News-Ticker zum Ukraine-Krieg

Atomkraftwerk Saporischschja unter Beschuss: Russland will überraschende „Feuerpause“

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  • Sarah Neumeyer
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Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich weiter zu – militärisch, diplomatisch und humanitär: der News-Ticker am Montag, 15. August.

Dieser Ticker ist beendet: Alle aktuellen Entwicklungen zum Ukraine-Krieg lesen Sie im neuen Ticker.

+++ 11.15 Uhr: Seit Wochen kommt es zu Kämpfen in der Region Saporischschja. Insbesondere die dortige Lage des Atomkraftwerks macht die Situation brisant. Zuletzt wurde eine Atomkatastrophe befürchtet. Nun soll es offenbar Bewegung in den Verhandlungen geben. Russische Besatzer sollen eine „Feuerpause“ im umkämpften Gebiet vorgeschlagen haben. „Die Führung der Vereinten Nationen und der Chefdiplomat der EU sollten nicht über Entmilitarisierung sprechen, sondern über die Einführung einer Feuerpause“, sagte Wladimir Rogow, ein Vertreter der russischen Besatzungsbehörden, der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Seit Tagen beschuldigen sich die Kriegsparteien gegenseitig, wer für die Angriffe auf das AKW verantwortlich sein soll.

Die Lage rund um das AKW Saporischschja bleibt angespannt.

+++ 10.30 Uhr: Russlands Streitkräfte haben in der Nacht auf Montag offenbar den Beschuss in weiten Teilen der Ukraine verstärkt. Das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtete am Morgen mit Bezug auf lokale Berichte, dass es Angriffe in den Regionen Donezk, Charkiw, Sumy und Mykolajiw gab. In Mykolajiw gab es demnach Attacken auf eine Schule und ein Hotel. Alle genannten Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt. © BULENT KILIC/afp
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.  © YASUYOSHI CHIBA/afp
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt.
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt. © GENYA SAVILOV/afp
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.  © afp

+++ 09.45 Uhr: Die Pläne der russischen Regierung für ein Referendum in der Region Donezk sind wohl weit fortgeschritten. Wie das britische Verteidigungsministerium in einem Lagebericht zum Ukraine-Krieg mitteilte, sei jedoch der Zeitpunkt für eine Abstimmung noch unklar. Der Oblast Donezk steht derweil nicht komplett unter russischer Kontrolle. Dies werde vom Kreml wohl als Rückschlag für die „maximalistischen Ziele in der Ukraine“ gewertet, so das Ministerium. Die Angaben aus London basieren auf einer Einschätzung des britischen Geheimdienstes und lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 08.45 Uhr: In der Stadt Melitopol (Oblast Saporischschja, Südukraine) führen russische Truppen offenbar Suchaktionen durch. Ziel sei es, Soldaten zu finden, die mit den ukrainischen Streitkräfte kooperieren, berichtete das Nachrichtenportal Nexta mit Bezug auf den Bürgermeister von Melitopol, Ivan Fedorov. Seine Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

News zum Ukraine-Krieg: Angriff auf Fabrik in der Nacht

+++ 08.00 Uhr: Laut dem Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, ist es in der Nacht auf Montag zu einem Raketenangriff auf eine Fabrik gekommen. Das berichtete er auf Telegram. Bislang ist unklar, ob und wie viele Verletzte und Tote es gibt. Das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtete, dass russische Truppen für die Raketenangriffe auf die Fabrik verantwortlich sein sollen. Dies lässt sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 07.30 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs hat die russische Armee Geländegewinne bei der seit Tagen angegriffenen Kleinstadt Bachmut im Donbass erzielt. Im Kiewer Lagebericht war von einem „teilweisen Erfolg“ Russlands die Rede. An anderen Stellen seien Angriffe abgewehrt worden, so bei dem Ort Pisky außerhalb von Donezk. Mit starken Stellungen bei Pisky hat die ukrainische Armee seit 2014 verhindert, dass die prorussischen Separatisten von Donezk den zerstörten Flugplatz der Stadt reparieren und militärisch nutzen.

Fast alle Orte entlang der Frontlinie im Osten lagen unter russischen Feuer. Nach Einschätzung westlicher Militärbeobachter kommt der Angriff im Donbass langsamer voran als noch vor einigen Wochen.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj droht russischen Truppen im Kampf um AKW Saporischschja

Erstmeldung vom Montag, 15. August, 06.00 Uhr: Kiew – Wie Iwan Fjodorow, Bürgermeister von Melitopol auf Telegram berichtet, haben ukrainische Partisanen eine Eisenbahnbrücke nahe der besetzten südukrainischen Stadt Melitopol stark beschädigt. „Abzüglich eines Bahnhofs in Ost-West-Richtung“, kämen auf der Krim-Seite nun keine russischen Züge Richtung Melitopol mehr durch, schrieb Fjodorow.

