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Ukraine-Krieg: USA schickt Waffen für 800 Millionen Dollar gegen Russland

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Die Ukraine darf sich im Krieg gegen Russland auf schlagkräftige Hilfe freuen. Die USA schicken Waffen und Militärfahrzeuge im Wert von 800 Millionen Dollar.

Washingten D.C./Kiew – Die ukrainische Armee steht dem Eindringling aus Russland* allein gegenüber. Im Ukraine-Konflikt* kann sich das überfallene Land neben Sanktionen gegen den Aggressor aber auch auf militärische Unterstützung seiner westlichen Verbündeten aus dem Ausland verlassen.

Angesichts der erwarteten Großoffensive Russlands im Osten der Ukraine stocken neben der Europäischen Union auch die USA* ihre militärische Unterstützung für Kiew* erheblich auf. Die Vereinigten Staaten wollen der Ukraine weitere Waffen und Munition im Wert von bis zu 800 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) liefern - darunter auch Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber. US-Präsident Joe Biden* erklärte am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj*, die Regierung in Washington werde die Ukraine auch weiter mit den Fähigkeiten ausstatten, sich zu verteidigen.

Ukraine-Krieg: USA schickt Waffen für 800 Millionen Dollar gegen Russland

Die US-Regierung hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs* Ende Februar damit bereits Waffen im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar zugesagt oder geliefert. Seit Anfang 2021 summieren sich die US-Hilfen für Kiew so auf insgesamt rund 3,2 Milliarden Dollar. Auch andere Nato-Mitgliedsstaaten und Verbündete haben bereits Waffen und Ausrüstung an die Ukraine geliefert, darunter zum Beispiel Großbritannien und Deutschland. Allerdings zögert offenbar das deutsche Kanzleramt bei Waffenlieferungen an die Ukraine, was schweres Gerät angeht. Die EU wiederum beschloss erst am Mittwoch (13.04.2022) die Freigabe von weiteren 500 Millionen Euro für Waffenlieferungen an Kiew.

Ukraine-Konflikt: USA schickt Militärwaffen im Krieg gegen Russland.

„Das ukrainische Militär hat die von uns zur Verfügung gestellten Waffen mit vernichtender Wirkung eingesetzt“, erklärte US-Präsident Biden. Die Waffenlieferungen der USA und der Verbündeten seien für die Ukraine entscheidend gewesen, um dem russischen Angriff standzuhalten. „Sie haben dabei geholfen, dass Putin* mit seinen ursprünglichen Zielen, die Ukraine zu erobern und zu kontrollieren, gescheitert ist.“

Ukraine-Krieg: Die Waffenlieferung der USA im Überblick

Die neuen Lieferungen sollen die Ukraine* demnach insbesondere angesichts des befürchteten russischen Großangriffs im der östlichen Donbass-Region unterstützen. Neben bereits auch bisher gelieferten Waffen würden der Ukraine daher nun zusätzliche Fähigkeiten überlassen, inklusive Artilleriesystemen und gepanzerten Fahrzeugen. Die Ukraine solle auch „zusätzliche Hubschrauber“ bekommen - zuletzt hatten die USA vor dem Krieg die Lieferung von Helikoptern bestätigt.

Konkret planen die USA unter anderem die Lieferung folgender Systeme:

  • Elf einst für Afghanistan bestimmte Hubschrauber russischer Bauart vom Typ Mi-17. Vor dem Krieg hatten die USA bereits fünf davon an die Ukraine übergeben.
  • 200 gepanzerte Mannschaftstransporter vom Typ M113.
  • 100 gepanzerte Allzweckfahrzeuge vom Typ Humvee.
  • 18 Feldhaubitzen vom Typ 155mm mit 40.000 Artilleriegeschossen.
  • Schutzausrüstung für chemische, biologische und nukleare Vorfälle.
  • Zehn spezielle Radarsysteme zu Artillerieaufklärung, zwei Systeme zur Luftaufklärung.
  • 300 unbemannte Drohnen vom Typ Switchblade, die mit einem Sprengsatz auf einem Ziel zum Absturz gebracht werden können.
  • 500 Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ Javelin sowie „Tausende“ weitere panzerbrechende Waffen.
  • Sprengstoff vom Typ C-4 zur Räumung von Hindernissen.
  • Eine unbestimmte Zahl autonomer Schiffe zur Küstenverteidigung.
  • 30.000 Kombinationen aus schusssicheren Westen und Helmen.

Ukraine-Krieg: US-Präsident Biden und Selenskyj sprechen über Russland-Sanktionen

Selenskyj schrieb auf Twitter zu dem etwa einstündigen Telefonat mit Biden, die beiden hätten neben dem weiteren Paket an US-Hilfen auch über russische Kriegsverbrechen gesprochen und eine Erweiterung der Sanktionen gegen Russland vereinbart.

Auf die Frage nach Details zu den Sanktionen sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki*, lediglich, erwogen würden weiterhin zusätzliche Strafmaßnahmen gegen Moskau. Konkreter wurde sie nicht. Die USA und westliche Partner haben seit Beginn des Krieges in der Ukraine bereits eine ganze Serie harter Sanktionen gegen Russland verhängt. (ck/dpa) fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Peter Gercke

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