Flucht wegen Krieg

Mehr als 250.000 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland erfasst

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Derzeit nicht erfasst wird, wie viele Geflüchtete von Deutschland aus weiterreisen in andere Staaten. (Bild aus Berlin)

Innerhalb eines Tages sind rund 7000 Flüchtlinge neu hinzugekommen. In der Vorwoche hatte die Bundespolizei noch täglich mehr als zehntausend Ukraine-Flüchtlinge erfasst.

Berlin - Die Fluchtbewegung aus der Ukraine nach Deutschland hält unvermindert an. Einen genauen Überblick über die Zahl der Angekommenen haben Bund und Länder allerdings bislang noch nicht.

Wie das Bundesinnenministerium mitteilt, hat die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor gut einem Monat die Ankunft von insgesamt 253.157 Kriegsflüchtlingen festgestellt. Innerhalb eines Tages kamen rund 7000 Flüchtlinge neu hinzu - eine ähnliche Zahl wie an den Tagen zuvor. In der Vorwoche waren täglich jeweils mehr als zehntausend Ukraine-Flüchtlinge eingereist, die von der Bundespolizei erfasst wurden.

Da es im Regelfall keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gibt und Ukrainer zudem erst einmal ohne Visum einreisen dürfen, ist die Zahl der tatsächlich Angekommenen wahrscheinlich deutlich höher. Nicht erfasst wird außerdem, wie viele der Geflüchteten von Deutschland aus weiterreisen in anderen Staaten.

Nachbestellungen bei Registriergeräten

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage des AfD-Abgeordneten Leif-Erik Holm hervorgeht, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bis zum vergangenen Sonntag insgesamt etwa 26.500 Menschen erfasst, die als Schutzsuchende registriert und erkennungsdienstlich behandelt wurden. Das Bundesinnenministerium wies allerdings darauf hin, dass Menschen mit nicht-ukrainischer Staatsangehörigkeit, die aus der Ukraine geflüchtet sind, erst seit dem 15. März gesondert ausgewiesen werden. Von den seither registrierten 14.706 Kriegsflüchtlingen waren den Angaben zufolge 1315 Menschen keine Ukrainer.

Das Bundesinnenministerium habe die Länder gebeten, zu prüfen, ob zusätzliche Registrierungsgeräte bestellt werden müssten, um die Kapazitäten zu erhöhen, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. „Daraufhin haben viele Bundesländer Nachbestellungen ausgelöst“, fügte sie hinzu.

Die sogenannten Pik-Stationen werden von der Bundesdruckerei bereitgestellt. Zu den Erfassungsgeräten gehören unter anderem eine Kamera, ein Dokumentenprüfgerät und ein Fingerabdrucscanner. Laut Bundesinnenministerium unterstützt das Bamf die registrierenden Stellen in der aktuellen Lage mit 170 solcher Registrierungsgeräte und 260 Beschäftigten.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks haben seit Kriegsbeginn mehr als 3,7 Millionen Menschen die Ukraine verlassen. Kein Land hat so viele Schutzsuchende aufgenommen wie das Nachbarland Polen. dpa

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