Unterdessen drohte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, russische Truppen ins Visier zu nehmen, die auf das von Russland kontrollierte Kernkraftwerk Saporischschja oder von dort aus auf ukrainische Streitkräfte schießen. Dies berichtet The Moscow Times. Mittleweile haben 42 Länder Russland aufgefordert, seine Truppen aus dem Atomkraftwerk Saporischschja abzuziehen, damit die ukrainischen Behörden ihre Arbeit wieder aufnehmen und die UN-Atomaufsichtsbehörde einen Überprüfungsprozess durchführen kann. Kiew und Moskau haben sich in den letzten Tagen wiederholt einander beschuldigt, die Umgebung des größten europäischen Kernkraftwerks beschossen zu haben.

+++ 14.15 Uhr: Offenbar wird noch immer heftig um den Donezker Vorort Pisky im Nordwesten der Großstadt gekämpft. Serhiy Cherevaty, der Sprecher der Ost-Kampfgruppe der Ukraine, sagte gegenüber dem staatlichen ukrainischen Sender Suspilne, dass schwere Kämpfe die russischen Streitkräfte weiterhin daran hinderten, Pisky zu erobern. Am Samstag (13. August) hatte die russischen Nachrichtenagentur Interfax das russische Verteidigungsministerium mit der Aussage zitiert, dass die Moskauer Streitkräfte die volle Kontrolle über Pisky haben.

+++ 12.30 Uhr: Nach ukrainischen Angaben hat das Militär an zwei Stellen im Gebiet Luhansk erfolgreich die Angriffe der russischen Streitkräfte abgewehrt. Laut Gouverneur Serhij Haidai hat das ukrainische Militär die russischen Angreifer aus den Dörfern Spirne und Serebrianka in der Nähe des stark umkämpften Bachmut im Gebiet Donezk zurückgedrängt.

Selenskyj warnt vor atomarer Katastrophe

+++ 10.45 Uhr: Im Ringen um die Sicherheit des beschossenen ukrainischen Atomkraftwerks (AKW) Saporischschja sieht der russische Diplomat Michail Uljanow die Vereinten Nationen in der Pflicht. Aufgabe des UN-Sekretariats sei, „grünes Licht“ zu geben für einen Besuch des AKW von Experten und Expertinnen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), sagte Uljanow in einem Interview der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Der Diplomat vertritt Russland in Wien bei den internationalen Organisationen. Die IAEA könne sich dann selbst um die „Modalitäten der Reise in die Unruheregion“ kümmern, sagte Uljanow.

+++ 09.00 Uhr: Russland will offenbar seine Truppen im Süden der Ukraine verstärken. Dies geht aus einer Einschätzung des britischen Geheimdienstes hervor. In der vergangenen Woche habe sich das Militär auf eine Umgruppierung von Einheiten konzentriert, teilte das Verteidigungsministerium in London auf Twitter mit. Im Osten starteten die Separatisten vom Norden aus weitere Angriffe auf die Regionalhauptstadt Donezk. Besonders betroffen sei der Vorort Pisky in der Nähe des Flughafens. Darüber hinaus versuche Russland, die Kontrolle über die Fernstraße M04 zu erlangen.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt vor atomarer Katastrophe

Update vom Sonntag, 14. August, 07.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert angesichts der Kämpfe um das Atomkraftwerk Saporischschja den Westen zu Sanktionen gegen Russlands Atomindustrie auf. Selenskyj warf den russischen Truppen vor, das Gelände als Festung zu nutzen, um von dort auf die am anderen Ufer des Dnipro-Stausees liegenden Kleinstädte Nikopol und Marhanez zu schießen. Er warnte davor, dass der Aufmarsch russischer Truppen auf dem Areal des AKW „die radioaktive Bedrohung für Europa so erhöht, wie es sie nicht einmal zu den schwierigsten Augenblicken der Konfrontation in den Zeiten des Kalten Krieges gab“.

Weiter sagte Selenskyj: „Natürlich muss es darauf eine harte Reaktion geben.“ Ukrainische Diplomaten und Vertreter der Partnerstaaten unternähmen nun alles, um Russlands Atomindustrie zu blockieren. Zugleich forderte der Präsident, die verantwortlichen Amtsträger des „Terrorstaates“ durch die internationale Strafjustiz zur Verantwortung zu ziehen. Das mit sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas wurde von russischen Truppen Anfang März besetzt.

Selenskyj sagte in einer Ansprache auch, dass die Lage im Osten der Ukraine weiter schwierig, aber ohne große Veränderungen sei. Besonders die Region Charkiw werde immer wieder angegriffen, die Verteidigung aber halte. Russland habe im Donbass indes „kolossale Ressourcen“ an Artillerie, Personal und Ausrüstung aufgefahren. Im Süden gebe es aber auch gute Nachrichten. Dort gelingt es laut Selenskyj dem ukrainischen Militär immer wieder, den „russischen Okkupanten“ Schläge zu versetzen.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew will Krim zurück

+++ 14.00 Uhr: Unter welchen Umständen wird der Ukraine-Krieg enden? Die ukrainische Regierung jedenfalls hat ein klares Ziel formuliert. Der Krieg beginne und ende mit der Krim, hat Präsident Selenskyj erst vor wenigen Tagen verlauten lassen. In diese Kerbe schlägt nun auch sein Berater Mychajlo Podoljak. Via Twitter machte er deutlich, dass der Krieg erst dann zu Ende sei, wenn Russland die Krim an die Ukraine zurückgeben habe und die verantwortlichen Politiker Russlands, die die Invasion angeordnet hätten, entsprechend bestraft worden seien.

+++ 12.30 Uhr: Die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine gewinnt weiter an Fahrt. Nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums haben heute zwei weitere Schiffe den Hafen Tschornomorsk verlassen. Die „Fulmar S“ befördert demnach 12.000 Tonnen Mais in die türkische Provinz İskenderun, die „Thoe“ transportiert 3000 Tonnen Sonnenblumenkernen in die türkische Hafenstadt Tekirdağ. Damit haben im Rahmen eines international vermittelten Getreideexportabkommens seit 1. August 16 Schiffe mit mehr als 440.000 Tonnen Fracht ukrainische Häfen im Schwarzen Meer verlassen.

News zum Ukraine-Krieg: Russland kämpft mit Nachschubproblemen

+++ 10.10 Uhr: Russland hat offenbar weiter große Probleme mit dem Nachschub. Die beiden wichtigsten Straßenbrücken, die den Zugang zu dem von Russland besetzten Gebiet am Westufer des Dnipro in der Region Cherson ermöglichen, können wahrscheinlich nicht mehr für eine weitreichende militärische Versorgung genutzt werden. Das teilte das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf das tägliche Update des Militärgeheimdienstes zur Lage im Ukraine-Krieg mit.

Selbst wenn es Russland gelänge, die Brücken in größerem Umfang zu reparieren, würden sie eine entscheidende Schwachstelle bleiben. Der Nachschub für Soldaten am Westufer hänge mit ziemlicher Sicherheit von den beiden Pontonbrücken ab, hieß es weiter. Angesichts der eingeschränkten Lieferkette dürfte die Größe der bisher am Westufer angelegten Lagerbestände ein Schlüsselfaktor für Russland werden.

+++ 07.45 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs konzentrieren die russischen Streitkräfte ihre Bemühungen derzeit darauf, die volle Kontrolle über die Oblaste Donezk und Luhansk zu erlangen sowie die vorübergehend besetzten Teile der Oblaste Cherson, Charkiw, Saporischschja und Mykolajiw aufrechtzuerhalten. Zudem versuche Russlands Militär, die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte im Schwarzen Meer zum Erliegen zu bringen.

Update vom Samstag, 13. August, 07.15 Uhr: Im Streit über die Reisemöglichkeiten für Russen in der EU hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Forderung nach einem Reisebann bekräftigt. „Es muss gewährleistet sein, dass russische Mörder und Helfer des Staatsterrors nicht Schengen-Visa nutzen“, sagte er am Freitagabend in Kiew.

News zum Ukraine-Krieg: Saporischschja von Raketen getroffen

+++ 20.55 Uhr: Die südukrainische Großstadt Saporischschja ist nach örtlichen Angaben am Freitagabend (12. August) von fünf russischen Raketen getroffen worden. Dabei seien Gebäude der Infrastruktur zerstört worden, teilte Gebietsgouverneur Olexander Staruch auf Telegram mit. Ein Brand sei ausgebrochen. Mindestens eine Frau sei verletzt worden, es würden weitere Informationen über Opfer erwartet. Die Gebietshauptstadt Saporischschja, sechstgrößte Stadt der Ukraine, ist seit Beginn des russischen Angriffskrieges in ukrainischer Hand geblieben. Der südliche Teil des Verwaltungsgebietes ist aber von russischen Truppen besetzt. Dort bei der Stadt Enerhodar liegt das Atomkraftwerk Saporischschja, dessen Beschuss sich Russen und Ukrainer gegenseitig vorwerfen.

Ukraine-Krieg: Medwedew droht dem Westen

+++ 20.18 Uhr: Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat den westlichen Verbündeten der Ukraine offenbar gedroht. „Vergessen wir nicht, dass die Europäische Union auch Atomkraftwerke hat. Und auch dort können Unfälle passieren“, sagte Medwedew am Freitag (12. August) laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja steht seit Tagen unter Beschuss. Kiew und Moskau geben sich gegenseitig die Schuld an der brandgefährlichen Lage. 

„Sie [die Ukraine] behaupten, es sei Russland gewesen. Das ist natürlich 100%iger Unsinn, selbst für die dumme russophobe Öffentlichkeit“, schrieb Medwedew auf seinem Telegram-Kanal. „Sie sagen, dass es rein zufällig passiert, wie ‚Wir haben es nicht gewollt‘“, fügte er hinzu. „Was soll ich sagen? Vergessen wir nicht, dass die Europäische Union auch Atomkraftwerke hat. Und auch dort können Unfälle passieren.“

+++ 15.00 Uhr: Laut Angaben der ukrainischen Regierung beschießen russische Truppen erneut das Atomkraftwerk in Saporischschja. „Russland hat auf gefährliche Provokationen zurückgegriffen und selbst den Beschuss des Kernkraftwerks inszeniert“, sagte der ukrainische Botschafter Serhij Kyslyzja bei einer UN-Sicherheitsratssitzung in der Nacht zum Freitag in New York.

Update vom Freitag, 12. August, 08.15 Uhr: Das russische Militär war bei seinen schweren Angriffen an der Frontlinie in der Ostukraine offenbar erfolgreich. „Beim Vorstoß in Richtung Horliwka – Sajzewe hatte der Feind teilweise Erfolg“, teilte der ukrainische Generalstab in einem Lagebericht am Freitagmorgen mit. Die Großstadt Horliwka nördlich von Donezk ist bereits seit dem Jahr 2014 in der Hand prorussischer Separatisten. Eine stark befestigte Stellung nördlich der Stadt wurde nun offenbar gestürmt.

News zum Ukraine-Krieg: Schwerer Artilleriebeschuss im Donbass – Russland verdoppelt Luftangriffe

Erstmeldung vom Freitag, 12. August, 07.00 Uhr: Kiew – Der Ukraine-Krieg geht unvermindert weiter. Für die Ukraine ist am Freitag der 170. Tag des Kampfes gegen die russische Invasion. Über der gesamten Ukraine wurde am Donnerstagabend (11. August) zweimal Luftalarm ausgelöst. Der ukrainische Generalstab berichtete von heftigen Kämpfen im Osten des Landes, wo russische Truppen im Donbass vorzurücken versuchen. Im Schutz schweren Artilleriefeuers hätten die Streitkräfte Russlands die Städte Bachmut und Awdijiwka angegriffen. Auch Kampfflugzeuge seien eingesetzt worden. Dem ukrainischen Militär zufolge konnte das Vorrücken der russischen Truppen zunächst abgewehrt werden.

News zum Ukraine-Krieg: Lage im Kernkraftwerk Saporischschja kann sich verschlimmern

Aktuell sei die bedrohliche Lage im russisch besetzten Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine stabil und es gäbe kein Sicherheitsrisiko. „Dies kann sich jedoch jederzeit ändern“, betonte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York am vergangenen Donnerstag. Rafael Grossi, Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), forderte Moskau und Kiew vor dem Sicherheitsrat auf, einen Besuch internationaler Experten schnell zu ermöglichen. „Ich persönlich bin bereit, eine solche Mission zu leiten.“ Ohne physische Präsenz könne man wichtige Fakten nicht zusammentragen. 

In Kiew forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen sofortigen Abzug der russischen Truppen aus dem Werk und warf Moskau „nukleare Erpressung“ vor. „Niemand sonst hat ein Atomkraftwerk so offensichtlich benutzt, um die ganze Welt zu bedrohen und Bedingungen zu stellen“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. (aa/cs/sne mit AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © Konstantin Mihalchevskiy / Imago Images

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