Mängel an der Dissertation

Universität entzieht Giffey den Doktortitel - SPD-Politikerin bedauert „Fehler“

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Die Freie Universität Berlin entzieht der ehemaligen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) den Doktortitel.

Berlin - Die Freie Universität (FU) Berlin entzieht der ehemaligen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD*) den Doktortitel. Der Doktorgrad sei durch „Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung“ erworben worden, teilte die Hochschule am Donnerstag zur Begründung mit.

Giffey akzeptiert die Entscheidung der Freien Universität Berlin, ihr den Doktortitel zu entziehen. „Nach wie vor stehe ich zu meiner Aussage, dass ich die im Jahr 2009 eingereichte Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst habe“, teilte sie am Donnerstag mit. Sie bedaure „Fehler, die mir bei der Anfertigung der Arbeit unterlaufen sind“. Sie seien weder beabsichtigt noch geplant gewesen.

Bundestagswahl 2021: Giffey kandidiert als Nachfolgerin von Berlin-Bürgermeister Müller

Wenige Monate vor der Bundestagswahl* und im Wahlkampf um den Bürgermeister-Posten in Berlin war Giffey von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin* zurückgetreten. Damit zog sie vorzeitig die Konsequenz aus der möglichen Aberkennung ihres Doktortitels.

Sie machte damals bereits öffentlich, dass sie auch bei einem Entzug des Doktortitels an ihrer Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin im September festhalten will. Im vergangenen November - noch während des Prüfverfahrens an der FU - hatte Giffey entschieden, den Doktortitel nicht mehr zu führen.

Im Herbst 2019 hatte die FU Giffey nach Plagiatsvorwürfen wegen Mängeln in ihrer Dissertation eine Rüge erteilt, ihr aber den Doktortitel nicht entzogen. Nach Kritik an diesem Verfahren kündigte die FU eine erneute Prüfung durch ein neues Gremium an. Die Rüge wurde zurückgezogen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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