrainischen Angaben wurde das Wohngebäude durch den Angriff teilweise zerstört. Die Rettungskräfte hatten zunächst von sechs Toten und sieben Verletzten gesprochen. Später stieg die Zahl der Toten auf zehn und dann auf 14.

Erstmeldung vom Freitag, 1. Juli, 06.30 Uhr: Kiew – Die Lage im Osten und Süden der Ukraine bleibt weiterhin sehr ernst. Während Russland in der Ostukraine seine militärische Überlegenheit ausspielt, kann Kiew zumindest über die Rückeroberung der Schlangeninsel im Schwarzen Meer jubeln.

Der Rückzug der russischen Truppen ermöglicht dabei eine bessere Position für die Ukraine, betonte das ukrainische Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj. „Die Schlangeninsel ist ein strategischer Punkt und das verändert erheblich die Situation im Schwarzen Meer“, sagte er in der Nacht zum Freitag (1. Juli) in seiner täglichen Videoansprache.

Ukraine News: Schlangeninsel zurückerobert – Russlands Militär aktuell eingeschränkt

Auch wenn das noch keine Sicherheit garantiere, sei die Handlungsfreiheit des russischen Militärs deutlich eingeschränkt. Nach ukrainischen Militärangaben erlaube die Schlangeninsel die Kontrolle über Teile der ukrainischen Küste und Schifffahrtswege.

Währenddessen meldeten ukrainische Behörden einen Raketenangriff auf die Hafenstadt Odessa. Folglich sollen mindestens zehn Menschen getötet worden sein. Die Rakete habe ein neunstöckiges Mehrfamilienhaus getroffen, teilte der Chef der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Bratschuk, mit. Kiew geht davon aus, dass die Rakete von einem russischen Militärflugzeug über dem Schwarzen Meer abgefeuert worden ist.

Ukraine-Krieg: Lyssytschansk von Einschließung bedroht

Auch im Osten der Ukraine gehen die Kämpfe weiter. In Lyssytschansk in der Region Luhansk sind die Verteidiger nach eigenen Angaben von einer Einschließung bedroht. Die etwa sieben Kilometer westlich der Stadt gelegene Raffinerie sei umkämpft, teilte der Generalstab mit. Russische Streitkräfte würden aus dem Süden auf die Stadt vorrücken, auch an der westlichen und südlichen Stadtgrenze werde gekämpft. In russischen Medien wurde die Raffinerie bereits als komplett erobert dargestellt. Die einstige Großstadt Lyssytschansk zählt als noch letzter größter Ort in Luhansk, der noch nicht unter russischer Kontrolle steht.

Im benachbarten Donezk dagegen konnten russische Vorstöße bei Slowjansk und Bachmut zurückgeschlagen werden, teilte der Generalstab mit. Entlang der Frontlinie würden ukrainische Stellungen kontinuierlich mit Artillerie beschossen und aus der Luft bombardiert, hieß es weiter. „Die Überlegenheit der Besatzer bei der Feuerkraft ist extrem spürbar“, sagte Selenskyj zur Lage im Osten. Russland greife dafür auf seine Reserven zurück. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © Alexey Maishev / Imago Images

Zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare